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Profis, 25. November 2019

"Wir haben unser souveränstes Spiel gemacht"

Nach dem Derbysieg gegen den KSC fordert Sportdirektor Sven Mislintat, „solche souveränen Spiele konstant auf den Platz zu bekommen und am besten in Sandhausen damit weiterzumachen“.

Dass die Chancenverwertung „in den vergangenen Wochen schon ein Thema“ war, daraus hatte Tim Walter vor dem mit Spannung erwarteten Derby gegen den Karlsruher SC ebenso wenig einen Hehl gemacht, wie aus der Marschroute für seine Mannschaft, möglichst kein Gegentor zu bekommen. Und in beiden Belangen sollte der VfB Cheftrainer von seinen Spielern am Sonntag in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena alles andere als enttäuscht werden.

So stand nach etwas mehr als 90 Minuten der sechste Heimsieg der Saison zu Buche. Und dieser Erfolg, für den die Mannschaft mit dem Brustring nach dem Schlusspfiff als verdienter Derbysieger vor der Cannstatter Kurve gefeiert wurde, war in vielerlei Hinsicht mehr als nur die drei Punkte auf dem Papier wert. Denn nachdem das Team von Tim Walter das etwa eine Stunde dauernde Geduldsspiel gewann und Philipp Förster die zu diesem Zeitpunkt überfällige Führung erzwang, belohnte sich der VfB mit zwei weiteren Treffern des Tordebütanten Orel Mangala (75. Minute) und des Jokers Hamadi Al Ghaddioui (90+3. Minute) – und schlussendlich mit dem bis dato deutlichsten Sieg in dieser Saison.

Neben der im Vergleich zu den Vorwochen verbesserten Offensiv-Ausbeute von drei Treffern aus 17 Torschüssen bildete vor allem auch eine der bislang besten Defensivleistungen den Grundstein für einen überzeugenden Derbysieg: „Wir haben heute alles wegverteidigt und bis auf einen Pfostenschuss kaum etwas zugelassen“, zeigte sich Tim Walter nach dem Heimsieg am Sonntag zufrieden. So behielten VfB Keeper Gregor Kobel und seine Vordermänner zum vierten Mal in dieser Saison eine weiße Weste und blieben ohne Gegentor. „Wir haben defensiv wahrscheinlich unser souveränstes Spiel gemacht“, stimmte Sportdirektor Sven Mislintat beim Spielersatztraining am Montagmorgen Tim Walter zu. So war neben den Spielstatistiken von 60 zu 40 Prozent Ballbesitz, von 56 zu 44 Prozent gewonnener Zweikämpfe und von 88 zu 68 Prozent angekommener Pässe auch am Endergebnis nichts auszusetzen.

14. Spieltag: VfB - Karlsruher SC

Gelungenes Startelf- und Tordebüt als i-Tüpfelchen

Dass der Fußball und insbesondere seine Derbys manchmal die schönsten Geschichten schreiben, war am Sonntagnachmittag vor allem für drei VfB Akteure das i-Tüpfelchen des Tages. Sven Mislintat sprach zwar davon, „dass wir dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung viel gutgemacht haben. Das müssen wir konstant auf den Platz bekommen und am besten in Sandhausen damit weitermachen.“ Ein Sonderlob für Wataru Endo angesichts seines gelungenen Startelfdebüts hatte der Sportdirektor dennoch übrig: „Wataru ist im Sommer erst spät zur Truppe gestoßen und war immer wieder auf langen Länderspielreisen. Gestern war er ein wichtiger Baustein, man kann auf der Sechs nicht viel besser spielen.“

Über den Derbysieg hinaus konnte sich Orel Mangala über sein erstes Tor im Trikot mit dem Brustring sowie in der 2. Bundesliga freuen. Doch damit hatte der belgische U21-Nationalspieler noch nicht genug. In der dritten Minute der Nachspielzeit lieferte der 21-jährige Mittelfeldspieler den mustergültigen Assist zum 3:0-Endstand durch Hamadi Al Ghaddioui. Der VfB Stürmer wiederum bejubelte nicht nur seinen fünften Treffer in der Liga und mit zwei weiteren im Pokal seinen insgesamt siebten in dieser Saison. Das 3:0 war zugleich bereits das vierte Jokertor des 29-Jährigen. In den Pokalspielen gegen Hansa Rostock und den Hamburger SV sowie in den Ligaspielen gegen Regensburg und Karlsruhe erzielte er als Joker jeweils ein Tor – alle vier Duelle entschied der VfB für sich.

Der einzige Wermutstropfen des sonst so souveränen Derbysiegs blieb die Rote Karte gegen Marc Oliver Kempf in der 87. Minute. „Dass das nicht clever war, weiß Marc selbst und er hat sich nach dem Spiel bereits bei Christoph Kobald entschuldigt. Aber dass es die erste Rote Karte seiner Karriere war, zeigt auch, dass er mit keiner bösen Absicht in solche Zweikämpfe geht“, sagte Sven Mislintat am Montag. Während der Kapitän dem VfB zumindest für das nächste Spiel beim SV Sandhausen am Sonntag (13:30 Uhr) fehlen wird, arbeitete ein Rekonvaleszent zu Wochenbeginn individuell an seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining. Dass Daniel Didavi für das letzte Heimspiel des Jahres gegen den 1. FC Nürnberg in zwei Wochen (Montag, 9. Dezember, 20:30 Uhr, zu den Tickets) wieder fit und einsatzfähig sein könnte, lautete die zuversichtliche Prognose von Sven Mislintat.