Grischa Prömel hat viel Freude bei seinem ersten Fotoshooting für den VfB. „Passt gut zu meinem Geburtsort“, sagt er, als er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Cannstatt“ entdeckt. Auch darüber hinaus präsentiert sich der 31-Jährige klar und aufgeräumt. Er erzählt vom VfB-Bezug in seiner Kindheit und seinem Karriereweg über die 2. Liga, spricht über den Spielstil seines neuen Arbeitgebers und seine Pläne in der Sommerpause. Das erste Interview mit Grischa Prömel nach seinem Wechsel, präsentiert von „Team Partner“ Egetrans:
Hallo Grischa, ein herzliches Willkommen beim Club aus Cannstatt. Was gab für dich den Ausschlag, zum VfB zu wechseln?
Grischa: „Tatsächlich steckt dieser Wunsch schon länger in mir drin. Ich bin in Cannstatt geboren, in Esslingen aufgewachsen und habe den VfB über all die Jahre hinweg stets verfolgt. Meine Familie und viele Kumpels sind VfB-geprägt. Für mich geht nun in gewisser Weise ein Traum in Erfüllung und ich freue mich, ab der neuen Saison den Brustring tragen zu dürfen. Auch aus sportlicher Sicht ist es ein wunderbarer Zeitpunkt, sich dem VfB anschließen zu können.“
Wie meinst du das konkret?
Grischa: „Der VfB hat in den vergangenen Jahren enorme Power entfacht. Das habe ich in der Bundesliga aus nächster Nähe mitbekommen. Es ist beeindruckend, wie sich der Club entwickelt hat und wo er inzwischen steht. Das Team hat die Dreifachbelastung aus Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League in der eben beendeten Saison hervorragend gemanagt – es fühlt sich gut an, nun ein Teil dieses Weges zu werden. Und natürlich ist es für mich auch etwas Besonderes, für den VfB auf internationaler Ebene spielen zu können.“
Was hat dich bei deinen Gesprächen mit den Verantwortlichen des VfB besonders überzeugt?
Grischa: „Grundsätzlich waren es sehr gute und interessante Gespräche, in unterschiedlichen Konstellationen. Sie waren von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Mit der mir aufgezeigten Rolle kann ich mich total identifizieren. Zur Tradition und Bedeutung des VfB für die Region mussten mir die Verantwortlichen gar nicht viel sagen – das habe ich seit meiner Kindheit aufgesaugt und mitbekommen. Ich erinnere mich zum Beispiel an meine erste Zeit im Fußballverein, das war beim TSV Esslingen: Von 14 Spielern in unserer Jugendmannschaft waren 13 automatisch auch Fan des VfB – das hat mich früh geprägt.“
Welche VfB-Momente verbindest du mit deiner Kindheit besonders?
Grischa: „Mein erstes Bundesliga-Spiel, das ich als Kind live in einem Stadion sah, war beim VfB. Die MHP Arena hieß damals noch Gottlieb-Daimler-Stadion. In diese Phase fällt auch die Deutsche Meisterschaft 2007, die ich mitverfolgt habe. Ein besonders einprägsames Erlebnis war ein paar Monate später der Stadionbesuch beim Champions-League-Heimspiel gegen die Glasgow Rangers: Ich war zwölf Jahre alt, der VfB gewann 3:2, das Siegtor gelang kurz vor Schluss, die ganze Kulisse war schlichtweg beeindruckend.“
VfB-Neuzugang Grischa Prömel:
Ich bin stolz, mittlerweile so viele Bundesliga-Spiele absolviert zu haben – und hoffe sehr, dass noch einige dazukommen werden.
Interessant ist auch dein Karriereweg: Du musstest sozusagen die baden-württembergische Heimat verlassen, um im Alter von 24 Jahren beim 1. FC Union Berlin zum Bundesliga-Profi zu reifen. Wie hat dich diese Mischung aus Geduld und Beharrlichkeit geprägt?
Grischa: „Das hat mich zu dem Profi geformt, der ich heute bin. Ich bin über vier Saisons hinweg den Weg über die 2. Liga gegangen, habe mich dort Schritt für Schritt in den Profifußball hineingearbeitet und anschließend mit Union Berlin den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Aus dieser Zeit habe ich sehr viel Gutes mitnehmen können. Das steht teils auch sinnbildlich für meine bisherige Karriere: Ich war auf dem hohen Niveau nie der talentierteste Spieler in der Mannschaft, sondern habe neben der sportlichen Qualität zugleich ein hohes Maß an Fleiß, Arbeit und Mentalität eingebracht. Ich bin stolz, mittlerweile so viele Bundesliga-Spiele absolviert zu haben – und hoffe sehr, dass noch einige dazukommen werden.“
In der eben beendeten Saison haben sich der VfB und die TSG Hoffenheim ein enges Rennen im oberen Tabellendrittel geliefert. Wie hast du die Performance deines neuen Arbeitgebers wahrgenommen?
Grischa: „Die Spielweise des VfB ist attraktiv – es werden spielerische Lösungen gesucht, es wird mit Mut nach vorne gespielt, das Team arbeitet defensiv gemeinsam. Mit dieser Haltung und Intensität kann ich mich sehr identifizieren. In der eben beendeten Bundesliga-Saison war es tatsächlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, auch die beiden Partien zwischen dem VfB und Hoffenheim waren sehr ausgeglichen (0:0 und 3:3, Anm. d. Red.).“
Gibt es Spieler beim VfB, die du bereits kennst oder mit denen du zusammengespielt hast?
Grischa: „Ja, ich habe mit ‚Ange‘ (Angelo Stiller, Anm. d. Red.) gemeinsam in Hoffenheim gespielt. Mit ‚Fabi‘ (Fabian Bredlow, Anm. d. Red.) habe ich einen Großteil bei den U-Nationalmannschaften verbracht, wir sind beide Jahrgang 1995. Darüber hinaus kenne ich viele der Jungs aus den vergangenen Bundesliga-Jahren, in denen wir uns begegnet sind.“
In einem Interview hast du neulich erzählt, dass du privat gerne reist und neue Dinge siehst. Daher eine private Frage zum Abschluss: Wie verbringst du die Sommerpause, ehe du bald mit deinen neuen Teamkollegen auf dem Trainingsplatz arbeitest?
Grischa: „Für mich geht es in diesen Tagen in den Urlaub. Ich fliege nach Japan – über das Land habe ich viel Gutes und Spannendes gehört. Daher freue ich mich sehr, meine eigenen Eindrücke vor Ort zu sammeln. Danach steht der Umzug nach Stuttgart an, der sicherlich auch ein paar Tage in Anspruch nehmen wird. Zudem bin ich bei ein, zwei Hochzeiten von Freunden eingeladen. Und einige individuelle Trainingseinheiten gehören ebenfalls zum Ferienprogramm.“
Drei Fakten zu Grischa Prömel
Geburtsort. Am 9. Januar 1995 wurde Grischa Prömel in Cannstatt geboren. Unweit Stuttgarts, in Esslingen, lernte er das Fußball-ABC und ist in der Region aufgewachsen. Und: Er hat damit am gleichen Tag seinen Geburtstag wie VfB-Spieler Chris Führich.
Europacup. Grischa international! Schon einmal hat der Mittelfeldakteur in einem europäischen Clubwettbewerb gespielt – in der Saison 2021/2022 mit dem 1. FC Union Berlin. Entsprechend groß ist seine Vorfreude, in der bevorstehenden Serie mit dem VfB international in der UEFA Champions League vertreten zu sein.
Länderspiele. Der 31-Jährige hat insgesamt 22-mal für Deutschland gespielt – 18-mal für die U-Nationalmannschaften sowie viermal für die Olympia-Auswahl. Einmal, im November 2023, wurde er in den Kreis der A-Nationalmannschaft nachnominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz.