VfB Logo mit Claim Wasserzeichen
Access Keys:
Offizielle Website des VfB Stuttgart
2013, 11. September 2013
Bundesliga, 11.09.2013

Erstes (Auswärts-)Spiel

Der VfB tritt am Freitag erstmals unter dem neuen Trainertrio in der Fremde an, für Karim Haggui wäre es der erste VfB Einsatz überhaupt.

Die Fußballsprache lebt von Floskeln und Phrasen. Häufig ist es dann ein Reflex, diese als inhaltsleer abzutun. Dabei steckt in vielen immer wiederkehrenden Aussagen nun einmal die Wahrheit. Wenn ein Fußballprofi stets nur an das Saisonziel und nicht von Spiel zu Spiel denkt, fehlen ihm die möglicherweise entscheidenden Vorbereitungsprozente: In welche Richtung dreht sich mein Gegenspieler in der Regel, wenn er mit dem Rücken zum Tor steht? Welche Ecke bevorzugt der Elfmeterschütze bei einem langen Anlauf? Wie eröffnet der nächste Kontrahent meist das Spiel? Das sind Fragen, deren richtige Beantwortung maßgeblich für Erfolg oder Misserfolg in einem Fußballspiel ist – vorausgesetzt die Erkenntnisse werden auch richtig umgesetzt.

Voll fokussiert, zu 100 Prozent bereit, das Vergangene schnell verarbeiten sind auch solche Fußballphrasen. Aber als Karim Haggui diese bei seiner Vorstellung am vergangenen Dienstag verwendete, verdeutlichte er damit die Schwierigkeiten, welche das schnelllebige Fußballgeschäft mit sich bringen, antwortete demnach trotz der Floskeln keineswegs inhaltsleer. Nach dem Ausscheiden mit der tunesischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation vor wenigen Tagen kehrte der VfB Neuzugang nach Stuttgart zurück und muss die Enttäuschung, die im gesamtem Land verbreitet sei, schnell verarbeiten, denn "die nächste Aufgabe steht schon an und ich muss und will am Freitag gegen Hertha zu 100 Prozent für Stuttgart bereit sein".

/?proxy=REDAKTION/News/2013-2014/Training_Haggui_130910_255x310.jpg

Trainierte nun erstmals beim VfB mit: Karim Haggui

Der Innenverteidiger ist schon länger im deutsche Fußball-Oberhaus dabei, er kennt das Geschäft, weiß, worauf es ankommt und wollte nach drei Jahren in Leverkusen und vier Jahren bei Hannover 96 "unbedingt in der Bundesliga bleiben". Nun ist er seit diesem Montag endgültig in Stuttgart, begann seinen Zweijahresvertrag und trainierte mit der Mannschaft. Somit konnte er in den vergangenen Tagen selbst miterleben, was ihm sein früherer Hannoveraner und jetziger VfB Mannschaftskollege Mohammed Abdellaoue einen Tag vor der Vertragsunterschrift bereits mitteilte. "Er hat mir nur Positives über die Stimmung erzählt", sagte Karim Haggui und beschrieb seinen ersten Eindruck in der neuen Heimat als "sehr gut".

Guter Klub, gute Struktur, gute Spielerqualität

Aktuell ist er noch auf Wohnungssuche, durchforstet einige Exposés und dankte bei seiner Vorstellung der VfB Mitarbeiterin Katja Schmidt für diese Überblicke und für die Unterstützung beim Finden der neuen Bleibe. Bei der Besichtigung möglicher Objekte ist er aber keineswegs auf Hilfe angewiesen, denn er spricht fließend Deutsch und erhielt auch deswegen in Hannover zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft. "Die Sprache ist in unserem Beruf sehr wichtig, und wenn man Erfolg haben will, dann muss man sie beherrschen", sagte der im tunesischen Kasserine geborene Defensivspieler. Nach seinem Wechsel von Straßburg zu Bayer Leverkusen sei das Ankommen und Arbeiten anfangs nicht einfach gewesen, er lernte aber umgehend intensiv Deutsch und konnte nach einem Jahr ausreichend kommunizieren. "Gott sei Dank", wie er nun sagte.

Sonst wären ja auch etwaige Gespräche mit den Trainern schwierig. Ein solches hat er mit Thomas Schneider bereits geführt, von dem Karim Haggui einen "guten Eindruck" hat. "Er war selbst Profi, weiß wie ein Spieler denkt. Das macht es einfacher." Das Ziel des Innenverteidigers sei es, immer in einer guten Form zu sein und dem Team zu helfen: "Das hoffe ich hier zu erledigen." Der Coach werde letztlich entscheiden, welche Spieler auflaufen. Was er selbst in Bezug auf seine Rolle beim VfB glaubt, sei daher unwichtig. "Man muss erst einmal arbeiten und zeigen, was man kann", sagte der Rechtsfuß und ergänzte: "Ich muss zeigen, dass ich einen Platz im Kader verdiene."

Und dieser ist seiner Meinung nach hochwertig. "Solch ein Klub, mit solch einer Struktur und der vorhandenen Qualität der Spieler gehört trotz des schwierigen Starts weiterhin nach oben in der Bundesliga", sagte Karim Haggui. Der Sieg gegen die TSG Hoffenheim ist ein erster Schritt dahin gewesen, der "toll für das Selbstvertrauen war". Nun ist es wichtig, bei Hertha BSC an diesem Freitag (20.30 Uhr) nachzulegen – und wer weiß: vielleicht eignet sich nach der Begegnung in Berlin ja auch wieder die eine oder andere Fußballfloskel, um das Geschehen zu beschreiben. Am besten à la "beim VfB stand hinten die Null und vorne ging das Runde ins Eckige" oder "flach spielen, hoch gewinnen: das galt für den VfB".

/?proxy=REDAKTION/News/2013-2014/Training_20130910_606x261.jpg