Hinter Finn Jeltsch liegen ereignisreiche Monate. Der Wechsel zum VfB, die ersten Bundesliga-Einsätze, der DFB-Pokalsieg 2025 in Berlin, die Auszeichnung mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold, Debüt für die deutsche U21-Nationalmannschaft sowie inzwischen auch Erfahrungen im Europapokal. Und natürlich sollen in der UEFA Europa League noch weitere Begegnungen hinzukommen. Am Donnerstag, ab 18.45 Uhr, live bei RTL sowie im VfB Radio und im VfB Liveticker, spielt der VfB gegen den Celtic FC um den Achtelfinal-Einzug. Zuvor spricht der 19 Jahre alte Verteidiger über das Rückspiel gegen die Schotten, seine Entwicklung und die Defensivarbeit des gesamten Teams.
Hallo Finn, durch den 4:1-Auswärtssieg am vergangenen Donnerstag beim Celtic FC ist eine gute Ausgangslage für das Rückspiel entstanden. Wie schätzt du die Situation ein?
Finn: „Wir haben uns eine gute Ausgangslage erarbeitet. Dennoch gibt es genügend Beispiele im Fußball, dass so etwas längst keine Garantie für ein Weiterkommen ist. Wir müssen uns auch im Rückspiel alles erarbeiten und sollten die Partie angehen, als würde es insgesamt noch 0:0 stehen. Ich bin überzeugt, dass wir als Team erneut die richtige Mentalität zeigen werden.“
Was waren aus deiner Sicht die Schlüssel, um den ersten von zwei Vergleichen mit Celtic erfolgreich zu gestalten?
Finn: „Wir hatten von der ersten Minute an die richtige Schärfe und Konsequenz in unserem Spiel. Hinzu kam, dass wir effizient unterwegs waren – in der Europa League hatten unsere Leistungen oftmals gepasst, aber es blieb zum Teil der Lohn aus, diesmal war von Beginn an zu spüren, dass wir die Begegnung unbedingt auf unsere Seite ziehen wollten. Auf dem Platz hat es sich richtig gut angefühlt, wir hatten Spaß am Spiel, jeder wollte den Ball haben und wir sind auch nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich stabil geblieben.“
In Glasgow waren tausende VfB-Fans dabei, zum Rückspiel wird die MHP Arena ausverkauft sein. Inwiefern sorgt die große Unterstützung für einen zusätzlichen Vorteil?
Finn: „Das war beeindruckend. Wir waren darauf eingestellt, dass es im ‚Celtic Park‘ sehr laut werden kann – im Endeffekt waren auf dem Platz aber vor allem die Gesänge der VfB-Fans zu hören. Das hat uns definitiv gepusht. Es war auch richtig cool, international vor einem solch vollen Auswärtsblock jubeln zu können. Wir sind sehr dankbar, wie uns die Fans unterstützen – im Heimspiel werden wir knapp 60.000 Fans an unserer Seite haben, das ist ein großer Vorteil für uns.“
Seit dem vierten Spieltag der UEFA Europa League hast du stets zur Startelf gehört. Was schätzt du an dem Wettbewerb besonders?
Finn: „In meinem Alter ist es einfach etwas Besonderes, diese internationale Kulisse aufsaugen zu können. Ich mag es, gegen Gegner und Mannschaften zu spielen, denen man sonst eher selten begegnet. Es sind immer wieder neue Umstände. Diese Erfahrungen bringen mich weiter.“
Du bist seit etwas mehr als einem Jahr beim VfB und hast dich rasch zu einer festen Größe im Team entwickelt. Wie zufrieden bist du mit deiner Entwicklung?
Finn: „Als ich zum VfB kam, war schwer abzuschätzen, auf wie viel Spielzeit ich zunächst kommen werde. Ich nahm mir vor, den nächsten Schritt zu machen und mich auf dem hohen Niveau zu beweisen. Ich bin sehr happy, dass das alles so aufgeht und ich fühle mich total wohl. Zwischendurchgab es auch mal Leistungsschwankungen, was sicherlich normal ist und woraus ich lernen kann. Mir hat geholfen, dass ich stets das Vertrauen von Trainerteam und Mannschaft gespürt habe, Ruhe bewahrt habe und so wieder in den ‚Flow‘ gekommen bin.“
VfB-Verteidiger Finn Jeltsch:
Ich sehe mich als Verteidiger, der auch offensiv denkt und mutig agieren möchte.
Was sind Aspekte, an denen du derzeit besonders arbeitest, um diese Entwicklung fortzusetzen?
Finn: „Es geht darum, einerseits die Stärken auszubauen und andererseits natürlich an den Schwächen zu arbeiten. Im Hinspiel bei Celtic gab’s eine Szene, die mich besonders gefreut hat: Wir trainierten zuletzt immer wieder mein Kopfballspiel. Dass ich vor unserem 1:0 den Ball im richtigen Moment per Kopfballduell gewinne und den Treffer miteinleite, war eine schöne Bestätigung für diesen Fleiß. Zudem schaue ich mir nach jeder Partie einzelne Spielszenen an – sowohl die, die ich gut gelöst habe, als auch jene, bei denen noch Luft nach oben ist.“
Als Stärke kann definitiv deine Beteiligung am Spielaufbau bezeichnet werden. Woher kommt das Selbstverständnis, sich so aktiv einzubringen?
Finn: „In der Jugend habe ich häufig auf der Achter-Position gespielt, vielleicht ist da einiges hängengeblieben (lacht). Generell mag ich es, das Spiel vor mir zu haben. Es ist in meinem Kopf verankert, in gewissen Situationen vorzustoßen. Ich sehe mich als Verteidiger, der auch offensiv denkt und mutig agieren möchte, wenn der Raum dafür vorhanden ist.“
Es fällt aus, dass ihr in der Defensivarbeit auch bei mitunter wechselnden Anfangsformationen gut harmoniert. Woran liegt das?
Finn: „Es gelten die gleichen Prinzipien – egal, wer spielt. Wir wissen, was zu tun ist und haben eine hohe Qualität im Abwehrbereich. In jeder Situation können wir uns aufeinander verlassen und vertrauen uns zu 100 Prozent. Das macht ganz viel aus, auch weil wir uns gegenseitig unterstützen und das gesamte Team in der Defensivarbeit mitwirkt.“
Zum Schluss noch eine private Frage: Jüngst hast du bei einer Pressekonferenz erzählt, dass du regelmäßig Besuch aus deiner Heimat bei Nürnberg erhältst. Wie viele Karten hast du für das Celtic-Rückspiel organisieren müssen?
Finn: „Das waren wieder einige Tickets. Grundsätzlich sind bei den Spielen oft meine Eltern sowie auch mal weitere Familienmitglieder und Freunde dabei. Das ist eine tolle Unterstützung. Meine Heimat ist nicht so weit weg von Stuttgart, dadurch sehen wir uns regelmäßig und das freut mich sehr.“
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