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VfB-Frauen 10. März 2026

Der Weg des VfB-Frauenfußballs

Knapp fünf Jahre, vier Spielzeiten verbunden mit zwei Aufstiegen und zwei Double-Siegen – das ist der Weg, den der VfB im Frauenfußball bislang zurückgelegt hat. Und er ist noch lange nicht zu Ende. Ein Rückblick auf vier bewegende Spielzeiten.

Gründung der VfB-Frauenfußballabteilung

Am 1. Juni 2021 hat der VfB Stuttgart 1893 e. V. die Frauenfußball-Abteilung gegründet. Damit wurde dem langgehegten Wunsch vieler VfB-Mitglieder entsprochen, auch Mädchen- und Frauenfußball im Zeichen des roten Brustrings anzubieten.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören Lisa Lang (Managerin Sportorganisation Frauenfußball), Oriana D’Aleo (Abteilungsleiterin „Mädchen- und Frauenfußball im VfB e.V.), der damalige VfB-Präsident Claus Vogt und das ehemalige Präsidiums-Mitglied Rainer Adrion.

Kooperation mit dem VfB Obertürkheim

Der VfB Stuttgart 1893 e. V. kooperierte beim Auf- und Ausbau der Abteilung mit dem VfB Obertürkheim, einem der führenden Sportvereine für Mädchen- und Frauenfußball in der Region Stuttgart. Dadurch startete die erste Frauenfußball-Mannschaft des VfB in der Spielzeit 2022/2023 in der Oberliga Baden-Württemberg.

Drei Teams im Ligabetrieb

In der Saison 2022/2023 nahmen drei Mannschaften den Ligabetrieb auf. Team eins startete in der Oberliga Baden-Württemberg, die Zweitvertretung in der Landesliga. Die U17 bestritt ihre Meisterschaftsspiele in der B-Juniorinnen Verbandsstaffel Nord.

Erstes Training in Weiß-Rot

Am 6 Juni 2022 hielten die VfB Frauen ihre erste Trainingseinheit ab. Interimstrainerin war zum damaligen Zeitpunkt Lisa Lang, die als Teammanagerin eine Doppelfunktion innehatte. Dies sollte sich jedoch bald ändern – zumindest teilweise.

Heiko Gerber übernimmt als Cheftrainer

Der ehemalige VfB-Profi, deutsche Meister und NLZ-Trainer des VfB übernahm zum 28. Juli 2022 das Amt als Cheftrainer der VfB Frauen. Der UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber hat seinen Schritt in den VfB-Frauenfußball bis heute „keine Sekunde bereut“, sagte er bei seiner Vertragsverlängerung im April 2025. Lisa Lang blieb zunächst Co-Trainerin.

Erstes Spiel und Tor im Brustring-Trikot

Am 5. September 2022 gewannen die VfB Frauen zum Oberliga-Auftakt gegen den TSV Crailsheim ihr erstes Heimspiel. Den ersten Treffer in der Geschichte des VfB-Frauenfußballs erzielte Mittelfeldspielerin Chiara Marziniak (jetzt: 1. FC Heidenheim).

Allianz und Ritter Sport werden Trikotsponsor

Das Versicherungsunternehmen Allianz Leben mit Hauptstandort Stuttgart und der regionale Schokoladenhersteller Ritter Sport aus Waldenbuch werden zur Saison 2022/2023 Hauptpartner und Trikotsponsor der Mädchen- und Frauenmannschaften des VfB. Die Zusammenarbeit mit beiden Unternehmen besteht bis heute.

Sascha Glass wird erster Sportdirektor der VfB Frauen

Im Juni 2023 tritt Sascha Glass, ehemaliger Frauen-Bundesliga-Trainer des SC Sand und 1. FC Köln, den Posten als Sportdirektor des VfB-Frauenfußballs an. Mit seinem Netzwerk und seiner Erfahrung trägt er seitdem maßgeblich zum Erfolgsweg der VfB Frauen bei und gewann namhafte Spielerinnen wie Mandy Islacker, Maximiliane Rall, Nicole Billa, Janina Hechler oder Jana Beuschlein für den Club aus Cannstatt. Darüber hinaus erweiterte er die internationale Strahlkraft des VfB-Frauenfußballs und verpflichte beispielsweise mit Yuka Hirano und Haruka Osawa zwei talentierte japanische Spielerinnen.

Aufstieg in die Regionalliga Süd

Nachdem die VfB Frauen in der ersten Saison den Aufstiegskampf gegen den TSV Neuenstein verloren hatten, gelang ihnen eine Spielzeit später der Gang in die dritthöchste Liga im deutschen Frauenfußball. Am 2. Juni 2024 sicherten sich die VfB Frauen mit der Oberliga-Meisterschaft sogar das Double 2023/2024. In einem packenden Saisonfinale erzielte Anja Selensky in der 63. Spielminute den vielumjubelten 1:0-Siegtreffer. Unter dem Strich standen nach 22 Spieltagen 63 Punkte. Zuvor gewannen Jana Beuschlein und Co. bereits das wfv-Pokalfinale gegen den SV Hegnach mit 3:0.

Namhafte Neuzugänge in Cannstatt

Am 3. Januar hatte sich Mandy Islacker bereits als erster Neuzugang im Jahr 2024 den VfB Frauen angeschlossen. Es folgten 2024 zehn weitere Vertragsverlängerungen, hinzu kamen drei Spielerinnen aus der eigenen U17 sowie zehn Neuzugänge. Eine davon war „Heimkehrerin“ Leonie Maier. Neben der Vertragsverlängerung von Co-Trainer Ersin Canpolat wurde das Team um eine hauptamtliche Co-Trainerin erweitert. Theresa Panfil, die ehemalige Bundesliga- und deutsche U20-Nationalspielerin, coacht das Team seit Mai 2024 als Co-Trainerin an der Seite von Cheftrainer Heiko Gerber. Ebenfalls seit Sommer 2024 dabei ist das Torspielerinnen-Trainerduo Miriam Hanemann und Philipp Meister.

Pokal-Aus in der ersten Runde

Erster Dämpfer im DFB-Pokal. Gegen den 1. FSV Mainz 05 musste man sich mit 1:2 geschlagen geben. Der Anschlusstreffer von Mandy Islacker reichte nicht, um sich eine mögliche Verlängerung zu erspielen.

Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga

Mit einem rekordverdächtigen Torverhältnis von 116:16 Treffern und 62 Punkten sicherten sich die VfB Frauen die Regionalliga-Meisterschaft und damit den zweiten Aufstieg in Folge. TSG Hoffenheims U20 blieb mit 59 auf Rang zwei zurück. Damit ebneten sich die VfB Frauen den Weg in die 2. Frauen-Bundesliga.

Unangefochtene Torjägerin des VfB: Mandy Islacker

Mit 28 Treffern erhielt Mandy Islacker die inoffizielle „Torjägerinnenkanone“ der Regionalligasaison 2024/2025. In der seit 2000 bestehenden Regionalliga Süd schoss keine Spielerin mehr Tore als die VfB-Stürmerin.

Zweites Double aus Meisterschaft und wfv-Pokalsieg

Wie im Jahr zuvor gelang dem Team um Kapitänin Jana Beuschlein erneut das Double. Diesmal folgte der wfv-Pokalsieg gegen den VfL Herrenberg (5:1) auf die Meisterschaft und schloss eine erneut überaus erfolgreiche Saison 2024/2025 ab.

Club aus Cannstatt rückt weiter ins Zentrum des Interesses

Nach dem Abgang von Mandy Islacker und Leonie Maier, die den VfB-Frauenfußball in ihrer Angangszeit stark geprägt haben, führte der Weg für zehn neue Spielerinnen nach Bad Cannstatt – darunter junge Talente sowie Spielerinnen mit nationaler und internationaler Erfahrung. Dazu gehörten die Bundesliga- und international erfahrenen Zwillingsschwestern Tamar (Grasshopper Club Zürich) und Fabienne Dongus (TSG Hoffenheim), Bundesligaspielerin Janina Hechler (1. FC Köln), Top-Talent Muriel Dürr (VfL Kirchheim/Teck Jungs), U-Nationalspielerin Rosa Rückert (Eintracht Frankfurt II), Bundesliga-Toptorjägerin Nicole Billa (1. FC Köln), Torspielerin Eve Boettcher (RB Leipzig), U-Nationalspielerin Leonie Schetter (TSG Hoffenheim II), Torspielerin Pia Hein (FC Ingolstadt 04), sowie die erfahrene WE League Stürmerin Haruka Osawa. Maximiliane Rall entschied sich bereits im Januar 2025 für den VfB.

Frühes Aus in den DFB-Pokal-Playoffs

Neben den positiven Meilensteinen wiederholten sich jedoch auch die (wenigen) negativen. In den DFB-Pokal-Playoffs musste man erneut gegen den 1. FSV Mainz 05 ran. Vorgenommen hatten sich die Mädels aus Cannstatt viel – gereicht hatte es nicht. Somit schied man durch eine 0:2-Niederlage erneut zuhause gegen den 1. FSV Mainz 05 aus dem Pokalwettbewerb aus.

Herbstmeister in der 2. Frauen-Bundesliga

Auf jene Niederlage im DFB-Pokal folgte nur eine weitere in der Liga: Bis zur Winterpause mussten sich die VfB Frauen nur gegen den SV Meppen (0:1) geschlagen geben. Mit 30 Zählern sicherte man sich im Dezember 2025 die Herbstmeisterschaft der zweithöchsten Liga im deutschen Frauenfußball – und ist auf Bundesliga-Kurs.

Erstes Heimspiel in der MHP Arena

Samstag, 14 Uhr, gemeinsam Club-Geschichte im weiß-roten Lieblingswohnzimmer schreiben. Am 21. März tragen die VfB Frauen erstmals ein Heimspiel in der MHP Arena aus. Auf Baden-Württembergs größter Fußballbühne empfangen sie den 1. FSV Mainz 05 im Rückspiel der 2. Frauen-Bundesliga.

Über 21.000 VfBlerinnen und VfBler haben sich bereits ihre Eintrittskarte für das besondere Frauenfußball-Fest gesichert, das in die VfB-Geschichte eingehen wird. Damit hat der VfB den Zuschauerrekord der 2. Frauen-Bundesliga, den der 1. FC Union Berlin mit 20.132 „Eisernen“ Anhängern in der vergangenen Saison aufgestellt hat, eingestellt.

2021 bis heute: Der Weg des VfB-Frauenfußballs