Kurz nachdem Schiedsrichter Deniz Aytekin das Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin am späten Sonntagnachmittag abgepfiffen hatte, war den Jungs aus Cannstatt die Enttäuschung über das Ergebnis anzumerken. Dass die Elf von Sebastian Hoeneß in der Schlussphase das vorentscheidende 2:0 liegen ließ, stattdessen den Ausgleich kassierte und am Ende Glück hatte, dass den Gästen nicht auch noch der Lucky Punch gelang, ärgerte Cheftrainer wie Spieler gleichermaßen. „Nach dem Treffer ist es uns nicht gelungen, wirklich Ruhe in die Partie zu bekommen, sondern wir haben das Spiel offengelassen“, analysierte Sebastian Hoeneß nach dem Abpfiff. Kapitän Atakan Karazor fügte an, dass die Mannschaft „die eine oder andere Möglichkeit noch besser und überlegter“ hätte ausspielen können.
Erwartet schwerer Gegner
Unter dem Strich stand mit dem 1:1 aber ein leistungsgerechtes Unentschieden. Union Berlin entpuppte sich am Sonntag als genau der schwer zu bespielende und zweikampfstarke Gegner, der vor dem ersten Spiel der Rückrunde erwartet worden war. Mit ihren Stärken im Umschaltspiel und bei Standards hatten die Berliner in der Hinrunde nicht nur gegen den VfB (2:1), sondern unter anderem auch gegen Frankfurt (4:3), den FC Bayern (2:2) sowie RB Leipzig (3:1) Achtungserfolge gefeiert. „Wir brauchten heute eine andere Herangehensweise als zuletzt in den Spielen gegen Leverkusen und Frankfurt“, ordnete Fabian Wohlgemuth, Vorstand Sport, ein. Nach einer guten Anfangsphase des VfB kamen die Gäste besser in die Partie, kreierten – zumeist durch Standards – selbst gute Chancen und lieferten den Jungs aus Cannstatt ein offenes Spiel. Daher hatte sich seine Mannschaft „für die zweite Halbzeit vorgenommen, noch schneller zu spielen und noch aktiver zu sein, um den Gegner zu bewegen und Lücken zu reißen“, so Sebastian Hoeneß. Für den wuchtigen Auftritt in der ersten Viertelstunde nach der Pause, den Chris Führich mit seinem dritten Saisontor krönte, belohnte sich der VfB schließlich nicht, auch weil die Berliner weder davor noch danach viele Torchancen ermöglichten und den Jungs aus Cannstatt bei diesen die Kaltschnäuzigkeit fehlte.
Guter Start, Hunger auf mehr
Am Ende steht zum Abschluss der ersten Englischen Woche des Jahres trotz des kleinen Dämpfers gegen Union Berlin eine Ausbeute von sieben von neun möglichen Punkten und ein insgesamt zufriedenstellender Start ins Kalenderjahr. „Die Partie zeigt uns, dass wir bis zum Schluss und in jedem Augenblick konzentriert bleiben müssen. Insgesamt sind wir gut in das neue Jahr gekommen, sind voller Ehrgeiz und das wollen wir auch in den nächsten Spielen abrufen“, befand Cheftrainer Sebastian Hoeneß abschließend. Nun haben die Jungs aus Cannstatt zwei Auswärtsspiele vor der Brust – zunächst am Donnerstagabend in der UEFA Europa League in Rom (21 Uhr), anschließend am Sonntagnachmittag in Mönchengladbach (15.30 Uhr).