Hallo, Janina. An was denkst du, wenn du die Zahl 1.123 hörst?
Janina: „Das sind meine Einsatzminuten in der Hinrunde, oder?“
Ganz genau. Damit führst du diese teaminterne Statistik an. Gehörte eine solche Marke zu deinen Zielen?
Janina: „Ehrlich gesagt habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Ich freue mich einfach, dass ich das Vertrauen des Trainerteams bekomme, viel spielen darf und so der Mannschaft helfen kann.“
Für viele bist du deshalb auch der „Hidden Champion“ im Team – immer präsent, immer verlässlich, immer da. Wie würdest du deine Rolle beschreiben?
Janina: „Das freut mich natürlich. (schmunzelt) Dadurch, dass ich die Position schon einige Jahre spiele und von vielen erfahrenen Bundesliga-Spielerinnen lernen konnte, fühle ich mich in der letzten Kette sehr wohl. Durch meine Bundesligazeit (Anm. d. Red.: 132 Spiele) versuche ich, meine Erfahrung beim VfB einzubringen und weiterzugeben.“
Von wem hast du dir damals etwas abgeschaut?
Janina: „Als junge Spielerin habe ich beispielsweise viel von Saskia Bartusiak gelernt. Ich habe versucht, vieles umzusetzen, was sie mir mitgegeben hat.“
Im März tragen wir unser erstes Heimspiel in der MHP Arena aus. Ist es trotz deiner Bundesliga-Erfahrung bedeutsam für dich?
Janina: „Für mich ist es etwas sehr Besonderes, da es in meiner Heimat ist – in dem Stadion, in dem ich selbst als kleines Mädchen schon den VfB angefeuert habe und mit dem Verein, bei dem ich eh schon immer spielen wollte. Viele Freunde und meine Familie werden da sein, die Ticketliste ist lang. (lacht)“
Wenn du deine letzten beiden Stationen in Köln und Frankfurt mit deiner jetzigen vergleichst – was ist anders für dich?
Janina: „Das ist schwierig. Es ist nicht immer nur der Verein, bei dem man spielt oder gespielt hat, auch die Stadt und die sozialen Kontakte spielen für mich eine Rolle. In Frankfurt habe ich meinen Schulabschluss gemacht, mit dem Studium begonnen, neue Freundschaften geschlossen und das erste Mal in einer ‚WG‘ gewohnt. In Köln habe ich nach acht Jahren nochmal komplett neu angefangen und enorm viel gelernt. Und Stuttgart ist eben meine Heimat – das sagt eigentlich alles. Jede Station war auf ihre Weise besonders für mich.“
Du kommst ursprünglich aus dem Stuttgarter Umland. Wie weit geht die VfB-Vergangenheit bei dir zurück?
Janina: „Mein Papa hat sehr früh dafür gesorgt, dass ich VfB- und kein Bayern-Fan wurde. (lacht) Ich kann mich noch an die Deutsche Meisterschaft 2007 erinnern, ich war acht Jahre alt. Gemeinsam mit Freunden und Familie waren wir in Stuttgart unterwegs und haben den Erfolg gefeiert.“
Was war das Erste, das du nach deiner „Rückkehr“ nach Stuttgart gemacht hast?
Janina: „Am ersten Tag nach meinem Umzug sind wir Kässpätzle essen gegangen. (lacht)“
Bist du eher der Stadtmensch oder genießt du auch die Ruhe?
Janina: „Die Mischung macht’s. Mir war nur wichtig, dass ich kurze Wege mit dem Fahrrad habe. Ich bin schnell am VfB-Gelände, habe aber auch gute Anbindungen in die Stadt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.“
Wo trifft man dich abseits des Trainingsplatzes an?
Janina: „Zurzeit widme ich viel Zeit meiner Masterarbeit. Ansonsten gehe ich gerne mit Freunden Kaffee trinken – wenn es die sportliche Situation zulässt, bin ich auch für eine Runde Paddle oder Yoga-Session zu haben.“
Was steht in Stuttgart noch auf deiner „Checklist“? Privat – aber auch sportlich?
Janina: „Ich habe schon vieles gesehen, war in Museen, der Wilhelma und probiere gerne auch neue Restaurants aus. Sportlich freue ich mich in der zweiten Saisonhälfte grundlegend auf alle Spiele, am meisten jedoch auf unsere letzte Partie in Sand. Ich glaube, das wird ein krasses Spiel!“