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Profis 5. Februar 2026

Angeschlagene Kiez-Kicker

Pokalaus, Verletzungssorgen und Abstiegskampf: Der FC St. Pauli muss über sich hinauswachsen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Der Status Quo

Der FC St. Pauli ist seit sechs Bundesliga-Spielen sieglos (je drei Remis und Niederlagen). Darüber hinaus gewann er nur eine der vergangenen 17 Partien im Oberhaus (2:1 gegen Heidenheim, ansonsten vier Remis und zwölf Niederlagen). St. Pauli holte in diesem Zeitraum ligaweit die wenigsten Punkte (sieben). Vor heimischer Kulisse blieb St. Pauli zuletzt allerdings dreimal in Serie unbesiegt (ein Sieg, zwei Remis). Mit nur 14 Punkten nach 20 Partien spielen die Hamburger ihre zweitschwächste Bundesliga-Saison, nur 2001/2002 waren es weniger Punkte zu diesem Zeitpunkt (zwölf) – damals folgte am Saisonende als Tabellenschlusslicht der Abstieg.

Der Trainer

Am vergangenen Wochenende, als der FC St. Pauli nach zwischenzeitlicher Führung noch mit 1:2 beim FC Augsburg verlor, stand Cheftrainer Alexander Blessin zum 60. Mal in einem Bundesliga-Spiel an der Seitenlinie der Hamburger. Im Saison-Endspurt werden der gebürtige Stuttgarter und seine Mannschaft alles daransetzen, auch im zweiten Bundesliga-Jahr den Klassenerhalt zu schaffen. Die Vorzeichen dafür stehen allerdings alles andere als gut: In der vergangenen Spielzeit gewann der FC St. Pauli nur zwei der letzten 14 Ligaspiele.

Die Offensive

Dass es beim FC St. Pauli in dieser Saison nicht rund läuft, liegt in großen Teilen an der Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor. Die Hamburger belegen in fast allen Offensiv-Statistiken einen der hinteren Plätze, etwa bei den Toren (18 Tore, letzter Platz), der Verwertung von Großchancen (22 Prozent, letzter Platz) und der Genauigkeit von Flanken (15 Prozent, letzter Platz).

Die Defensive

Wie in der vergangenen Saison, als der FC St. Pauli als Tabellen-Vierzehnter die zweitbeste Abwehr der Bundesliga stellte, ist die Defensive auch in dieser Saison das Rückgrat der Blessin-Elf. St. Pauli ließ die zweitwenigsten Schüsse (229) nach dem FC Bayern (193) zu und präsentiert sich vor allem bei Standards stark: Nur drei Teams kassierten weniger Tore nach ruhenden Bällen (acht Gegentore), bei gegnerischen Ecken ist sogar nur der VfB (ein Gegentor) noch sicherer als der FCSP (drei).

Der Elfmeter-Killer

Gerade der VfB kann ein Lied von ihnen singen: Mit seinen Elfmeter-Paraden brachte St. Pauli-Torhüter Nikola Vasilj in den vergangenen Saisons zahlreiche Gegenspieler zur Verzweiflung. In den jüngsten Bundesliga-Spielen gegen die Hamburger ließen zunächst Nick Woltemade (beim 1:0-Auswärtssieg im Mai 2025) und später auch Angelo Stiller (beim 2:0-Heimsieg in der aktuellen Saison im September 2025) ihre Großchancen vom Punkt liegen. In dieser Spielzeit parierte Nikola Vasilj zwei von vier Strafstößen, in der vergangenen Saison waren es vier von fünf.

Der Ausfall

Im Sommer verstärkte sich der FC St. Pauli mit dem schnellen Engländer Ricky Jade-Jones, der mit 36,46 km/h den derzeitigen Geschwindigkeits-Topwert der Bundesliga hält. Seine Abschlussstärke stellte der 23-Jährige bislang jedoch kaum unter Beweis: In drei Startelfeinsätzen und fünf Einwechslungen erzielte er nur zwei Treffer. Nach einer langwierigen Schulterverletzung zu Saisonbeginn fällt Ricky Jade-Jones nun erneut aus – im DFB-Pokal-Viertelfinale in Leverkusen verletzte er sich am Sprunggelenk.