Der Aufstieg in die Google Pixel Frauen-Bundesliga ist nun wenige Wochen alt. Wie wurde dieser Erfolg gefeiert?
Sascha Glass: „Der Schlusspfiff im letzten Heimspiel gegen Wolfsburg II war sehr emotional. Es war sehr schön für uns, dass wir den Aufstieg samt Meisterschaft schon vor heimischem Publikum gesichert haben. Im Anschluss an unser letztes Saisonspiel in Sand sind wir abends nochmals alle zusammengekommen und haben gemeinsam im Kreise der VfB-Familie diese herausragende Saison gefeiert und ausklingen lassen.“
Dein Weg führte mit den VfB Frauen von der Oberliga Baden-Württemberg bis in die Bundesliga – direkt und in Rekordzeit. Wie blickst du auf deine letzten drei Spielzeiten beim VfB?
Sascha Glass: „Es ist schon bemerkenswert, wenn wir uns vor Augen führen, wo wir vor drei Jahren begonnen haben und wie sich über die Jahre hinweg alles entwickelt hat. Nicht nur sportlich, auch infrastrukturell. Unsere neuen Trainingsplätze an der Mercedesstraße sind überragend. Selten habe ich auf solch guten Plätzen trainieren dürfen. Das sind auch im Zuge der Professionalisierung wichtige Aspekte. Wir gehörten zwar in jeder Spielzeit zu den Top-Favoriten, dennoch war es kein einfacher Durchmarsch. Wir haben die Rolle angenommen und uns nicht kleingemacht. Das Ergebnis ist überragend. Mein Dank gilt allen Beteiligten der vergangenen drei Jahre – unserem Vorstand und Präsidium, den Mitarbeitenden, unseren Fans, Spielerinnen und selbstverständlich auch Heiko Gerber, der als Cheftrainer über drei Jahre hinweg einen großen Anteil daran hat.“
Was wird sich in der kommenden Spielzeit ändern?
Sascha Glass: „Wir haben aktuell schon einen guten Weg in den letzten Wochen eingeschlagen und sehr ruhig und sachlich gearbeitet. Nico Schneck hat nochmal neuen Schwung reingebracht und das Team ab seiner ersten Ansprache direkt erreicht. Zur neuen Saison bekommen wir zudem unsere erste eigene Kabine. Ich kenne wenige Vereine, die sich in so kurzer Zeit so gut weiterentwickelt haben, wie der VfB. Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht und gehen Step by Step weiter.“
Kannst du uns bereits einen Einblick in die Kaderplanung für die Bundesliga geben?
Sascha Glass: „Zu unserem Weg gehört leider auch dazu, dass wir uns von Spielerinnen verabschieden mussten und neue Gesichter in unseren Reihen dazu bekommen werden. Ein paar Neuzugänge sind bereits bekannt. Zunächst aber vielen Dank an diejenigen, die zum Teil von Tag eins an dabei waren und in den vergangenen Jahren Großartiges für den Club geleistet haben. Die eine oder andere wird uns erfreulicherweise in Team zwei in der Oberliga erhalten bleiben. Mit einem Blick auf den Unterbau und unsere Talente sind wir auf einem sehr guten Weg. Die Erfolge sprechen für sich: Drei Meisterschaften, drei wfv-Pokalsiege – zudem steht unsere U17 im DFB-Pokalfinale. Die gute Arbeit zeichnet sich teamübergreifend aus und wird auch in den kommenden Jahren eine große Bedeutung haben.“
Du sprichst die gute interne Zusammenarbeit an. War dies auch einer der Gründe, die für deine Vertragsverlängerung bei uns gesprochen haben?
Sascha Glass: „Definitiv. Alexander Wehrle kenne ich schon aus meiner Zeit beim 1. FC Köln. Er war einer der Gründe, weshalb ich damals zum VfB gekommen bin. Mit Fabian Wohlgemuth bin ich regelmäßig in sehr gutem Austausch. Ich spüre von meinen Vorgesetzten ein großes Vertrauen für meine Arbeit. Beide stehen voll hinter dem Thema Frauenfußball beim VfB und das ist im gesamten Club spürbar. Dass wir den VfB als großartigen Traditionsclub in die Bundesliga gebracht haben, ist überragend. Es war immer unser Ziel – dass es so schnell geklappt hat, ist umso schöner.“
Was bedeutet die langfristige Planung für dich privat?
Sascha Glass: „Meine Familie fühlt sich wohl in Stuttgart. Unsere Kinder gehen mittlerweile hier in den Kindergarten. Wir können jetzt etwas längerfristiger planen. Der erste Schritt ist gemacht, wir sind beim VfB jedoch noch lange nicht am Ziel. Das Spiel in der MHP Arena hat uns gezeigt, welche Bedeutung der Frauenfußball in der Region hat. Die Arbeit beim VfB macht mir großen Spaß und ich freue mich auf den weiteren gemeinsamen Weg.“
Bundesliga-Frauenfußball hat für die Region eine besondere Strahlkraft. Wie schätzt du die sportliche Rolle des VfB in der kommenden Saison ein?
Sascha Glass: „In den nächsten ein, zwei Jahren geht es darum, den VfB-Frauenfußball in der Bundesliga zu festigen und zu etablieren. Man sieht, welche Clubs nachkommen können – darunter der BVB, Schalke 04 oder Viktoria Berlin. Wir müssen schauen, dass wir den Anschluss nicht verlieren, uns neue Ziele stecken und in der Bundesliga weiterhin ambitioniert bleiben.“
Gibt es eine Begegnung, auf die du dich besonders freust?
Sascha Glass: „Natürlich sind die Begegnungen mit meinen vorherigen Stationen als Trainer in Wolfsburg, Köln oder Frankfurt besonders. Aber auch teamübergreifend habe ich einige Nachrichten und Glückwünsche der Trainer oder Clubverantwortlichen aus der Bundesliga erhalten, die sich alle auf uns freuen. Das können wir nur erwidern.“
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