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Profis 20. August 2026

Long time no see

Sechs Jahre nach dem bislang letzten Duell ist es wieder so weit: Der VfB tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Hansa Rostock an. Die Rostocker haben zwei frühere Stuttgarter in ihren Reihen und erlebten einen torreichen Drittliga-Start.

Es ist der Erstrunden-Evergreen des 21. Jahrhunderts: Keine andere Partie wurde in der Auftakt-Runde des DFB-Pokals seit 2000 häufiger ausgelost als Hansa Rostock gegen den VfB. Nach drei Begegnungen in den Saisons 2018/2019 (2:0 für Rostock), 2019/2020 und 2020/2021 (jeweils 1:0 für den VfB) treffen beide Teams nun zum bereits vierten Mal in der ersten Pokalrunde aufeinander. Insgesamt ist es das siebte Treffen im Pokal-Wettbewerb: Die ersten vier Duelle gewann Rostock, die beiden jüngsten der VfB. Nun trifft die „Kogge“ nach sechs Jahren wieder auf den VfB, der sich in der Zwischenzeit vom Bundesliga-Aufsteiger zum Europapokal-Teilnehmer entwickelt hat. „Es wird keine einfache Aufgabe, sondern ein echtes Brett. Der VfB bringt eine hohe Qualität mit und hat sich zuletzt stark entwickelt“, so Rostocks Cheftrainer Daniel Brinkmann. Kampflos ergeben wollen er und seine Elf sich aber nicht. „Wir werden uns einen Plan zurechtlegen, brauchen das notwendige Glück und wollen unsere kleine Chance nutzen.“

„Wollen nicht nur verteidigen“

Anders als der VfB haben die Rostocker bereits zwei Pflichtspiele in den Beinen. Nach einem 3:2-Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim II teilten die Hanseaten am zweiten Drittliga-Spieltag mit Waldhof Mannheim die Punkte (3:3). Einen Vorteil für seine Elf sieht Daniel Brinkmann darin allerdings nicht. „Möglicherweise ist der Wettkampfmodus bei uns schon etwas ausgeprägter, aber Stuttgart hatte mit Paris FC sowie Everton und Fulham starke Gegner in den letzten Wochen.“ Gleichzeitig fordert der Cheftrainer der „Kogge“ im Duell mit dem VfB trotz des Klassenunterschieds einen mutigen Auftritt seiner Mannschaft. „Wir wollen nicht nur verteidigen und lange Bälle nach vorn schlagen, sondern das Tempo des Spiels mitbestimmen.“ Ein großer Trumpf soll dabei das eigene Publikum sein. „Die Wucht wird von Beginn an da sein. Es liegt letztlich an uns, den Funken überspringen zu lassen.“

Zwei alte Bekannte bei den Gastgebern

Der frühere Mittelfeldspieler Daniel Brinkmann ist seit November 2024 im Amt und kennt den VfB nicht nur als Gegner der weiß-roten U21 in der 3. Liga. In seiner aktiven Zeit verlor der 40-jährige Ostwestfale im November 2011 mit dem FC Augsburg gegen den VfB (1:2) eines seiner 15 Bundesliga-Spiele. Als Hansa-Trainer traf Daniel Brinkmann in der 3. Liga dreimal auf die U21 des VfB und gewann alle drei Partien (3:0, 1:0 und 5:3). Beim ersten Duell mit der U21 stand bei dieser noch Leon Reichardt im Kader, der kurze Zeit später, im Sommer 2025, nach Rostock wechselte und seither acht Pflichtspiele für den FCH bestritt. Gleichzeitig trifft Sebastian Hoeneß am Freitag auf einen ehemaligen Schützling: Leon Dajaku, der zwischen 2014 und 2019 verschiedene Jugendteams des VfB durchlief und zwei Bundesliga-Kurzeinsätze für die Profis verzeichnete, gewann 2020 zusammen mit dem heutigen VfB-Cheftrainer und Angelo Stiller die Drittliga-Meisterschaft mit dem FC Bayern II.

Zwei VfBler mit Vergangenheit in Rostock

Während bei Hansa zwei Akteure auf eine weiß-rote Vergangenheit zurückblicken, liefen zwei aktuelle VfBler einst für den kommenden Gegner auf. Zum einen Nikolas Nartey, der kurz nach seinem Transfer zum VfB nach Rostock verliehen wurde und in der 3. Liga Spielpraxis sammelte, zum anderen Tobias Rathgeb, Cheftrainer der U19, der sich in Rostock zum Kapitän mauserte und sich gerne an die Zeit an der Ostsee erinnert. „Die vier Jahre in Rostock waren für mich unglaublich. Es war als junger Spieler sehr eindrucksvoll, zu spüren, wie viel der Verein den Menschen in der Region bedeutet. Ich habe sowohl Aufstiege als auch Abstiege erlebt und verbinde emotionale Geschichten mit der Stadt und dem Verein. Ich freue mich auf das Spiel, werde es gespannt anschauen und bin überzeugt, dass der VfB gewinnen wird.“