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Profis 28. Januar 2026

„Ein riesiges Glücksgefühl“

Ermedin Demirovic fiel 91 Tage lang aus, inzwischen ist er zurück. Im STADION AKTUELL-Interview spricht der Stürmer über seine Reha, das Comeback – und ein privates Glück.

Exakt 91 Tage lang musste Ermedin Demirovic aussetzen, aufgrund einer Fußverletzung. Nun ist er zurück – und traf direkt bei seinem ersten Startelf-Einsatz am 13. Januar 2026 gegen Eintracht Frankfurt. Vor dem letzten Spieltag in der UEFA Europa League-Ligaphase am Donnerstag, 21 Uhr, live bei RTL+ sowie im VfB Radio und im VfB Liveticker, gegen Young Boys Bern spricht der Stürmer über seine Reha und sein Comeback sowie die Entwicklung der Mannschaft und den Saisonverlauf.

Hallo ‚Demi‘, es ist schön, dich nach deiner Fußverletzung wieder auf dem Rasen zu sehen. Inwiefern bist du schon wieder in der Nähe deiner Optimalform?

‚Demi‘: „Ich fühle mich wieder richtig gut, spüre keinerlei Schmerzen mehr. Ich bin insgesamt auf einem guten Level. Zudem gab mir das Tor gegen Eintracht Frankfurt einen zusätzlichen Schub. Und jede Trainingseinheit und jedes Spiel bringen mich weiter an meine Top-Verfassung.“

Es war tatsächlich eine der ersten längeren Verletzungspausen in deiner Profikarriere. Du musstest 91 Tage lang aussetzen. Wie bist du damit umgegangen?

‚Demi‘: „Ich bin ein sehr ehrgeiziger und mitunter auch ungeduldiger Mensch. Daher war das etwas Neues, über einen solch langen Zeitraum weder mit der Mannschaft trainieren noch spielen zu können. Das ist für einen Fußballer natürlich schwierig – ich habe alleine schon das Auspowern vermisst. Mir haben meine Familie und Freunde sehr geholfen, auch mit meinen Teamkollegen und dem Trainerteam war ich regelmäßig in Kontakt. Ich bin positiv geblieben, wusste, dass die Verletzung komplett ausheilen wird, wenn ich es behutsam und Schritt für Schritt angehe.“

Was waren Schlüsselmomente während der Reha, die dir Kraft und Motivation gegeben haben?

‚Demi‘: „Ich hatte stets das klare Ziel vor Augen, möglichst mit Jahresbeginn 2026 wieder zurück zu sein. Das gab mir Kraft und daran habe ich mich orientiert, ohne etwas zu überstürzen. Dieser Plan ist gut aufgegangen. Mir sind zwei Momente besonders im Kopf geblieben: Es war ein schönes Gefühl, erstmals nach der Verletzung wieder mit dem Ball am Fuß auf dem Rasen trainieren zu können. Und später, als ich die erste Einheit mit der Mannschaft absolviert habe, war ich ebenfalls sehr glücklich. Es tut gut, solche Etappenziele zu erreichen.“

Bei deinem Startelf-Comeback – es war der 3:2-Heimsieg am 13. Januar 2026 gegen Eintracht Frankfurt – hast du den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt. Was ging dir nach diesem Tor durch den Kopf?

‚Demi‘: „Es war ein riesiges Glücksgefühl. Ich habe an Momente gedacht, in denen ich mich geschunden habe, um zurückzukommen, und mir gingen viele Personen durch den Kopf, die mich bei der Reha enorm unterstützt haben – Familie, Freunde, Trainer, Staff, Mitspieler. Ich denke gerne an den Treffer und die Emotionen zurück.“

Bundesliga, UEFA Europa League und DFB-Pokal: In allen Wettbewerben wird es zunehmend spannender. Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf des VfB?

‚Demi‘: „Wir sind in allen drei Wettbewerben in einer guten Ausgangsposition, die wir uns gemeinsam erarbeitet haben. Diese möchten wir nutzen, um es zu einer erfolgreichen Saison für den VfB zu machen. Es ist dabei wichtig, dass wir von Spiel zu Spiel denken, den Fokus richtig setzen und stets die nächste Aufgabe im Blick haben. Es macht wenig Sinn, heute schon über April oder Mai nachzudenken.“

VfB-Stürmer Ermedin Demirovic:

Ich nehme unsere Mannschaft seit dem Pokalsieg noch einen Tick fokussierter wahr. Bei jedem Teamkollegen hat dieser Titelgewinn einen gewissen Erfolgshunger geweckt.

In dem europäischen Wettbewerb folgt mit der Heimpartie gegen Bern der letzte Spieltag in der Ligaphase. Wie nehmt ihr die Partie an?

‚Demi‘: „Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen: Einerseits entspricht das unserem Naturell, in jeder Partie erfolgreich sein zu wollen. Andererseits ist es wichtig, die drei Punkte zu holen, um anschließend zu schauen, was sich damit noch in der Tabelle bewegen lässt. Und natürlich wollen wir unseren Fans zu Hause den Sieg schenken und mit ihnen gemeinsam in der Kurve feiern.“

In einem Interview hast du zuletzt erklärt, dass der DFB-Pokalsieg 2025 eine Gier auf weitere große Siege im Team ausgelöst habe. Woran machst du das fest?

‚Demi‘: „Ich nehme unsere Mannschaft seit dem Pokalsieg noch einen Tick fokussierter wahr. Bei jedem Teamkollegen hat dieser Titelgewinn einen gewissen Erfolgshunger geweckt. Das tut uns gut, weil es eine große Bereitschaft in die Mannschaft trägt, weiterhin konzentriert und hart zu arbeiten.“

Du sprichst insgesamt sechs Sprachen. Inwiefern ist das ein Faktor, um neuen Spielern bei der Integration zu helfen?

‚Demi‘: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es ist, neu in eine Mannschaft zu kommen. Ich habe selbst den einen oder anderen Vereinswechsel in meiner Karriere gehabt und war für jede Unterstützung dankbar. Daher ist es für mich selbstverständlich, mich beim VfB einzubringen, den Jungs zu helfen – sei es mit der Sprache, durch kleine Gesten oder gemeinsame Aktivitäten. Mir macht das einfach Freude.“

Zum Schluss noch eine private Frage: Du bist inzwischen stolzer Papa einer kleinen Tochter. Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

‚Demi‘: „Sicherlich kennt jeder Vater  diese Gefühle: Es ist einfach großartig. Ein Kind schenkt einem völlig neue Eindrücke. Ich bin sehr stolz als Papa, freue mich jeden Tag auf die Kleine und die Zeit mit meiner Familie. Ich bin überwältigt, wie unsere Tochter stets neue Dinge lernt und welche Entwicklungssprünge sie macht. Es ist eine besondere Zeit.“

stadion aktuell | UEFA Europa League 2025/2026 | 8. Spieltag

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Weitere Themen sind:

  • Editorial mit Dietmar Allgaier und Alexander Wehrle
  • Zu Gast: BSC Young Boys
  • VfB-Frauen: The next step
  • MHP Arena: Karrieremesse 2026

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