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Profis 11. Januar 2026

Das Ende einer Negativserie

Nach zahlreichen späten Rückschlägen in den vergangenen Duellen legen die Jungs aus Cannstatt beim Auswärtsspiel in Leverkusen einen vor allem in der ersten Halbzeit spektakulären Auftritt hin. Das 4:1 nach 90 Minuten ist das Ergebnis einer in allen Teilen herausragenden Mannschaftsleistung.

Bundesliga, DFB-Pokal, DFL-Supercup: Wenn der VfB und Bayer Leverkusen in den vergangenen drei Jahren aufeinandertrafen, war ein Spektakel auf dem Rasen meist garantiert. Siebenmal duellierten sich beide Clubs seit dem Amtsantritt von Sebastian Hoeneß im Frühjahr 2023, am Samstag folgte Partie Nummer acht. Beim ersten Aufeinandertreffen am drittletzten Spieltag der Saison 2022/2023 kam der VfB, damals tief im Abstiegskampf, trotz Überlegenheit und Führung nur zu einem 1:1. Auch wenn damals noch nicht abzusehen war, dass sich hier der Vizemeister und der Meister der Folgesaison gegenüberstanden, bot die Partie bereits einen Vorgeschmack auf kommende Duelle.

Immer auf Augenhöhe, fast immer späte Rückschläge

In der Saison 2023/2024 begegneten sich beide Teams auf hohem Niveau. Das Hinspiel in der MHP Arena endete erneut 1:1, während der VfB in Leverkusen gleich mehrfach spät den Kürzeren zog. Im DFB-Pokal fiel die Entscheidung durch ein Gegentor in der 90. Minute, in der Bundesliga gelang Bayer 04 in der Nachspielzeit der Ausgleich (2:2). Auch im DFL-Supercup glich Leverkusen spät aus und gewann anschließend im Elfmeterschießen (6:5 n.E.). Das bislang letzte Bundesliga-Spiel in Stuttgart entschieden die Gäste in der Vorsaison durch zwei Treffer nach der 88. Minute sogar noch mit 4:3 für sich.

Das Spiel am Samstagabend, das achte Duell unter Sebastian Hoeneß und in dieser Zeit das erste gegen einen anderen Cheftrainer als Xabi Alonso, verlief in vielerlei Hinsicht anders. Von Beginn an zeigte der VfB ein intensives Pressing, schnelles Umschaltspiel und Effizienz vor dem Tor. „In den letzten Jahren haben wir oft den Kürzeren gezogen. Heute war der Sieg sehr verdient, weil wir Leverkusen keine Entfaltungsmöglichkeiten geboten haben und gezeigt haben, dass sich in den vergangenen Monaten und Jahren einiges angestaut hat. Es war eine herausragende Mannschaftsleistung“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach Spielende.

„So einfach kann Fußball sein“

„Unser Auftritt in der ersten halben Stunde war nahezu perfekt. Wir waren mutig und haben sehr früh gepresst. Auf diese Weise konnten wir viel Gefahr kreieren und sind zu drei Toren gekommen. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, erklärte Cheftrainer Sebastian Hoeneß, der betonte, dass alle Spieler ihren Anteil am ersten Sieg gegen Leverkusen seit April 2018 hatten. Atakan Karazor etwa meldete Aleix Garcia, Dreh- und Angelpunkt im Leverkusener Spiel, über 90 Minuten ab, Jeff Chabot und Maximilian Mittelstädt leiteten mit hohen Balleroberungen mehrere Treffer ein.

Alexander Nübel zeigte auf der anderen Seite starke Rettungsaktionen, während Jamie Leweling in seinem 125. Bundesliga-Spiel erstmals doppelt traf und auch defensiv überzeugte. „Wir waren von Beginn an in jeder Aktion griffig. Hinten hat Alex mit seinen Aktionen die Null gehalten und vorne haben wir die Dinger reingemacht. So einfach kann Fußball sein“, fasste der Flügelstürmer nach Abpfiff simpel, aber treffend zusammen.

Die Freude über den hochverdienten Sieg und das Ende der Negativ-Serie gegen Leverkusen war entsprechend groß. „In der ersten Halbzeit war jeder Torschuss drin. Ich habe es selten erlebt, dass wirklich alles für uns läuft. In erster Linie sind wir froh darüber, dass wir hier endlich gewinnen konnten und drei Punkte mitnehmen“, sagte Deniz Undav, der nun bei elf Toren und sechs Vorlagen in 20 Pflichtspielen der laufenden Saison steht. Schon am Dienstag haben er und seine Teamkollegen die Möglichkeit, im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt an die starke Leistung vom Samstagabend anzuknüpfen.