Was war die letzte Pflichtspiel-Niederlage der U17? Für die Antwort auf diese Frage muss Trainer Daniel Jungwirth einen kurzen Moment überlegen. Kein Wunder, liegt das besagte Spiel nun bereits fast ein halbes Jahr zurück. Damals, am 20. September 2025, unterlag der VfB dem FC Bayern München auswärts mit 3:5. Es war der dritte Spieltag der Vorrunde in der DFB-Nachwuchsliga, und die Niederlage in München war bereits die zweite. „Bereits bei der ersten Niederlage gegen die Kickers waren wir sehr dominant, haben aus vielen Chancen aber zu wenige Tore gemacht. Am Anfang der Saison waren wir personell noch sehr dünn aufgestellt, in München bestand die Bank fast nur aus U16-Spielern. Von daher sind wir wegen der zwei Niederlagen noch nicht ins Grübeln gekommen. Ich habe die Qualität der Jungs gesehen und wusste, dass wenn sie verstehen, was wir von ihnen erwarten, es in eine gute Richtung laufen wird“, erinnert sich Daniel Jungwirth, der in seiner Zuversicht bestätigt wird.
Nur zwei Vereine besser als der VfB
Es folgte ein 1:1-Unentschieden beim SC Freiburg, bei dem der VfB die klar bessere Mannschaft war und nur die Chancenverwertung einem Sieg im Weg stand. Mit dem anschließenden 4:2 in Sandhausen startete die Siegesserie: zehn Dreier in Folge, darunter ein furioses 6:2 im Rückspiel gegen die Bayern, fuhren die Brustring-Talente ein, arbeiteten sich dadurch vom vierten Platz nach Spieltag drei bis auf Rang zwei knapp hinter den Bayern vor. Was die Punkteausbeute betrifft, waren in der gesamten DFB-Nachwuchsliga nur zwei Vereine besser als der VfB: der 1. FC Köln und der FC Bayern.
Der Lauf der U17 hörte jedoch mit dem Ende der Vorrunde und dem Jahreswechsel nicht auf. Auch in der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga sind die Jungs mit dem Brustring gegen stärkere Konkurrenten nach vier Spielen noch ungeschlagen. Nur wegen eines ärgerlichen Gegentors in der Nachspielzeit gegen Borussia Mönchengladbach hat das Jungwirth-Team bisher zwei Punkte abgegeben, alle anderen drei Spiele wurden verdient gewonnen. Rechnet man die beiden Erfolge im wfv-Verbandspokal gegen den SGV Freiberg (5:0) und den SSV Ulm (6:0) mit ein, ist die Mannschaft nun schon seit 17 Spielen ungeschlagen und jagt den Rekord der U17 aus der Saison 2021/2022, die bis zum Finale der Deutschen Meisterschaft 24 Spiele unbesiegt war.
Was sind die Gründe für diese Entwicklung und Konstanz? „Die Jungs sind in den Basics, gerade defensiv, immer besser geworden. Sie verstehen das Spiel immer besser und wissen, dass jede Aktion, egal ob mit oder ohne Ball, eine Konsequenz hat. Da sind wir einen guten Schritt vorangekommen“, erklärt der Trainer, der aber auch noch eine gute körperliche Entwicklung sieht. „Unsere Erfahrungen auch der vergangenen Saison sind, dass im U17-Jahr viel mit den Spielern passiert. Sie kommen als Jugendliche und werden zu jungen Männern. Außerdem haben uns die Auslandserfahrungen in Brasilien und Dänemark sehr geholfen. Von Rückschlägen bei diesen Reisen sind die Jungs immer stärker zurückgekommen.“
Dass die U17 ihren Lauf nun bereits seit mehr als einem halben Jahr und 17 Spielen hinweg aufrechterhält, spricht für den Charakter des Teams: „Die Jungs sind sehr hungrig und haben Spaß am Gewinnen“, sagt Daniel Jungwirth. „Die Entwicklung geht immer weiter. Die Jungs sollen weiter an sich arbeiten und das Spiel weiterhin besser verstehen. Dann kommen andere Dinge über die Zeit.“