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Profis 12. Januar 2026

„Ein spektakuläres Stadion“

Jeremy Arévalo wirft einen Blick in sein neues „Wohnzimmer“. Im STADION AKTUELL-Interview spricht der Neuzugang über seinen Wechsel, die neue Liga – und einen spanischen Kumpel.

Die Ereignisdichte war hoch. Am 2. Januar 2026 die offizielle Bekanntgabe des Transfers, einen Tag später das Auftakttraining, nochmal zwei Tage später der erste Einsatz beim Testspiel gegen den FC Luzern (3:2). Jeremy Arévalo hat bewegte Tage hinter sich. Der Neuzugang des VfB, der vom spanischen Zweitligisten Racing Santander zum Club aus Cannstatt gewechselt ist, kommt mehr und mehr in Stuttgart an. Und lernt beim Termin mit der STADION AKTUELL in der Loge von „Team Partner“ EgeTrans sein „neues Wohnzimmer“ kennen – erstmals wirft er einen Blick in die MHP Arena.

Hallo Jeremy, wir stehen auf der Haupttribüne der MHP Arena. Wie ist dein erster Eindruck von dem Stadion?

Jeremy: „Es ist ein spektakuläres Stadion. Ich hatte mir bereits im Vorfeld einige Fotos angeschaut und kann es kaum erwarten, die MHP Arena das erste Mal mit Fans erleben zu dürfen. Ich habe schon erzählt bekommen, wie besonders und laut die Stimmung ist. Das wird ein großartiges Erlebnis.“

Inwiefern hast du in den vergangenen Wochen, als der Kontakt zum VfB zunahm, die Spiele der Jungs aus Cannstatt verfolgt?

Jeremy: „Tatsächlich habe ich im Dezember 2025 alle Spiele verfolgt, insofern es mit den Terminen bei Racing Santander gepasst hat. Die letzte Partie vor Weihnachten, es war das 0:0 gegen Hoffenheim, habe ich unterwegs via Livestream am Handy geschaut. Es trafen zwei wirklich gute Mannschaften aufeinander, der VfB war näher dran am Sieg. Für mich zählt die Bundesliga zu den Top-Ligen der Welt.“

Was waren die Gründe, weshalb du dich im Winter für einen Wechsel nach Stuttgart entschieden hast?

Jeremy: „Es war eine bewusste Entscheidung – für den VfB, für die Bundesliga, für eine große Herausforderung in einem neuen Land. Der VfB bietet mir die Möglichkeit, meine Entwicklung auf einem sehr hohen Niveau fortzusetzen. Mir gefallen die Intensität in der Bundesliga und der Fußball, für den der VfB steht. Nach meinen Gesprächen mit Sebastian Hoeneß und weiteren Verantwortlichen war ich mir sicher, dass es der richtige Schritt für mich ist und ich gut zur Philosophie des Clubs passe.“

Als der VfB deinen Transfer bekanntgab, kommentierte Chema umgehend bei Instagram mit „Bienvenido“ und „Hermano“ – welche „brüderliche Verbindung“ besteht zwischen dem spanischen Mittelfeldspieler und dir?

Jeremy: „Das habe ich auch gelesen und mich sehr darüber gefreut. Chema und ich kennen uns aus der spanischen U18-Nationalmannschaft, für die ich auflief, bevor ich mich für Ecuador entschieden habe. Wir waren dreimal gemeinsam nominiert und hatten uns auf Anhieb gut verstanden. Als mein Wechsel nach Stuttgart konkreter wurde, habe ich Chema kontaktiert und ihn nach seinen Eindrücken gefragt – er hat sehr positiv über den Club und das Team gesprochen.“

Ist Chema somit auch eine Stütze bei der Integration?

Jeremy: „Absolut. Einige Teamkollegen sagen aus Spaß, dass sie uns häufig im Doppelpack sehen (lacht). Chema weiß aus eigener, kürzlicher Erfahrung, wie es ist, in jungen Jahren in ein neues Umfeld zu kommen und hilft mir sehr. Das gilt auch für alle anderen Jungs, die Spanisch sprechen, insbesondere für Tiago (Tomás, Anm. d. Red.) und Noah (Darvich, Anm. d. Red.). Darüber hinaus hat mich das gesamte Team sehr gut aufgenommen, alle Personen – auch im Trainerteam und Staff – sind extrem bemüht. Das ist eine Form von Wertschätzung, für die ich sehr dankbar bin.“

VfB-Neuzugang Jeremy Arévalo:

Ich bin umgeben von sehr guten Profis, von denen ich viel lernen und mir abschauen kann.

Du lernst derzeit auch eine neue Kultur kennen. Inwiefern spielt für dich eine Rolle, schnell die Sprache zu beherrschen?

Jeremy: „Die Sprache ist der Schlüssel. Für mich ist es wichtig, mich zeitnah mit wirklich allen Teamkollegen verständigen zu können. Daher steht fest, dass ich in diesen Tagen mit dem Sprachunterricht beginne. Ein paar Wörter habe ich bereits durch die Kabine gelernt – etwa ‚Hallo‘, ‚Danke‘, ‚Tschüss‘ und ‚Tor‘.“

Mit dem Team von Cheftrainer Sebastian Hoeneß hast du inzwischen einige Trainingseinheiten absolviert. Welche Unterschiede nimmst du im Vergleich zu deinem bisherigen Club wahr?

Jeremy: „Grundsätzlich hat auch die zweite Liga Spaniens einen guten Ruf, dort wird ein sehr technischer Fußball gespielt. Doch natürlich ist das Niveau beim VfB, der auch international spielt, viel höher. Ich bin umgeben von sehr guten Profis, von denen ich viel lernen und mir abschauen kann. Die Intensität ist hoch, es ist sehr kompetitiv. Physis, Dynamik, schnelle Entscheidungen, saubere Aktionen – all das ist auf diesem Niveau entscheidend.“

Wie würdest du den weiß-roten Fans deine eigene Spielweise beschreiben?

Jeremy: „Ich mag es, aktiv und präsent zu sein, habe gerne den Ball oder versuche, Räume für meine Mitspieler zu öffnen. Mir wird nachgesagt, dass ich einen guten Zug zum Tor entwickeln kann. Das möchte ich auch beim VfB zeigen, um der Mannschaft zu helfen – ganz egal, ob durch Laufwege, Vorlagen oder Abschlüsse.“

Ein anderer Spieler mit ecuadorianischer Staatsbürgerschaft, an den sich die Fans des VfB gerne erinnern, ist Carlos Gruezo. Er lief von 2014 bis 2016 für Stuttgart auf. Hattet ihr rund um den Wechsel miteinander Kontakt?

Jeremy: „Nein, wir hatten keinen Kontakt miteinander, aber vielleicht ergibt sich demnächst eine Gelegenheit. Carlos ist eine Legende in Ecuador, ein sehr verdienter Spieler. Leider gehörte er nicht zum Kader, als ich das erste Mal für die Nationalmannschaft unseres Landes nominiert war.“

Während Carlos Gruezo 65-mal für Ecuador auflief, hast du im November 2025 dein erstes A-Länderspiel für Ecuador absolviert. Theoretisch könntest du bei der Weltmeisterschaft 2026 in der Gruppenphase auf Deutschland treffen. Inwiefern ist eine mögliche WM-Nominierung ein zusätzlicher Ansporn für dich?

Jeremy: „Darüber habe ich in einem Gespräch mit Sebastian Hoeneß geredet – die WM-Auslosung war im Dezember 2025 sehr präsent. Natürlich ist solch eine Perspektive etwas ganz Besonderes, aber der Schlüssel sind meine Leistungen im Club. Ich bin hier, um mich weiterzuentwickeln und ein noch besserer Spieler zu werden. Wenn ich das Schritt für Schritt hinbekomme, kann ein solch riesiger Traum in Erfüllung gehen. In jedem Fall bin ich total stolz über jede Minute, die ich in meinem Leben für Ecuador spielen darf.“

Zurück zur Gegenwart: Das erste Bundesliga-Heimspiel im Jahr 2026 findet gegen Eintracht Frankfurt statt. Was erwartest du für eine Begegnung?

Jeremy: „Sportlich ist das eine sehr bedeutende Partie, dafür reicht alleine der Blick auf die Tabelle. Atmosphärisch wird es bestimmt beeindruckend: Es ist ein Flutlichtspiel, die Stimmung wird grandios sein. Als Spieler habe ich eine Kulisse in dieser Größenordnung noch nie erlebt – mein Ziel ist zunächst, mich im Training so gut zu präsentieren, dass ich es in den Spieltagskader schaffe.“

stadion aktuell | Bundesliga 2025/2026 | 17. Spieltag

Wer in den 48 Seiten des Stadionmagazins blättern und sich damit optimal auf das Heimspiel am Dienstag, 13. Januar 2026, 18.30 Uhr, gegen Eintracht Frankfurt einstimmen möchte, kann ab sofort das E-Paper kostenfrei lesen oder sich die STADION AKTUELL in der VfB-Magazine-App anschauen. Wie immer liegt die gedruckte Version der STADION AKTUELL am Spieltag im Umgriff der MHP Arena aus.

Weitere Themen sind:

  • Jeremy Arévalo: Zahlenspiel und Fotoalbum
  • Poster: Jeremy Arévalo
  • Zu Gast: Eintracht Frankfurt
  • VfB-Stiftung: Auszeichnung für das Ehrenamt
  • VfB-Frauen: Doppelinterview mit Emma Babic und Lenelotte Müller
  • Nachwuchs: Aktuelles aus der Winterpause
  • Historie: 100 Jahre Brustring
  • MHP Arena: Highlights im Jahr 2026

Übrigens: Für die VfB-Magazine „stadion aktuell“ und „dunkelrot“ steht eine eigene App namens „VfB-Magazine“ im App Store sowie im Google Play Store zum Download bereit. Jetzt herunterladen und gleich loslesen.

Freier Verkauf für zwei Heimspiele

Für die Bundesliga-Heimspiele am Dienstag, 13. Januar 2026, um 18.30 Uhr, gegen Eintracht Frankfurt sowie am Sonntag, 18. Januar 2026, um 15.30 Uhr, gegen den 1. FC Union Berlin sind noch Tickets in verschiedenen Kategorien verfügbar.

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