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Profis, 2. December 2019

"Haben die Wachheit vermissen lassen"

Beim 1:2 in Sandhausen hat es der VfB verpasst, „den Schwung und die Schärfe aus dem Derby mitzunehmen“ und ist nun gefragt, für das Heimspiel gegen Nürnberg „eine Antwort zu finden“.

Nicht einmal eine Minute war gespielt, als für den VfB und seine zahlreich mitgereisten Anhänger im Sandhäuser Stadion am Hardtwald schlechte Erinnerungen an das vorangegangene Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück hochkamen. Während in Osnabrück eine Flanke von rechts in der vierten Minute zum 0:1-Rückstand für das Team von Tim Walter führte, waren in Sandhausen gerade einmal 44 Sekunden von der Uhr gelaufen, als aus einer ähnlichen Situation der Rückstand resultierte. „Dabei waren wir gewarnt und haben dennoch die Wachheit in der Anfangsphase vermissen lassen", ärgerte sich VfB Cheftrainer Tim Walter am Morgen nach der Auswärtsniederlage über das frühe Gegentor.

„Vor dem Spiel gestern waren wir eine der besten Mannschaften im Verteidigen von Standards“, sagte Tim Walter mit Blick auf die bis dato wenigen Gegentore durch Eck- bzw. Kopfbälle. Gegen den kopfballstarken Karlsruher SC habe sein Team in der Vorwoche „alle Standards wegverteidigt. Wir waren defensiv stabiler, die Absicherung bei Ballverlust ist besser und beim Verteidigen von Kontern sind wir stabiler geworden. Jetzt kassieren wir gleich zwei Gegentore nach Standards“, bemängelte der 44-Jährige das Defensivverhalten seiner Spieler.

„Wir wurden in den ersten Minuten gleich für den ersten Fehler bestraft. Das frühe Tor hilft dem Gegner natürlich, tiefer zu stehen und noch mehr Räume zu schließen“, sagte Sven Mislintat am Rande des Spielersatztrainings am Montagmorgen. „Insbesondere in der Anfangsphase ist es uns überhaupt nicht gelungen, den Schwung und die Schärfe aus dem Derby mitzunehmen. Wir wenden unheimlich viel auf, aber schaffen es nicht, das Momentum in bestimmten Phasen für uns zu nutzen. Das hat mit den angesprochenen Unaufmerksamkeiten bei den Standards, aber auch mit Konsequenz und Effizienz zu tun“, so die Analyse des VfB Sportdirektors.

"Noch mehr Optionen schaffen und unberechenbarer werden"

Die Konsequenz und Effizienz vor dem gegnerischen Tor konnte man Mario Gomez am Sonntag in Sandhausen nicht absprechen. Gleich dreimal traf der 34-jährige VfB Stürmer bei seinem zweiten Startelfeinsatz in Folge – einmal zum vermeintlichen Ausgleich, zweimal zum vermeintlichen Anschluss. Doch gleich dreimal sollten seine durchaus sehenswerten Treffer nicht zählen, da der Offensivroutinier jeweils wenige Zentimeter im Abseits stand.

So halfen am Ende auch 24 zu drei Flanken, 15 zu sechs Ecken und 24 zu 16 Torschüsse für den VfB nichts. Denn während eine der insgesamt drei Sandhäuser Flanken zum 1:0 führte, erhöhten die Hausherren nach einer ihrer sechs Ecken in der 24. Minute auf 2:0. Auch das dritte Saisontor in den vergangenen fünf Ligaspielen von Silas Wamangituka zum 1:2 in der 89. Minute kam zu spät, um die dritte Auswärtsniederlage der Saison noch abzuwenden.

„Wir schütteln uns und krempeln die Ärmel hoch. Wir werden tagtäglich weiter an uns arbeiten, uns weiterentwickeln, Dinge nachjustieren und im Heimspiel am Montag gegen Nürnberg eine Antwort finden. An der Art und Weise, wie wir grundsätzlich Fußball spielen, besteht bei uns kein Zweifel. Dennoch müssen wir noch mehr Optionen schaffen und unberechenbarer werden“, sagte Tim Walter zu Wochenbeginn.

Insbesondere bei Letzterem könnte Daniel Didavi, der am Montag mit der Mannschaft trainierte und weiter an seinem Comeback arbeitete, schon bald wieder mithelfen. „Dida ist ein wichtiger Spieler und nicht so leicht zu ersetzen, keine Frage.“ Wenn er die Trainingswoche gut verträgt, könnte der 29-jährige Mittelfeldspieler nach Einschätzung des Trainers neben dem in Sandhausen zurückgekehrten Borna Sosa für das Spiel am Montag noch eine Option mehr sein.