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Profis 23. Februar 2026

Ein Spiel mit Gesprächsstoff

Doppelt zurückgekommen, einen Punkt geholt. Der VfB muss in Heidenheim mehrere Rückschläge wegstecken. Und zeigt seine Qualität der späten Tore.

Das Spiel war beendet, doch die Diskussionen gingen weiter. In einem rassigen, teils wilden Bundesliga-Spiel kam der VfB am Sonntagabend zu einem Remis beim 1. FC Heidenheim (3:3). Die vielen Ereignisse rund um erzielte Tore, nicht-gegebene Tore und Zweikampfbeurteilungen verlangten nach einer Einordnung. Doch der Reihe nach.

Sebastian Hoeneß: „In gegnerischer Hälfte festgesetzt“

„Es ist ein Unentschieden, über das sich wahrscheinlich keine der beiden Mannschaften so richtig freuen kann“, bilanziert Cheftrainer Sebastian Hoeneß. Zunächst zeigte der VfB von der ersten Minute an, dass er von UEFA Europa League auf Bundesliga umgeschaltet hatte. Das Team mit dem roten Brustring, unterstützt von mehr als 2.100 mitgereisten Fans, gewann insgesamt 58 Prozent aller Zweikämpfe und spulte in Summe 125 Kilometer ab. Auch der Gastgeber trug mit seinem leidenschaftlichen Vortrag dazu bei, dass sich eine enorm spannende Begegnung entwickelte. „Gegen die Heidenheimer Manndeckung war es oft herausfordernd, wir haben es trotzdem geschafft, uns mehr und mehr in der gegnerischen Hälfte festzusetzen“, lobt Sebastian Hoeneß sein Team.

23. Spieltag: 1. FC Heidenheim - VfB

Zwei der drei Treffer gelangen dem VfB aus dem Spiel heraus, das zwischenzeitliche 2:2 erzielte Maximilian Mittelstädt vom Elfmeterpunkt. Die Jungs aus Cannstatt jubelten sogar über zwei weitere Treffer – beide erzielt von Ermedin Demirovic, bei beiden griff jedoch der „Video Assistant Referee“ (VAR) ein. Bei der ersten Szene, es war in der 34. Minute, entschied Schiedsrichter Sascha Stegemann nach Ansicht der Bilder, dass bei der Balleroberung des VfB ein Foulspiel vorlag, und das auch noch im eigenen Strafraum – es gab demnach Elfmeter für Heidenheim, das dadurch zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung traf. Bei der zweiten Szene, diesmal in der 74. Minute, lag wohl eine hauchdünne Abseitsposition vor. Darüber hinaus extrem bitter aus Sicht des VfB, dass wiederum vor dem FCH-Tor zum zwischenzeitlichen 3:2 Ramon Hendriks in Ballbesitz zu Fall gebracht wurde und in dieser Situation kein „VAR“-Eingriff erfolgte.

Fabian Wohlgemuth: „Mehrfach Moral bewiesen“

„Die Mannschaft hat sich nach den Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen lassen und mehrfach Moral bewiesen“, sagt Fabian Wohlgemuth. Für den Vorstand Sport habe der VfB die deutlich größeren Spielanteile verzeichnet. Der Lohn: der späte Ausgleich, in der 88. Minute traf Deniz Undav zum 3:3-Endstand, es war sein nunmehr 49. Pflichtspiel-Treffer im Trikot mit dem roten Brustring. Und damit untermauerten die Jungs aus Cannstatt zugleich, dass sie in der Schlussviertelstunde zu den torgefährlichsten Teams der Liga zählen.

Der VfB erzielte in dieser Bundesliga-Saison bereits 25 Tore in der zweiten Spielhälfte, darunter 15 Treffer in den letzten 15 Minuten. Das überbietet jeweils lediglich der FC Bayern (47 bzw. 25 Tore). Bis zum Abpfiff alles geben, stets Moral und Wille zeigen – das hat den VfB auch in Heidenheim ausgezeichnet. Und letztlich dazu geführt, dass bei einem Spiel mit viel Gesprächsstoff zumindest ein Bundesliga-Punkt gesichert wurde.

Die nächsten Termine:

Den VfB erwartet das Playoff-Rückspiel in der UEFA Europa League. Am Donnerstag, 26. Februar 2026, um 18.45 Uhr, empfangen die Jungs aus Cannstatt in der heimischen MHP Arena den schottischen Rekordmeister Celtic FC. Das Hinspiel gewann der VfB mit 4:1. In der Bundesliga geht’s in einer Woche weiter – am Sonntag, 1. März 2026, um 15.30 Uhr, gastiert der VfL Wolfsburg in Cannstatt. Es wird der 24. Bundesliga-Spieltag sein.