Hallo, Ramon. Wir haben von deinen Online-Sprachkursen gehört. Wie kommst du voran?
Ramon: „Ich mag es, neue Dinge und Fremdsprachen zu lernen. Ich habe vor einiger Zeit mit Spanisch angefangen. Als mein Wechsel zum VfB feststand, habe ich direkt mit Deutsch begonnen, da ich es in der Schule abgewählt hatte. (schmunzelt) Mittlerweile habe ich schon einige Lektionen abgeschlossen und über 1.400 Tage am Stück absolviert. Es läuft richtig gut. Noch mehr lerne ich aber im Unterricht und in den Gesprächen mit den Jungs. Ich verstehe mittlerweile fast alles auf Deutsch.“
Bei welcher Lektion bist du gerade?
Ramon: „In der Lern-App bin ich beim Thema ‚Freizeit‘, im Unterricht am Clubzentrum sprechen wir aktuell über den Podcast von Robin Gosens (Anm. d. Red.: ‚Wie geht’s?‘). Dabei geht es um mentale Entwicklung und Gesundheit in der Fußballwelt. Ich finde es sehr gut und wichtig, darüber zu sprechen – sowohl inhaltlich, aber auch für meine Deutschkenntnisse.“
„Freizeit“ gab es nicht nur in der Lern-App. Sebastian Hoeneß hatte euch in der Länderspielphase einige Tage frei gegeben – trainiert wurde individuell. Wie hast du deine freie Zeit verbracht?
Ramon: „Ich war in meiner Heimat in Rotterdam und habe meine Familie und Freunde besucht. Es war sehr schön, wir haben uns seit drei Monaten nicht gesehen, daher haben wir die gemeinsame Zeit sehr geschätzt.“
Sebastian Hoeneß sagte letztens über dich, dass du ein „ausgezeichneter Charakter und ein perfekter Teamplayer“ bist, der „zu Unrecht etwas unter dem Radar fliegt“. Was bedeutet dir das?
Ramon: „Natürlich ist es sehr schön für mich, wenn der Trainer etwas Positives über meinen Charakter und mich als Teamplayer sagt. Ich versuche einfach immer mein Bestes für das Team und den Club zu geben. Das ist für mich das Wichtigste.“
Nach dem 1:0-Sieg gegen RB Leipzig, zu dem du mit einer starken Defensivleistung beigetragen hast, wurde dir der Spitzname „RaMONSTER“ verpasst. Wie würdest du deine Entwicklung seit Sommer 2024 beim VfB beschreiben?
Ramon: „(lacht) Ja, das war ein lustiger ‚Nickname‘. Mein Vater hatte mir ihn bereits vor ein paar Jahren gegeben – umso witziger, dass ihn jetzt auch die Medien aufgegriffen haben. Meine Entwicklung beim VfB ist gut. Am Anfang habe ich etwas gebraucht, um in meine Rolle im Team reinzuwachsen. Meine Einsatzzeit in dieser Saison steigt immer mehr. Das freut mich sehr und hilft mir bei meiner Entwicklung.“
Welches sind deine Kernkompetenzen auf dem Feld?
Ramon: „Meine Zweikampfführung. Ich möchte jeden Zweikampf gewinnen und den Ball verteidigen. Dazu bin ich relativ schnell, kann viel Raum abdecken und so dem Team helfen. Über allem steht jedoch die Mentalität und der Wille, immer weiterzumachen, nach Rückschlägen zurückzukommen und jeden Zweikampf gewinnen zu wollen. Das versuche ich, in jedem Spiel auf den Platz zu bringen.“
Sebastian Hoeneß ist bekannt dafür, dass er Spieler besser machen kann. Das hat er in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt. Ich glaube, ihm ist es auch bei mir gelungen.
Wer oder was hat dir bei deiner Entwicklung besonders geholfen?
Ramon: „Natürlich spielt unser Trainer eine sehr große Rolle dabei. Als ich zum VfB kam, wusste ich, dass ich an einigen Punkten arbeiten muss. Sebastian Hoeneß ist bekannt dafür, dass er Spieler besser machen kann. Das hat er in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt. Ich glaube, ihm ist es auch bei mir gelungen. Hinzu kommen meine Teamkollegen, mit denen ich mich auf und neben dem Platz gut verstehe. Das gibt mir Sicherheit und fühlt sich gut an.“
Mit wem verbringst du die meiste Zeit neben dem Platz?
Ramon: „Dazu gehören unter anderem Jeff, Luca, Josha und ‚Medo‘. In der vergangenen Spielzeit habe ich viel Zeit mit Yannik (Anm. d. Red.: Keitel) verbracht. Aktuell sind wir oft bei ‚Calle‘ zuhause. Meine Freundin und seine Frau verstehen sich sehr gut. Mit Tiago und Chema war ich zuletzt bowlen. Es hat Spaß gemacht und ich konnte meine Spanisch-Kenntnisse zeigen. (schmunzelt)“
Zu Beginn hattest du 2024 noch leichte Startschwierigkeiten, ab Spieltag sieben (Anm. d. Red.: Startelfdebüt bei der 0:4-Niederlage gegen den FC Bayern München) erhieltst du regelmäßige Einsätze. Was hat dir zu deinem Durchbruch verholfen?
Ramon: „Die Eingewöhnungsphase in Deutschland hat sicherlich eine Rolle gespielt. Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht, um anzukommen – das ist aber normal. Mit jeder Minute wächst dann das Selbstvertrauen, die Trainingsleistung wird besser und ich habe mich weiterentwickelt. Ich kannte meine Punkte, an denen ich arbeiten musste, um besser zu werden.“
Mittlerweile hast du 71 Pflichtspiele für den VfB absolviert. Welche sind deine Top-3?
Ramon: „Mein Bundesliga-Debüt gegen Mainz 05 (Anm. d. Red.: 3:3., eine Spielminute) sowie das erste internationale Spiel für den VfB in der Gruppenphase (Anm. d. Red.: 2:1-Sieg gegen Celta de Vigo, 90 Spielminuten) waren besonders. Nicht zu vergessen das Pokalfinale in Berlin – das war unglaublich.“
Ende Januar 2026 hatte dich ein Nasenbeinbruch in Gladbach kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Es sah schmerzhaft aus, deine Maske hattest du jedoch nur kurz im Einsatz.
Ramon: „Das stimmt. Ich habe sie nur zwei Wochen in zwei, drei Spielen getragen. Ich habe mich ohne einfach besser gefühlt und hatte einen besseren Überblick.“
Wir wollen stets schwer zu verteidigen sein und unsere Chancen kreieren. Dazu gehören eine hohe Laufbereitschaft, schnelles Umschalt- und gutes Zweikampfverhalten.
In der aktuellen Saison hast du 24 von 27 möglichen Bundesliga-Partien absolviert. Inwiefern hilft dir auch eure Flexibilität in der Defensive, um regelmäßig zu spielen?
Ramon: „Es ist eine unserer Stärken, dass wir in unterschiedlichen Formationen spielen können. Ich fühle mich als Innen- und Außenverteidiger wohl, das hilft unserem Coach auch bei seinen Entscheidungen, die er treffen muss. Wir harmonieren in der Defensive sehr gut und versuchen immer den Plan umzusetzen, den Sebastian Hoeneß von uns möchte, um unser Tor zu verteidigen.“
Was zeichnet eure linke Seite aus – auch gemeinsam mit Maximilian Mittelstädt und Chris Führich?
Ramon: „Unser Dynamik und Variabilität. Wir wollen stets schwer zu verteidigen sein und unsere Chancen kreieren. Dazu gehören eine hohe Laufbereitschaft, schnelles Umschalt- und gutes Zweikampfverhalten.“
Welche Rolle spielt der Konkurrenzkampf bei aller Variabilität?
Ramon: „Das ist ganz normal und gehört im Fußball dazu. Wir versuchen uns vielmehr stets gegenseitig zu pushen, um uns besser zu machen.“
Einen Titel hast du mit dem VfB im Sommer 2025 schon geholt. Wo soll es in dieser Saison hingehen?
Ramon: „Wir sind in der Bundesliga in einer guten Position und stehen im DFB-Pokal-Halbfinale. Wir müssen alles reinwerfen und haben hoffentlich noch neun Spiele in dieser Saison vor uns.“
Erfolge spiegeln sich auch bei deiner Frisur wider. Vom Undercut über den ‚Pokalsieger-Look‘ war schon vieles dabei. Zählt das zu deinen Markenzeichen?
Ramon: „(lacht) Nein, nein. Es ist eher aus der Laune heraus. Wenn ich lange Haare habe, hätte ich sie gerne wieder kürzer – oder andersherum. Das ist bei mir schon immer so. Die Blondierung zusammen mit Yannik und Finn war nur beim Pokalsieg, das werde ich nicht mehr machen. Ich möchte meine Haare so gesund wie möglich belassen. (lacht)“
Unsere internationale Reise ist für diese Saison nach zwei Niederlagen gegen den FC Porto (1:2; 0:2) beendet. Wir war sie für dich?
Ramon: „Es ist absolut besonders, international zu spielen. Wir haben uns ordentlich präsentiert und hatten einige gute Spiele dabei – dazu gehört auch der Sieg gegen mein ehemaliges Team Feyenoord Rotterdam (Anm. d. Red.: 2:0-Heimsieg). In Porto war unsere Reise in dieser Saison leider vorbei. Ich glaube dennoch, dass wir auf unseren Weg in der Europa League stolz sein können. Wir haben uns gemeinsam mit unseren Fans in Europa sehr gut präsentiert und hoffen, dass wir bald eine nächste besondere Reise durch Europa antreten werden.“
Seit Juli 2024 bist du nun schon bei uns. Wie fühlst du dich in Stuttgart?
Ramon: „Meine Freundin und ich fühlen uns beide sehr wohl hier. Ich spiele für einen großartigen Club mit unglaublichen Fans und coolen Teamkollegen. Wir haben einen hervorragenden Coach, der mich als Spieler immer besser macht. Dadurch geht es mir sehr gut in Stuttgart.“
War es für dich eine Umstellung, vom eher flachen Land in den Stuttgarter Kessel zu ziehen?
Ramon: „Natürlich ist die Umgebung komplett anders, aber ich finde es richtig schön. Ich mag beides und genieße die Unterschiede. Schon als kleiner Junge hatte ich immer den Traum, in einer der größten Ligen Fußball zu spielen. Die Bundesliga gehört natürlich dazu – es ist einfach schön, hier zu sein.“
Wie schaltest du ab?
Ramon: „Ich verbringe gerne Zeit mit der Familie und mit Freunden – das darf auch gerne etwas ruhiger sein, um gemeinsam zu entspannen.“
Blicken wir auf unseren Gegner aus Dortmund. Deine Bilanz mit dem VfB gegen den BVB ist mit einem Sieg und einem Remis positiv. Was erwartet uns am Samstagabend?
Ramon: „Wieder ein Sieg! (schmunzelt)“
stadion aktuell | Bundesliga 2025/2026 | 28. Spieltag
Wer in den 56 Seiten des Stadionmagazins blättern und sich damit optimal auf das Heimspiel am Samstag, 4. April 2026, 18.30 Uhr, gegen Borussia Dortmund einstimmen möchte, kann ab sofort das E-Paper kostenfrei lesen oder sich die STADION AKTUELL in der VfB-Magazine-App anschauen. Wie immer liegt die gedruckte Version der STADION AKTUELL am Spieltag im Umgriff der MHP Arena aus.
Weitere Themen sind:
Übrigens: Für die VfB-Magazine „STADION AKTUELL“ und „dunkelrot“ steht eine eigene App namens „VfB-Magazine“ im App Store sowie im Google Play Store zum Download bereit. Jetzt herunterladen und gleich loslesen.