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Profis 15. Dezember 2025

Vorne eiskalt, hinten sicher

Jamie Leweling sticht als Distanzschütze und Vorbereiter heraus, doch der deutliche VfB-Sieg in Bremen ist auch das Ergebnis eines starken Zusammenspiels aller Mannschaftsteile.

Insgesamt 18 Tore fielen in den vier Bundesliga-Spielen des VfB seit dem Ende der vergangenen Länderspielpause im November. Die vor dem Sonntagabend-Duell in Bremen gespielten Partien bei Borussia Dortmund (3:3), beim Hamburger SV (1:2) und gegen den FC Bayern (0:5) waren zwar allesamt torreich, bis auf den Last-Minute-Punkt in Dortmund sprang für die Jungs aus Cannstatt dabei allerdings nichts Zählbares heraus. In der Bundesliga fehlte zuletzt die Kaltschnäuzigkeit aus der UEFA Europa League. Der deutliche Sieg in Bremen am Sonntagabend veränderte dieses Bild allerdings.

Beim 4:0-Erfolg im Weserstadion, dem höchsten Bundesliga-Auswärtssieg gegen Werder und dem ersten Zu-Null-Erfolg in Bremen seit Mai 1991, griffen die offensiven Rädchen mit den defensiven ineinander. „Wir haben unter der Woche schon in der Europa League gezeigt, dass wir Tore schießen können. Heute kam endlich auch mal wieder ein brutal wichtiger und eindeutiger Zu-Null-Sieg in der Bundesliga dazu“, freute sich Alexander Nübel über seine 31. Weiße Weste im 101. Pflichtspiel für den VfB.

Kein Rückschlag durch aberkanntes Tor

Die Jungs aus Cannstatt agierten von Beginn an mutig, überstanden die erste Drangphase der Gastgeber – und schalteten im Anschluss einen Gang hoch. Der vermeintliche Führungstreffer durch Deniz Undav, der nach rund 25 Minuten wegen einer knappen Abseitsentscheidung annuliert wurde, sei „die folgerichtige Konsequenz der kontinuierlichen Leistungssteigerung“ auf dem Platz gewesen, so Fabian Wohlgemuth, Vorstand Sport, nach dem Spiel. Ein Rückschlag war der Elf von Sebastian Hoeneß nach der Entscheidung nicht anzumerken – ganz im Gegenteil.

„Die Jungs sind drangeblieben und haben die Partie so vor der Pause auf ihre Seite gezogen“, analysierte der Cheftrainer die starke erste Halbzeit seiner Mannschaft, an deren Ende Bilal El Khannouss per Kopf sowie Jamie Leweling per Distanz-Rakete für eine verdiente 2:0-Führung sorgten.

„Das umgesetzt, was wir zuletzt bemängelt haben“

Dass die Bremer kurz nach dem Seitenwechsel durch den Platzverweis für Abwehrspieler Karim Coulibaly dezimiert wurden, spielte dem VfB zusätzlich in die Karten. Immer wieder forderten die weiß-roten Offensivspieler den starken Bremer Torhüter Mio Backhaus mit wuchtigen Abschlüssen, der mit seinen Paraden großen Anteil daran hatte, dass das Spiel erst mit dem 3:0 durch Deniz Undav vorentschieden wurde. Der Stürmer, der nun acht Tore in den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen erzielt hat, zeigte sich ebenso zufrieden mit dem Auftritt in seiner norddeutschen Heimat wie der Rest der Mannschaft: „Wir haben heute das umgesetzt, was wir nach dem Spiel gegen Tel Aviv am Donnerstag noch bemängelt haben. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wir noch höher hätten gewinnen können. Jetzt können wir erst einmal in Ruhe auf das letzte Spiel des Jahres hinarbeiten.“