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Profis, 3. January 2021

Eine Niederlage als Teil des Entwicklungsprozesses

Nach dem 0:1 gegen RB Leipzig sagt VfB Sportdirektor Sven Mislintat: „Wir haben am 14. Spieltag erstmals in dieser Saison ein Spiel verdient verloren. Ich bin aber positiv überrascht, was die Mannschaft gegen so einen Gegner imstande ist zu leisten.“

Der ehemalige Skisprung-Star Sven Hannawald wird am Sonntagabend in der ARD-Sportschau (ab 17:30 Uhr) das Achtelfinale im DFB Pokal auslosen. Bei mindestens acht der 15 möglichen Gegner des VfB – das Zweitrundenduell des FC Bayern gegen Zweitligist Holstein Kiel findet erst noch statt – handelt es sich um Bundesligisten. Der Mannschaft von Cheftrainer Pellegrino Matarazzo muss deswegen aber keineswegs Angst und Bange sein vor dem Pokalspiel am 2. oder 3. Februar. Denn das Team mit dem Brustring hat zwar am Samstagabend sein Heimspiel gegen RB Leipzig mit 0:1 verloren. Doch obwohl der wettbewerbsübergreifend nun seit neun Pflichtspielen unbesiegte Champions-League-Halbfinalist der vergangenen Saison einen verdienten Sieg einfuhr, lieferte die Partie zugleich auch wieder den Beweis, dass der VfB in dieser Saison in keinem Bundesligaspiel völlig chancenlos ist. „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, in der es fast ein Spiel auf Augenhöhe war und wir auch unsere Chancen hatten“, sagt Pellegrino Matarazzo, „in der zweiten Hälfte mussten wir ein bisschen leiden, vor allem in den ersten 25 Minuten hatten wir da ein paar Fehler drin und haben die Zweikämpfe verloren. In der Schlussphase hat man aber wieder unsere Comeback-Fähigkeiten gesehen. Wir haben Leidenschaft gezeigt, viel investiert und hätten mit ein bisschen Glück das 1:1 erzielt.“ Alles in allem gehe der Leipziger Sieg aber in Ordnung.

Ganz genauso sieht das Sven Mislintat. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der man nicht gesehen hat, dass in diesem Spiel ein Aufsteiger gegen einen Meisterschaftsaspiranten spielt“, sagt er, „in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit haben wir uns dann mit Fehlern, durch die Leipzig zu größeren Chancen kam, aus dem Konzept gebracht. Und dann wird es schwierig, gegen die Qualität, die in dieser Leipziger Mannschaft steckt, zu verteidigen. Zudem hat sie dann auch gezeigt, warum sie die beste Defensive der Liga ist. Gegen Ende waren wir aber wieder gut im Spiel und hätten gerne noch ein dreckiges 1:1 mitgenommen.“ Die Chance dazu war da. Denn im Spiel gegen eine Mannschaft, die in 14 Bundesligapartien nur neun Gegentore zuließ, kam der VfB zwar nur selten gefährlich vors Tor, dennoch hatte er bis zuletzt die Möglichkeit auf einen Punktgewinn. Das lag daran, dass die Leipziger ihrerseits zwar gerade in der zweiten Hälfte mehrere Torchancen hatten, aber allen voran immer wieder am stark haltenden Gregor Kobel scheiterten. „Wir haben einen sehr guten Keeper im Tor, der gestern ein überragendes Spiel gemacht hat“, lobt Sven Mislintat. Unter anderem wehrte er in der 22. Minute mit einer starken Parade einen Elfmeter ab. Und so bot sich der Mannschaft mit dem Brustring kurz vor Schluss noch die große Chance zum 1:1, als Waldemar Anton nach einem Zuspiel von Nicolas Gonzalez im Strafraum frei vor Peter Gulacsi auftauchte. Weil aber auch der Leipziger Schlussmann in dieser Szene eine Glanzparade zeigte, blieb es beim 0:1.

Eine Niederlage, die es ganz ohne Groll zu akzeptieren gilt. „Wir haben am 14. Spieltag erstmals ein Spiel verdient verloren. Das gegen eine Mannschaft, die über eine hervorragende individuelle Qualität verfügt und seit Jahren dasselbe Konzept verfolgt, nun eben mit dem Aufsatz Julian Nagelsmann als Trainer. Und die am Spieltag auf dem Platz die mit Abstand beste Mannschaft war, gegen die wir in dieser Saison gespielt haben“, verdeutlicht Sven Mislintat, „da kann man als Aufsteiger auch mal sagen, dass diese Niederlage dann okay ist.“ Vielmehr sei die Partie mit Blick auf die Zukunft auch eine hilfreiche Erfahrung und habe positive Erkenntnisse geliefert: „Wir brauchen solche Spiele, um uns weiterzuentwickeln. Ich bin positiv überrascht, was unsere Mannschaft gegen so ein Team imstande ist zu leisten“, sagt Sven Mislintat, „wir wollten der maximal unbequemste Gegner sein – und das waren wir. Wenn es dann gegen RB Leipzig nicht zum Punkt reicht, machen wir einen Strich drunter. Es ist Teil des Entwicklungsprozesses gegen RB Leipzig zu verlieren, die Erfahrungen aus diesem Spiel bringen uns weiter.“ Und sollen dann schon am kommenden Sonntag im nächsten Bundesligaspiel beim FC Augsburg wieder zu Punkten führen.