Die frühe Führung herausgespielt, die Vorentscheidung verpasst, den späten Ausgleich hingenommen – und in der Schlussphase mit zwei späten Treffern großen Charakter bewiesen: Der achte Bundesliga-Heimsieg des VfB in der laufenden Saison war ein hartes Stück Arbeit.
Von Beginn an entpuppte sich der 1. FC Köln als die hartnäckige und unangenehme Mannschaft, die vor dem Spiel erwartet worden war. „Immer, wenn ich mir die Kölner in der letzten Zeit angeschaut habe, waren sie schwer zu bespielen. Das haben sie auch heute gezeigt“, so Cheftrainer Sebastian Hoeneß nach dem Heimsieg gegen die Rheinländer, dem achten in dieser Bundesliga-Saison. Mit 26 von 33 möglichen Punkten gehört der VfB zu den heimstärksten Teams der Liga – und profitierte dabei auch diesmal wieder vom bedingungslosen Support auf den Rängen.
Getragen von der Kurve
Wie bereits bei den Heimsiegen gegen Borussia Mönchengladbach (1:0), den 1. FSV Mainz 05 (2:1), den FC Augsburg (3:2), Eintracht Frankfurt (3:2), den BSC Young Boys (UEFA Europa League, 3:2) sowie den SC Freiburg (1:0) dauerte es auch diesmal bis in die Schlussphase, ehe der VfB den „entscheidenden Nadelstich“ setzte, wie Deniz Undav es nach dem Spiel beschrieb. „Es ist klar, dass wir mit dieser Kulisse im Rücken immer ein Tor machen können“, hielt Sebastian Hoeneß fest.
Die beiden späten Tore von Ermedin Demirovic und Deniz Undav waren bereits die Treffer 13 und 14, die die Jungs aus Cannstatt in der Schlussviertelstunde (inklusive Nachspielzeit) erzielten. Einzig der FC Bayern München (25) traf noch häufiger nach der 75. Minute. Weil auch die Kölner mit nun 13 Treffern in der Schlussphase (Platz drei) zu den Topteams in dieser Hinsicht gehören, verwundert es nicht, dass das Samstagabend-Topspiel Spannung bis zum Ende bot.
„Ein Strafraum-Stürmer durch und durch“
„Es spricht für unseren Charakter, dass wir nach dem Ausgleich nochmal so zurückkommen“, fasste Doppel-Torschütze Ermedin Demirovic das turbulente Ende zusammen. „Ich freue mich, dass wir gewonnen haben. Wir haben heute bewiesen, dass wir auch Arbeitssiege einfahren können. So ein Erlebnis ist genauso wichtig für eine Mannschaft, wie den Gegner herzuspielen und hoch zu gewinnen.“ Der 27-Jährige stellte einmal mehr seine Qualitäten für den VfB unter Beweis. „Er ist ein Strafraum-Stürmer durch und durch und macht immer seine Tore“, so Jubilar Deniz Undav über seinen Offensivpartner, der nach seinem Traumtor gegen Freiburg (1:0) diesmal zwei Direktabnahmen verwandelte. Nach dem Last-Minute-Siegtreffer gegen den SCF sorgte der bosnische Nationalspieler gegen Köln erneut für die Entscheidung und bejubelte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack in dieser Spielzeit sowie sein fünftes Spiel mit mindestens zwei Treffern im Brustring-Dress, seitdem er im Sommer 2024 nach Bad Cannstatt gekommen war.