Access Keys:
Profis 27. Januar 2026

Einst Jugendbewegung, heute Spitzenclub

Der BSC Young Boys zählt zu den besten Teams der Schweiz. Und hat die eine oder andere Parallele zum VfB. Am Donnerstag spielen die Clubs gegeneinander.

Einzig die Saison 2021/2022 war eine Ausnahme: Damals hieß der Schweizer Meister FC Zürich. Ansonsten gab es in den vergangenen zehn Jahren nur zwei Mannschaften, die den Titel in der Super League gewinnen konnten. Dreimal der FC Basel, bereits am zweiten Spieltag der UEFA Europa League-Ligaphase einer der Gegner des VfB, und sechsmal der kommende Kontrahent BSC Young Boys aus Bern. Und auch wenn es in der aktuellen Spielzeit noch nicht nach Wunsch läuft und man den eigenen Ansprüchen etwas hinterherhinkt, ist und bleibt YB ein Spitzenteam in der Schweiz. Und ein Club mit großer Tradition und Historie.

Fünf Jahre jünger als der VfB

Im Jahr 1898 gegründet, ist der Verein fast so alt wie der VfB, der auf eine fünf Jahre längere Vereinsgeschichte zurückblicken kann. Ursprünglich waren die Young Boys das Schülerteam des FC Bern, von dem man sich recht schnell abspaltete. Schon im Jahr 1900 wurde man offiziell im Schweizer Fußballverband aufgenommen. Kurioserweise hat der Name des Vereins mit der Stadt des aktuell größten nationalen Konkurrenten zu tun. Denn „Young Boys“ wurde abgeleitet von den „Old Boys“ aus Basel. Junge Berner Gymnasiasten wollten mit dem Namen kurz vor der Jahrhundertwende eine ähnliche Identität schaffen, wie es den damals populären „Old Boys“ aus Basel gelungen war. Young Boys sollte für Dynamik und Aufbruch stehen, ein junges Team symbolisieren – und sich somit von etablierten Teams abheben. Auch die Vereinsfarben Gelb-Schwarz wurden in Anlehnung an die Old Boys Basel übernommen, um die Verbindung zu verdeutlichen.

YB-Heimat nimmt besonderen Platz in deutscher Fußballgeschichte ein

Nachdem man in den Anfangsjahren noch auf verschiedenen Plätzen wie dem „Schwellenmätteli“, dem Spitalacker-Platz und dem Sportplatz Kirchenfeld spielte, fand die Bewegung im Jahr 1925 eine neue sportliche Heimat: das Stadion Wankdorf. Mit dem Umzug einher ging auch die abermalige Namensänderung in Berner Sport Club Young Boys, wie der Verein bis heute heißt. Fortan spielte YB im damals neu erbauten und 30.000 Zuschauer fassende Stadion und sorgte damit für viel Aufsehen und auch Neid bei der Konkurrenz. Zur Weltmeisterschaft 1954 war das Fassungsvermögen auf circa 64.000 Plätze angestiegen und das Stadion Wankdorf wurde zudem zu jener geschichtsträchtigen Spielstätte, in der Deutschland seinen ersten WM-Titel gewinnen sollte.

Zwei Trainer coachten Bern und den VfB

Ähnlich erfolgreich wie das DFB-Team 1954 war YB dann auch bis Mitte der 1960er Jahre, als der Club vier Meisterschaften und zweimal den Schweizer Cup gewinnen konnte. Danach folgten sportlich weniger erfolgreiche Zeiten und im Jahr 1997 sogar der Abstieg in die damalige Nationalliga B, der heutigen Challenge League. Mit der Jahrtausendwende gelang es den Young Boys wieder, an alte Erfolge anzuknüpfen. Nach vier Jahren im „Exil“ im Berner Neufeld-Stadion zog YB im Jahr 2005 ins neuerbaute Stadion Wankdorf ein, das zunächst noch „Stade de Suisse“ hieß. 2018 holte YB nach 32 Jahren endlich wieder die Schweizer Meisterschaft und war bereits ein Jahr später der mitgliederstärkste Verein in dem Nachbarland. Es folgten fünf weitere Meistertitel und Achtungserfolge auf internationalem Terrain – wie ein 2:1-Sieg gegen Manchester United in der UEFA Champions League (2021/2022), den YB mit dem VfB (2003/2004) somit gemein hat. Auch zwei Trainer „teilten“ sich beide Clubs: Albert Sing coachte die Schweizer von 1951 an über ein ganzes Jahrzehnt lang und stand später (1966 bis 1967 sowie 1974 bis 1975) auch beim VfB an der Linie. Dasselbe gilt für Christian Gross, der von 2009 bis 2010 beim VfB als Cheftrainer fungierte und wenig später beim BSC Young Boys tätig war.