Die Ausgangslage
Der vorletzte Spieltag der Gruppenphase in der UEFA Europa League führt den VfB am Donnerstag, 22. Januar 2026, in die „ewige Stadt“ nach Italien. Um 21 Uhr gastiert die Mannschaft von Cheftrainer Sebastian Hoeneß im „Stadio Olimpico“ in Rom. Es ist ohne Zweifel eines der Spitzenspiele der Gruppenphase. Und noch dazu eine immens wichtige Partie für beide Seiten. Sowohl der VfB als auch die Roma haben bislang zwölf Punkte gesammelt und stehen aktuell in der Tabelle als Punktenachbarn auf den Plätzen neun und zehn – und somit unmittelbar unter dem Strich, der die am Ende direkt qualifizierten Mannschaften von den Play-Off-Teams trennt. Wie eng in dieser Saison alles beisammen liegt, zeigt auch, dass die drei aktuell führenden Teams Olympique Lyon (Frankreich), FC Midtjylland (Dänemark) und Aston Villa (England) lediglich drei Zähler und damit einen Sieg mehr auf ihrem Konto haben als der VfB und Rom. Damit ist klar, dass sich der Sieger der Partie am Donnerstag sehr gute Chancen auf eine direkte Achtelfinalteilnahme ausrechnen darf.
Die „Heimschwäche“
Dass der VfB das sportlich reizvolle Duell gegen die „Giallorossi“ in Rom bestreiten wird, muss dabei nicht zwingend ein Nachteil sein. Denn zum einen ist Rom immer eine Reise wert und bietet den mitreisenden Fans jede Menge Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, den Trevi-Brunnen, das Pantheon oder den Petersdom, um nur die wichtigsten zu nennen, und zum anderen verlor das Team von Cheftrainer Gian Piero Gasperini ausgerechnet zu Hause zwei seiner bislang sechs Partien. An Spieltag zwei zog die Roma mit 0:1 gegen OSC Lille aus Frankreich den Kürzeren, was letztlich nicht ganz so überraschend war, wie die 1:2-Pleite am darauffolgenden Spieltag gegen den tschechischen Vertreter Viktoria Pilsen.
Der Trainer
Der Kader der Roma ist gespickt mit internationalen Top-Spielern und angeleitet wird das illustre Ensemble von einem Mann, der sich vor gut anderthalb Jahren zum König der UEFA Europa League kürte. Damals noch als Coach von Atalanta Bergamo gewann Gian Piero Gasperini Ende Mai 2024 durch ein 3:0 seiner Mannschaft gegen Bayer Leverkusen seinen ersten internationalen Titel und vermasselte der „Werkself“ damit die historische Chance auf das Triple, nachdem Leverkusen das nationale Double aus Meisterschaft und Pokal hatte gewinnen können. Der 67-jährige Italiener, der bislang nur in seinem Heimatland coachte, weiß folglich nur zu gut, auf was es in internationalen Spielen ankommt und wird somit auch am Donnerstag ein taktisch gut eingestelltes Team aufs Feld schicken, das auf nahezu jeder Position hochkarätig besetzt ist.
Die Taktik
In einem 3-4-2-1-System hat Gian Piero Gasperini in nahezu allen Mannschaftsteilen die Qual der Wahl. Zumindest im Tor ist der in Belgien geborene Serbe Mile Svilar in aller Regel gesetzt. In der Dreierkette dürfte der nach seiner Abstellung zum Afrika-Cup Anfang Januar 2026 wieder zurückgekehrte Ex-Frankfurter Evan Ndicka genauso erste Wahl sein wie Italiens A-Nationalspieler Gianluca Mancini und der Spanier Mario Hermoso. Aber auch der junge Pole Jan Ziolkowski und der aus Verona geliehene Daniele Ghilardi kamen in der laufenden Spielzeit schon auf ihre Minuten. Um die Plätze auf den Außenbahnen streiten sich rechts der türkischer A-Nationalspieler Zeki Celik und Brasiliens Auswahlspieler Wesley. Auf der linken Seite konkurrieren derweil der von Liverpool ausgeliehene Grieche Konstantinos Tsimikas und Ex-Bundesliga-Profi Angeliño (Leipzig, Hoffenheim). Eine Allzweckwaffe in der Defensive stellt zudem der Niederländer Devyne Rensch dar, der sowohl auf beiden Seiten als auch im Abwehrzentrum spielen kann. Neben Evan Ndicka und Angeliño spielt mit dem Ex-Gladbacher Manu Koné ein weiterer ehemaliger Bundesligaspieler bei der Roma. Der Franzose und Kapitän Bryan Cristante bilden normalerweise das Zentrum im Mittelfeld, wo auch der Marokkaner Neil El Aynaoui und Niccoló Pisilli Alternativen sind. Um die zwei Zehnerpositionen kämpfen indes meist der Argentinier Matias Soulé, sein Landsmann Paolo Dybala, sowie die zuletzt angeschlagenen Tommaso Baldanzi und Lorenzo Pellegrini. Auch Routinier Stephan El Shaarawy wäre denkbar. Und ganz vorne bringen entweder der von Brighton ausgeliehene Ire Evan Ferguson oder der Ukrainer Artem Dovbyk Physis und Wucht ins Spiel.