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Frauen 24. April 2026

„Neckarufer erinnert an Heimat“

Von der Weser an den Neckar: Die erfahrene Bundesligaspielerin Reena Wichmann spricht bei einem Spaziergang am Cannstatter Neckarufer für die neue Ausgabe der stadion aktuell über ihren Alltag abseits des Fußballs, ihre Zeit beim SV Werder Bremen und den Saisonendspurt in der 2. Frauen-Bundesliga.

Hallo Reena, du bist jetzt seit knapp drei Monaten beim VfB. Konntest du dich hier in Stuttgart schon gut einleben?

Reena: „Ja, auf jeden Fall. Den ersten Monat habe ich noch im Hotel gewohnt, aber seit Anfang März habe ich eine eigene Wohnung. Inzwischen konnte ich die Stadt und die Leute richtig kennenlernen.“

Hast du schon einen Lieblingsort für dich entdeckt?

Reena: „Ja, ich war schon mehrmals im Schlosspark. Er ist mir direkt aufgefallen, weil er sich vom Rest der Stadt abhebt. Was Cafés angeht, frage ich lieber meine Mitspielerinnen – die kennen sich in dieser Hinsicht besser aus als ich. (lacht)“

 

Wie sieht dein Alltag abseits des Fußballs aus?

Reena: „Ich habe Informatik studiert und bin als Softwareentwicklerin tätig. Aktuell arbeite ich von Montag bis Donnerstag im Homeoffice, was sich gut mit dem Training verbinden lässt. Danach gehe ich gerne in ein Café, treffe mich mit Leuten oder lese.“

Zu Werder Bremen hast du eine besondere Verbindung: Aus der Jugendabteilung führte dich dein Weg bis in den Profikader. Du hast dort 188 Spiele absolviert und 25 Tore erzielt. Wie blickst du auf deine Zeit in Bremen zurück?

Reena: „Meine Zeit in Bremen verbinde ich ausschließlich mit positiven Erinnerungen. Bremen ist meine Heimat – meine Familie und Freunde leben dort, zu meiner ehemaligen Mannschaft habe ich noch engen Kontakt. Außerdem bin ich in Bremen zur Schule gegangen. Deshalb freue ich mich jedes Mal, an freien Tagen dort zu sein.“

In der vergangenen Saison standest du mit Werder Bremen im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München. Was hat dir dieser Moment bedeutet?

Reena: „Sehr viel. Das war für uns alle ein unglaublich besonderer Moment und unser bislang größter Erfolg. Auch wenn wir gegen den FC Bayern München verloren haben (Anm. d. Red.: 2:4, Reena absolvierte 68 Spielminuten), war die gesamte Pokalreise, allen voran das Halbfinale im ausverkauften Volksparkstadion in Hamburg, unvergesslich.“

Wenn ich am Neckarufer entlanglaufe, denke ich oft an die Weser.

Wir befinden uns gerade am Neckarufer. Welche Gemeinsamkeiten siehst du zwischen Stuttgart und Bremen?

Reena: „Es ist interessant, weil ich vieles miteinander vergleiche. Wenn ich am Neckarufer entlanglaufe, denke ich oft an die Weser. Auch das Frühlingfest in Stuttgart erinnert mich an den Freimarkt oder die Osterwiese in Bremen. Beides gefällt mir auf seine Art richtig gut.“

Wie glaubst du, wird das Spiel der Profis ausgehen?

Reena: „Für beide Mannschaften geht es noch um viel – der VfB spielt um die UEFA Champions League-Plätze, Werder Bremen um den Klassenerhalt. Ich glaube, dass Stuttgart gewinnt.“

Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl und harmoniere mit den Mädels immer besser auf dem Platz.

Gegen den VfR Warbeyen ist dir dein erster Treffer in Weiß-Rot gelungen. Wie hat sich das für dich angefühlt?

Reena: „Das war ein tolles Gefühl (Anm. d. Red.: Treffer zur 2:0-Führung, 32. Spielminute). Für mich ist das auch ein Zeichen, dass ich in Stuttgart angekommen bin. Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl und harmoniere mit den Mädels immer besser auf dem Platz.“

Wer sind deine Bezugspersonen in der Mannschaft?

Reena: „Fabienne (Anm. d. Red.: Dongus) und Tamar (Anm. d. Red.: Dongus) haben mir in meiner Anfangszeit sehr geholfen, aber auch Joy (Anm. d. Red.: Castor) und Julia (Anm. d. Red.: Glaser) gehören dazu. In der Kabine habe ich mich direkt neben die beiden gesetzt, weil sie eine sehr positive Ausstrahlung hatten und es mir dadurch leichtgefallen ist, Anschluss zu finden.“

Es stehen nur noch vier Ligaspiele aus. Worauf wird es im Saisonendspurt ankommen?

Reena: „Das Spiel gegen den SV Meppen wird sehr wichtig sein, weil es gegen einen direkten Konkurrenten geht. In den verbleibenden Partien müssen wir alles reinwerfen, sicher stehen und auf unsere offensiven Qualitäten vertrauen.“