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Frauen 31. Januar 2026

„Mein perfekter Start in den Tag“

Zwischen den Einheiten spricht Maxi Rall bei einem Spaziergang mit ihrem Australian Shepherd in der neuen Ausgabe der stadion aktuell über den Zweitliga-Restart, über zusätzliche Krafttrainings und den Zusammenhang von Spaß und Disziplin im Fußball.

Hallo, Maxi. Erst Kraft- dann Mannschaftstraining – dient eine Runde mit deinem Hund „Basmati“ zwischendurch als perfekter Ausgleich?

Maxi: „Absolut. Auch wenn ich zwischen den Einheiten mal müde bin, geht es mir danach immer besser. Wir gehen dreimal am Tag raus. Ich bin Frühaufsteherin, die erste Runde morgens zwischen 6.30 und 7.30 Uhr mit ‚Basmati‘ ist mein perfekter Start in den Tag.“

Wie kommt sein Name zustande?

Maxi: „Als er klein war, hatte er noch keine Flecken, sondern war komplett weiß. Er hat mich an ein Reiskorn erinnert – und ich mag Reis sehr gerne. ‚Basmati‘ isst übrigens auch sehr gerne Reis. (lacht)“

Kommen wir zum Sportlichen. Dein Weg führte in Deutschland von Hoffenheim über den FC Bayern schließlich zum VfB. Was unterscheidet deine Stationen?

Maxi: „Es waren alles Stationen in unterschiedlichen Lebensabschnitten. In Hoffenheim war ich selbst noch eine junge Spielerin, die versucht hat, ihren Weg zu finden. In München war es professioneller, Erfolge waren wichtig. Beim VfB habe ich eine andere Rolle und versuche, meine Erfahrung an jüngere Spielerinnen weiterzugeben. Zudem sind wir hier alle Teil eines besonderen Aufstiegsziels.“

Mit Linda Dallmann hast du beim FC Bayern deine Krafteinheiten vor jeder Einheit absolviert. Mit wem stemmst du beim VfB die Gewichte?

Maxi: „Mit Charlotte gehe ich regelmäßig ‚pumpen‘, seit neuestem hat sich uns auch Rosa angeschlossen. Hin und wieder ist auch Ki mit dabei. Ich führe die Routine fort.“

Vier Saisontreffer hast du für den VfB bereits erzielt. Wann kommt dein markanter „Bizeps-Jubel“ mal wieder zum Einsatz?

Maxi: „Wenn ich ein besonderes Tor schieße, packe ich ihn nochmal aus. (schmunzelt)“

Eines ist auffällig: Sobald du auf den Platz kommst versprühst du gute Laune. Inwieweit gehören Spaß, Disziplin und Fußball für dich zusammen?

Maxi: „Das ist für mich untrennbar. Ohne Spaß kann ich nicht diszipliniert sein. Ohne Spaß kann ich keine Leistung erbringen. Für mich gehört die Freude am Fußball schon immer dazu, um leistungsfähig zu sein.“

Neben dem Feld bist du außerdem für dein musikalisches Talent bekannt. Wie kommt das?

Maxi: „Ich habe früher Schlagzeug und Klavier gespielt und irgendwann habe ich angefangen, für Geburtstage oder in der Mannschaft etwas zu ‚rhymen‘, ein bisschen zu rappen.“

Kommt daher auch dein Spitzname „MC Ralle“?

Maxi: „Ja genau. Im Trainingslager habe ich beim Teamabend gerappt und alle Charaktere im Team mit einbezogen. Wenn es irgendwann mal wieder etwas zu feiern gibt, würde ich auch nochmal einen Song komponieren. (schmunzelt)“

Hast du dadurch auch das Amt als Kabinen-DJ inne?

Maxi: „Ob das einen Zusammenhang hat, weiß ich nicht. (lacht) Aber ich habe mir das Amt dieses Jahr geschnappt. Es macht mir Spaß und ist zugleich eine Challenge, alle Musikgeschmäcker unseres Teams unterzubringen. Ich habe mittlerweile einen guten Mix zusammengestellt, dass für jede etwas dabei ist. Die letzten beiden Songs vor dem Warm-up sind ‚Stuttgart kommt‘ und ‚Bungalow‘ von Luigi. Das hat sich seit dem VfB Wasenabend etabliert.“

Dein Psychologie Masterstudium neigt sich dem Ende zu. Was kannst du daraus in den Fußballalltag mitnehmen?

Maxi: „Aus meinem Studium habe ich nicht nur für den Fußballplatz, sondern für das Leben allgemein sehr viel mitgenommen. Gerade wenn ich mit jüngeren Spielerinnen spreche, hilft es mir weiter, um ihnen produktive Dinge weiterzugeben.“

Siehst du dich in diesem Bereich auch nach deiner aktiven Karriere?

Maxi: „Ich werde zunächst ab Mai den Master in Sportpsychologie ergänzen. Dieser wird auch vom DOSB anerkannt. Ich kann mir schon vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten.“

Zum Zweitliga-Restart empfangen wir am Sonntag die SG Andernach. Auf was kommt es in der zweiten Saisonhälfte an?

Maxi: „Die Vorrunde sollte uns Warnung genug sein, dass es auf jedes Spiel ankommt. Es gibt keine einfachen Spiele, wir nehmen jedes Spiel ernst und müssen 100 Prozent abliefern. Jeder Punkt kann am Ende der Saison entscheidend sein. Andernach war eines der besten Teams, auf das wir in der Vorrunde getroffen sind. Sie haben es richtig gut gemacht.“