Es ist der offizielle Beginn der Rückrunde für den VfB. Mit dem Bundesliga-Heimspiel am Sonntag, ab 15.30 Uhr, live bei DAZN sowie im VfB Radio und im VfB Liveticker, beginnt für die Jungs aus Cannstatt das nächste Kapitel in dieser Saison – und auch Badredine Bouanani möchte eine weitere Geschichte schreiben. Seit Sommer 2025 läuft der 21-Jährige für den VfB auf, das erste Halbjahr diente unter anderem dem Ankommen und Eingewöhnen. Nun möchte der tempo- und trickreiche Offensivakteur noch häufiger Einsatzminuten sammeln und für Torgefahr sorgen.
Hallo Badredine, Stuttgart glich zuletzt einer Winterlandschaft. Wie kommst du mit den frostigen Temperaturen in Deutschland zurecht?
Badredine: „Da ich in Lille geboren und aufgewachsen bin, sind solch ein Winter und Schnee nichts Neues für mich. In jenem Teil Frankreichs ist das Wetter ähnlich zu Deutschland. Anders war es, als ich für OGC Nizza an der Côte d’Azur spielte: Da gab es solche Temperaturen nicht, dort ist das Klima deutlich milder (lacht). In Stuttgart habe ich mich bei den jüngsten Einheiten etwas dicker eingepackt – doch sobald es auf den Platz geht, rücken die äußeren Bedingungen in den Hintergrund und der Fokus liegt ganz auf dem Training oder dem Spiel.“
Du bist inzwischen seit knapp einem halben Jahr in Stuttgart zu Hause. Wie hast du dich eingelebt?
Badredine: „Seit meinem ersten Tag fühle ich mich in Stuttgart sehr wohl. Mitspieler, Trainerteam und Staff – alle Beteiligten haben mich wirklich herzlich aufgenommen. Das hat es mir leicht gemacht, in der neuen Umgebung anzukommen und mich schnell auf den Fußball und meine Weiterentwicklung konzentrieren zu können.“
Welche Gegenden besuchst du besonders gerne?
Badredine: „Das eine oder andere Lokal zum Essengehen habe ich entdeckt, zum Beispiel mit Bilal (El Khannouss, Anm. d. Red.). Darüber hinaus ist mir ein Ausflug besonders in Erinnerung geblieben: Als mich meine Eltern in Stuttgart besucht haben, sind wir auf den Wasen gegangen – ich finde es cool, einen Eindruck von dem Volksfest bekommen zu haben. Ansonsten gehe ich selten aus, sondern schätze die Zeit daheim sehr, schaue gerne Fußballspiele aus sämtlichen europäischen Ligen und regeneriere – zumal wir durch die ‚Englischen Woche‘ ohnehin viel reisen.“
Auch sportlich bist du dabei, deinen Platz immer mehr zu finden. Wie beurteilst du dein erstes Halbjahr beim VfB?
Badredine: „Mit dem ersten Monat war ich zufrieden – ich kam schnell an, hatte gute Aktionen und konnte auch mein erstes Tor für den VfB erzielen (gegen Celta de Vigo, Anm. d. Red.). Nach der Länderspielphase im Oktober konnte ich jedoch nicht so richtig an meinen guten Start anknüpfen, anschließend lief es ab Mitte November wieder besser. Aufs und Abs haben sich abgewechselt. Unser Trainer Sebastian Hoeneß und sein Team arbeiten viel mit mir – es gehört sicherlich dazu, nach einem Wechsel den einen oder anderen Anpassungsprozess zu durchleben. Ich nutze jede Einheit, um mich zu verbessern und aufzudrängen. Ich nehme wahr, dass die Formkurve wieder nach oben zeigt und sich die harte Arbeit auszahlt.“
Was sind konkrete Aspekte, an denen du arbeitest, um noch mehr Einsatzzeiten zu erhalten?
Badredine: „Ein Ziel ist, auf hohem Niveau noch mehr Konstanz in mein Spiel zu bekommen. Ich habe einerseits richtig gute Phasen mit zielstrebigen Aktionen, bin andererseits in manch Abschnitten zu wenig präsent. Nun geht es für mich darum, die aktiven, guten Phasen zu erhöhen – und die anderen zu reduzieren. Zudem spielt die Defensivarbeit eine wichtige Rolle – auch in diesem Bereich arbeitet das Trainerteam mit mir, zum Beispiel in Form von Videoanalysen.“
Offensivspieler Badredine Bouanani:
Extraschichten gehören für mich dazu – aber nicht nur, um den linken Fuß stetig zu verbessern, sondern auch mit Rechts noch gefährlicher zu werden.
Wenn’s gut läuft, können die Fans noch häufiger deinen Torjubel erleben. Was steckt dahinter, wie bist du darauf gekommen?
Badredine: „Ich habe den Jubel seit der Saison 2024/2025, das erste Mal habe ich ihn gezeigt, als ich für OGC Nizza gegen Montpellier traf. Er ist keine Erfindung von mir, sondern ich habe ihn mir von Alexander Isak (einst Newcastle United, jetzt Liverpool, Anm. d. Red.) abgeschaut. Es gibt einige Spieler, die nach einem Tor auf diese Weise jubeln. Ich möchte damit symbolisieren, dass ich ein Offensivspieler bin und im Fußball gerne präzise den Abschluss suche.“
Du bist in Frankreich zum Profi gereift und hast insgesamt 65 Partien in der Ligue 1 für den FC Lorient und OGC Nizza absolviert. Nun agierst du in der Bundesliga. Was zeichnet die deutsche Liga aus deiner Sicht aus?
Badredine: „Die Bundesliga ist bekannt für viele Teams, die offensiv denken und spielerische Lösungen suchen. Hinzu kommen das Pressing und die zielstrebigen Umschaltaktionen nach Balleroberung. Es wird häufig der direkte Weg zum Tor gesucht. Das kommt meiner Spielweise entgegen. In der französischen Liga wird dagegen etwas taktischer gespielt. Die Bundesliga ist eine sehr ‚direkte Liga‘, in der sich die Teams nichts schenken – jede Begegnung ist intensiv.“
Bekannt ist dein linker Fuß – fintenreich, präzise, abschlussstark. An welchen Spielern orientierst du dich, um diese Qualität weiterzuentwickeln?
Badredine: „Ich verfolge generell viele Spiele und Spieler und achte darauf, wie sich einzelne Akteure verhalten, die in ähnlichen Räumen agieren wie ich. Zwei Beispiele sind Paulo Dybala und Riyad Mahrez, die für ihren linken Fuß sehr bekannt sind. Letztgenannten Spieler kenne ich durch die algerische Nationalmannschaft und wir haben einen guten Austausch miteinander. Auch Extraschichten gehören für mich dazu – aber nicht nur, um den linken Fuß stetig zu verbessern, sondern auch mit Rechts noch gefährlicher zu werden. Schließlich macht mich das unberechenbarer für den Gegner und somit flexibler.“
In Deutschland denken viele Fußballfans bei solchen Abschlüssen an Arjen Robben …
Badredine: „Das stimmt. Es ist unfassbar, was für eine Qualität er mit dem linken Fuß hatte. Jeder Verteidiger wusste, dass er von rechts in die Mitte zieht, um anschließend mit seinem linken Fuß abzuschließen – und dennoch war es enorm schwer, diese Aktion abzuwehren. Er hatte diese Abschlussbewegung perfektioniert, kreierte und fand mit seiner Dynamik oftmals die entscheidende Lücke.“
Im Sommer 2026 findet die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko statt. Algerien hat sich qualifiziert. Inwiefern ist es für dich ein Ziel, bei diesem Turnier zum Kader zu gehören?
Badredine: „Zunächst war ich enttäuscht, dass ich keine Nominierung für den Afrika-Cup erhielt. Inzwischen habe ich daraus neue Kraft gezogen, um noch besser zu werden und wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückzukehren. Mir bedeutet es sehr viel, für Algerien aufzulaufen, das erfüllt mich mit großem Stolz. Insofern wäre es natürlich ein Traum, im Sommer bei der Weltmeisterschaft dabei sein zu dürfen.“
Zurück zur Gegenwart: Nun beginnt mit der Bundesliga-Rückrunde für den VfB das nächste Kapitel dieser Saison. Was hast du dir für diesen Abschnitt vorgenommen?
Badredine: „Ich habe mir vorgenommen, der Mannschaft noch häufiger mit meinen Aktionen und mit ‚Scorern‘ zu helfen. Das ist das Wichtigste für mich, ich möchte einen Schritt nach dem anderen machen, mich weiterentwickeln. Wir sind in allen Wettbewerben in einer guten Position – die zweite Saisonhälfte wird spannend, sie wird Entscheidungen mit sich bringen. Da möchte ich dabei sein und auf dem Rasen meinen Teil zu unserem Erfolg beitragen.“
stadion aktuell | Bundesliga 2025/2026 | 18. Spieltag
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