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Verein, 26. Januar 2024

„!NieWieder“ – 20. Erinnerungstag im deutschen Fußball

Der VfB gedenkt und mahnt.

Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Um dieses Datum wird der Opfer des Nationalsozialismus, der Überlebenden und ihrer Familien gedacht. Die Fußballfamilie erinnert in diesem Zusammenhang ebenfalls bereits seit 20 Jahren mit dem „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ daran, dass Menschen aus ihren Reihen verfolgt und ermordet wurden. Der VfB Stuttgart beteiligt sich auch in diesen Tagen wieder mit vielerlei Aktionen an diesem Gedenktag, der in diesem Jahr das entschiedene Eintreten gegen Antisemitismus als Themenschwerpunkt hat.

Begegnungen

Bereits am 10. Januar 2024 folgten VfB-Präsident Claus Vogt, der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle und der Vorstand für Marketing und Vertrieb Rouven Kasper einer Einladung der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), der jüdischen Gemeinde für den württembergischen Teil unseres Bundeslandes. Die drei Vorstandsmitglieder der IRGW, Frau Professor Barbara Traub, Michael Kashi und Mihail Rubinstein empfingen die VfB-Delegation vor Ort und gaben tiefe Einblicke in das Leben und Wirken sowie die Geschichte ihrer Gemeinde, deren Wurzeln in Stuttgart bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurückreichen. „Der Besuch zeigt eindrucksvoll, dass jüdisches Leben schon seit langer Zeit fester Bestandteil unserer bunten Stadtgesellschaft ist“, so VfB-Präsident Claus Vogt. Ferner wies er ausdrücklich darauf hin, dass „der VfB Stuttgart als aktiver Teil der Stadtgemeinschaft für Demokratie, für Weltoffenheit, für gelebte Vielfalt und gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung jedweder Art steht.“ Der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Vielfalt des jüdischen Gemeindelebens und betonte, dass „es für ein friedliches gesellschaftliches Miteinander grundlegend wichtig ist, durch Begegnungen gegenseitiges Verständnis füreinander zu schaffen.“

Gedenken

Wie seit dem Jahr 2019 im Rahmen des Erinnerungstags im deutschen Fußball üblich, fand am heutigen Freitagvormittag an der Gedenkstele vor dem VfB-Clubzentrum eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung statt. Der VfB Stuttgart gedachte hier gemeinsam mit Vertretern der Stadt Stuttgart, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW), der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber und der Stolperstein-Initiativen Stuttgart sowie Vertretern des Vereins sowohl seinen zwischen 1932 und 1945 ausgeschlossenen Mitgliedern als auch allen Opfern des NS-Regimes. Sämtliche Redner sendeten in ihren Beiträgen deutliche Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Gewalt und für Vielfalt, Demokratie und Völkerverständigung.

VfB-Präsidiumsmitglied Christian Riethmüller sprach allen Teilnehmern seinen Dank aus und mahnte: „Antisemitismus ist heute überall und leider auch im Fußball wieder rasant auf dem Vormarsch und die Zugehörigkeit von Juden zu unserer Gemeinschaft wird in Frage gestellt. Nie wieder ist genau jetzt! Daher dürfen wir gerade vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte hier und heute nicht nachlassen, die Werte Frieden und Freiheit, Demokratie und Vielfalt immer wieder aufs Neue auszusprechen und entschieden zu verteidigen. Unsere Vereinsgeschichte lehrt uns, dass antidemokratische und totalitäre Kräfte stets eng mit Antisemitismus verknüpft sind. Wer jüdisches Leben in Frage stellt, attackiert unsere Werte und unsere Demokratie.“

In seinem Redebeitrag hob Herr Dr. Clemens Maier, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart die Wichtigkeit des Engagements in dieser Zeit hervor: „Es ist ein gutes Zeichen, dass der VfB und die vielen anderen Vereine der Opfer des Nationalsozialismus gedenken und ein Zeichen setzten gegen Antisemitismus, Gewalt und politischen Extremismus. Die Fußballvereine erreichen ein großes Publikum und tragen auf diese Weise dazu bei, die Demokratie zu stützen und für ein tolerantes und friedliches Zusammenleben zu werben.

Frau Brigitte Lösch, Vorsitzende der Initiative Hotel Silber, forderte in ihrer Rede: „Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine Aufgabe der Stadtgesellschaft und auch der Fußballfamilie. Gerade aus unserer Vergangenheit zu lernen, damit sich Geschichte nicht wiederholt, dafür müssen wir Verantwortung tragen. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass Antisemitismus, Rechtsextremismus und jedes menschenverachtende Denken und Handeln keinen Platz in unserer Gesellschaft mehr hat!“

Herr Werner Schmidt von den Stolperstein-Initiativen Stuttgart rief anschließend dazu auf: „Für unsere demokratischen Grundwerte brauchen wir eine solide Verteidigung! Zeigen wir deshalb gemeinsam den Rechtsextremen die ROTE KARTE!“

Herr Mihail Rubinstein, Vorstandsmitglied der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, hielt in seiner Rede fest: „Frieden und Versöhnung sind nur möglich, wo Freiheit und Demokratie herrschen. Dies sind die Werte, die uns auch die Mütter und Väter unserer Verfassung mitgegeben haben. Gleichzeitig dürfen wir aus unserem heutigen, gemeinsamen Gedenken die Zuversicht mitnehmen, dass Frieden und Versöhnung immer möglich sind: So, wie wir heute an diesem Ort gemeinsam gedenken. Gemeinsam gedenken an – und gemeinsam gedenken trotz der in den Todesfabriken von Auschwitz, Majdanek und Treblinka ermordeten Menschen.“

Nach einem Psalmgebet des Kantors Nathan Goldman übergab das VfB-Präsidiumsmitglied Christian Riethmüller am Ende der würdevollen Veranstaltung symbolisch einen Spendenscheck der VfB-Stiftung „Brustring der Herzen“ an Herrn Rubinstein in seiner Eigenschaft als Vertreter der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. und brachte die uneingeschränkte Solidarität mit Israel in dieser schweren Zeit nochmals zum Ausdruck.

Aufruf

Nachdem die MHP Arena bereits in der Nacht zum vergangenen Montag als sichtbares Zeichen der Solidarität in Regenbogenfarben erstrahlte, wird die VfB-Heimspielstätte vor dem morgigen Heimspiel wieder der Ort sein, in dem der VfB Stuttgart im Rahmen des diesjährigen Erinnerungstages im deutschen Fußball im Stadionprogramm ein weiteres wichtiges Zeichen setzen.

Schon jetzt bittet der VfB all seine Fans hierbei um tatkräftige Unterstützung.