Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Dies trifft in gewisser Weise auf die Mannschaft von Cheftrainer Sebastian Hoeneß mit Blick auf das Achtelfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League am Donnerstag zu. Denn Porto, die zweitgrößte Stadt Portugals nach der Hauptstadt Lissabon, hat einiges zu bieten. An der Douro-Mündung zum Atlantik gelegen, lädt die Großstadt mit 230.000 Einwohnern seine Gäste zum Flanieren und Genießen ein. Mitte März kann dabei im Norden Portugals in den Cafés bei gutem Wetter mit Blick aufs Meer schon durchaus Sommer-Feeling aufkommen. Zumindest tagsüber. Abends, zum Anpfiff der Partie um 21 Uhr, dürfte dann aber eine zumindest dünne Jacke kein Fehler sein, auch wenn die Stimmung im „Estádio do Dragão“ durchaus heißblütig sein kann.
Mehr als 50.000 Fans finden in dem weiten Rund ihren Platz. Seinen Namen, auf Deutsch „Stadion des Drachen“, verdankt die Arena ihrer nicht alltäglichen Architektur. Denn aus der Vogelperspektive erinnert das transparente Dach an den Rückenpanzer eines Drachen. Erschaffen wurde die Arena anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2004 in Portugal. Nach knapp drei Jahren Bauzeit war das neue und vom portugiesischen Stararchitekten Manuel Salgado konzipierte Stadion des FC Porto fertiggestellt und wurde im November 2003 mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona feierlich eröffnet. Der Startschuss für das „Estádio do Dragão“ war indes auch einer für den FC Porto.
Große Spiele auf europäischer Bühne
Denn in der neuen sportlichen Heimat wurden fortan Titel am laufenden Band eingefahren. Lediglich in den Spielzeiten 2004/2005 und 2009/2010 „crashte“ Benfica Lissabon die blau-weiße Serien-Meister-Party. Denn von 2003 bis 2013 holte der FC Porto insgesamt neun Meisterschaften und gewann in dieser Zeit auch fünfmal den nationalen Pokalwettbewerb. Auf nationaler Ebene waren die Duelle mit Benfica und Sporting häufig Highlight-Spiele im „Dragão“.
Doch auch international wurde dort schon so manche „Schlacht“ geschlagen. In die Annalen eingegangen ist in jedem Fall das Finale der UEFA Champions League 2020/2021, das Manchester City seinerzeit mit 0:1 gegen Chelsea verlor. Aufgrund der Nachwirkungen der Coronavirus-Pandemie waren damals lediglich knapp 15.000 Zuschauer beim rein englischen Endspiel mit von der Partie. Auch Porto wusste seinerzeit zu überzeugen und scheiterte erst im Viertelfinale denkbar knapp (0:2/1:0) am späteren Sieger aus London. Eine Runde vor dem Aus hatten die Blau-Weißen im Achtelfinale des Wettbewerbes noch Juventus Turin mit Portugal-Ikone Cristiano Ronaldo ausgeschaltet, auch weil im heimischen Stadion ein 2:1 gegen die Italiener gelang. Zu den großen Spielen, die im „Estadio do Dragão“ ausgetragen wurden, zählte zweifelsohne auch das Eröffnungsspiel der EURO 2004. Gastgeber Portugal unterlag damals etwas überraschend mit 1:2 gegen den späteren Gewinner aus Griechenland, der im Finale wenige Wochen später erneut die Oberhand behalten sollte und in Lissabon mit 1:0 gewann. Neben der Arena hat Porto noch jede Menge weitere Highlights zu bieten.
Viele, viele Sightseeing-Tipps
Herzstück der Stadt ist das „Ribeira“-Viertel mit engen, gepflasterten Gassen, historischen Gebäuden und bunten Häusern, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Schwindelfrei sollten alle VfB-Fans sein, die mit dem Auto oder auch zu Fuß über die „Ponte Dom Luis I.“ wollen. Wer sich auf die 60 Meter über dem Wasserspiegel des Douro gelegene Brücke traut, wird mit einem großartigen Ausblick über die Stadt und einem atemberaubenden Panorama belohnt. Eine absolute Sehenswürdigkeit in Porto ist derweil auch der „São Bento“-Bahnhof, der aufgrund eines Meeres von rund 20.000 typisch portugiesischen Azulejos-Fließen einem Gemälde gleicht. Auch die Kathedrale „Sé do Porto“ sollte der mitreisende Fan unbedingt gesehen haben. Sie ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Und vor dem abendlichen Gang ins Stadion empfiehlt sich ein Besuch in einem der zahlreichen Restaurants der Stadt, in denen vor allem Fisch- und Wein-Liebhaber auf ihre Kosten kommen werden. In „Vila Nova de Gaia“, gelegen im Süden Portos, reift unterdessen der weltbekannte Portwein, den man jedoch idealerweise nur in Maßen konsumieren sollte, um nicht Gefahr zu laufen, die Geschehnisse am Abend im Stadion zu verpassen oder nur in eingeschränkter Weise miterleben zu können.