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Frauen 28. Februar 2026

Richtig angekommen

Seit fast sieben Monaten spielt Haruka Osawa für den VfB Stuttgart – und hat in dieser Zeit nicht nur sportlich, sondern auch persönlich viele neue Erfahrungen gesammelt. Der Schritt nach Deutschland bedeutete einen Neuanfang fernab ihrer Heimat Japan.

Im Interview in der neuen Ausgabe der stadion aktuell spricht die VfB-Stürmerin über ihr Ankommen in Stuttgart, besondere Momente und ihre Ziele für die restliche Saison.

Hallo, Haruka. Du bist nun seit fast sieben Monaten beim VfB. Wie hast du die Zeit erlebt?

Haruka: „Am Anfang wusste ich nicht genau, was mich erwartet, da es mein erstes Mal ist, im Ausland zu leben. Aber dank meiner Mitspielerinnen, der Trainer und des gesamten Staffs fühle ich mich inzwischen sehr wohl hier und bin richtig angekommen.“

Noch schöner war es, diese Momente gemeinsam mit meinen Mitspielerinnen zu feiern – da habe ich mich wirklich als Teil des Teams gefühlt.

In diesen Monaten gab es sicher besondere Momente. Was war bisher dein persönliches Highlight beim VfB?

Haruka: „Mein erstes Ligaspiel gegen den FC Bayern München II werde ich definitiv nie vergessen. Zwei Tore zu erzielen, war ein unglaubliches Gefühl. Aber noch schöner war es, diese Momente gemeinsam mit meinen Mitspielerinnen zu feiern – da habe ich mich wirklich als Teil des Teams gefühlt.“

Du hast dich mittlerweile nicht nur sportlich, sondern auch privat eingelebt. Wie erlebst du dein Leben in Deutschland und was ist für dich der größte Unterschied zu deiner Heimat Japan?

Haruka: „Natürlich gibt es viele Unterschiede, aber ich genieße mein Leben hier sehr. Ein großes Thema ist zum Beispiel das Essen. Zu Hause koche ich meistens japanisch, aber beim Einkaufen probiere ich auch gerne neue deutsche Produkte aus. Mein aktueller Favorit sind Mohnbrötchen.“

Ich schätze die Fußballkultur in Deutschland sehr. Ich liebe es, wie stark der Fußball hier in den Alltag integriert ist und wie einzigartig die Stimmung in den Stadien ist.

Was schätzt du besonders an Deutschland – und was vermisst du im Gegenzug am meisten an Japan?

Haruka: „Ich schätze die Fußballkultur in Deutschland sehr. Ich liebe es, wie stark der Fußball hier in den Alltag integriert ist und wie einzigartig die Stimmung in den Stadien ist. Deutsche und Japaner ähneln sich in ihrer Mentalität – eher ruhig und zurückhaltend. Deshalb war ich anfangs etwas überrascht, wie emotional die Menschen hier beim Fußball mitfiebern. Genau das begeistert mich aber sehr. Natürlich vermisse ich auch meine Familie und meine Freunde in Japan sehr und halte regelmäßig Kontakt zu ihnen.“

Du hast diesen Schritt ins Ausland nicht allein gemacht. Welche Rolle spielt Yuka in deinem Alltag und wie hat sie dir geholfen, dich hier einzuleben?

Haruka: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich ohne Yuka machen würde. Sie unterstützt mich in nahezu allen Bereichen – auf und neben dem Platz. Dank ihr konnte ich mich problemlos einleben und an das Leben hier anpassen. Wir kochen oft gemeinsam japanisch oder unternehmen kleine Ausflüge in die Umgebung.“

Ich möchte ihnen zeigen, dass man mit harter Arbeit und Hingabe diese Herausforderungen meistern kann. Deshalb bedeutet es mir sehr viel, sie bei unseren Spielen auf der Tribüne zu sehen.

Du hast vorhin schon angesprochen, wie wichtig dir Verbundenheit ist. Stehst du in Kontakt mit der japanischen Community in Stuttgart und wie erlebst du deren Unterstützung – bei Spielen oder auch darüber hinaus?

Haruka: „Neben meinem ersten Ligaspiel war unser Besuch in der Japanischen Schule Stuttgart im vergangenen Jahr ein ganz besonderes Highlight für mich. Zum ersten Mal fernab von Japan zu leben, ist nicht immer einfach. Deshalb war es schön, so viele Japanerinnen und Japaner zu treffen und zu wissen, dass ich hier ein unterstützendes Netzwerk habe.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das Leben in einem fremden Land viele Herausforderungen mit sich bringt und manchmal auch einsam sein kann. Gerade Kinder fühlen sich vielleicht ähnlich. Ich möchte ihnen zeigen, dass man mit harter Arbeit und Hingabe diese Herausforderungen meistern kann. Deshalb bedeutet es mir sehr viel, sie bei unseren Spielen auf der Tribüne zu sehen.“

Abschließend: Welche sportlichen und persönlichen Ziele hast du dir für den restlichen Verlauf der Saison beim VfB gesetzt?

Haruka: „Mein klares Ziel ist der Aufstieg, und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir das gemeinsam schaffen. Egal, ob ich von Anfang an spiele oder von der Bank komme – ich will jedes Mal Einfluss auf das Spiel nehmen und Tore erzielen, wenn ich auf dem Platz stehe.“