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Profis 10. März 2026

Vom Kapitän zum Experten

Fernando Meira gewann mit dem VfB im Jahr 2007 die Deutsche Meisterschaft. Inzwischen arbeitet er fürs portugiesische TV, kennt die Mannschaft vom FC Porto bestens – und hat eine neue Sportart für sich entdeckt.

Mit einem großen Lächeln kommt Fernando Meira zum Treffen in die MHP Arena. Neulich, beim „International Matchday“ am 1. März 2026 gegen den VfL Wolfsburg, war er in seiner „alten Heimat“ zu Gast – noch immer spricht er sehr gut Deutsch: „Hallo, wie geht’s?“, fragt er und erzählt, dass er inzwischen wieder in der portugiesischen Stadt Guimarães lebt. Dort, wo er auch geboren wurde. Mit dem Fußball ist er weiterhin eng verbunden, unter anderem als Experte für die UEFA Champions League im portugiesischen Fernsehen. Und aus der Ferne verfolgt er weiterhin den VfB, sogar sehr detailliert, wie sich herausstellt.

„Die Tabellensituation in der Bundesliga ist sehr eng“, sagt Fernando Meira. Umso besser, dass der VfB in der vorderen Gruppe gut positioniert sei: „Das Remis in Heidenheim war ärgerlich, aber schon eine Woche später, gegen Wolfsburg, hat das Team eine sehr starke Reaktion mit einem hervorragenden Spiel gezeigt.“ Der inzwischen 47-Jährige war live dabei in der MHP Arena. Er genoss die Stimmung, die Fangesänge, die Rückkehr an einen Ort, der ihm viel bedeutet. „Wenn ich in das Stadion blicke, erinnere ich mich an Szenen von früher, das ist wie ein Film, das sorgt für Gänsehaut“, schildert er. Die wohl emotionalste Szene: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2007. Fernando Meira war Kapitän jener Mannschaft, die am Ende stolze 70 Punkte gesammelte hatte und zwei Zähler vor Schalke 04 den Titel holte.

Fernando Meira über das VfB-Meisterteam 2007:

Wir hatten einen tollen Spirit in der Mannschaft mit guter Mentalität.

Aus Mitspielern wurden Freunde

„Es war unglaublich, wir hatten einen tollen Spirit in der Mannschaft mit guter Mentalität – und eine gute Mischung aus ‚Arbeitern‘ und ‚Zauberern‘“, sagt er und blickt auf die Zeit von 2002 bis 2008, in der er insgesamt 230 Pflichtspiele im Trikot mit dem roten Brustring absolvierte. Besteht noch Kontakt zu früheren Mitspielern? „Ja“, antwortet Fernando Meira und zählt einige Namen auf: „Serdar Tasci, Mario Gomez, Timo Hildebrand, Cacau, Matthieu Delpierre, Aleksandr Hleb, Ludovic Magnin.“ Aus Mitspielern wurden Freunde, die gemeinsame Zeit mit dem VfB verbindet, zu der für ihn auch 14 Begegnungen in der UEFA Champions League sowie 15 Partien im UEFA-Cup gehören.

Zurück zum Termin. Fernando Meira hat einen Kaffee und ein stilles Wasser bestellt. Er erzählt noch immer auf Deutsch: „Am liebsten würde ich nochmal auf dem Rasen kicken, aber wir Fußballer haben das Problem, dass es leistungsmäßig irgendwann vorbei ist.“ Er, weiterhin gut trainiert und mit athletischer Figur, hat eine neue Sportart für sich entdeckt: Padel. Das Tennis-ähnliche Rückschlagspiel begeistert immer mehr Menschen. Fernando Meira ist indes schon länger dabei, wurde in seiner Altersklasse gar zweimal portugiesischer Meister. Der Wettkämpfer lebt weiterhin in ihm, wenn auch nicht mehr auf dem Fußballplatz. Und er zieht den Bogen zur heutigen Mannschaft des VfB und seinem Chefcoach.

Fernando Meira: Früher und heute

„Hätte gerne unter Sebastian Hoeneß gespielt“

„Unter Sebastian Hoeneß hätte ich gerne gespielt – er ist ein Trainer, wie du ihn dir als Spieler wünschst: fachlich top, kommunikativ, er lässt attraktiven Fußball spielen und hat auch die Entwicklung im Blick“, gerät der einstige Verteidiger ins Schwärmen, der beim VfB unter anderem unter den Cheftrainern Armin Veh, Felix Magath und Giovanni Trapattoni auflief: „Ich hatte viele tolle Coaches mit ganz unterschiedlichen Ansätzen – genau deswegen kann ich auch beurteilen, wie begeistert ich von der Handschrift von Sebastian Hoeneß bin.“

Fernando Meira über das bevorstehende Achtelfinale:

Es ist schwer, einen Favoriten zu benennen – ich erwarte ein Match auf Augenhöhe.

Die Entwicklung des Clubs gefällt ihm. „Der VfB ist zurück in Europa, er wird international wahrgenommen und hat Spieler in seinen Reihen, die noch viel erreichen können“, sagt er. Das nächste Zwischenziel ist für sie das bevorstehende Achtelfinale in der UEFA Europa League. Am Donnerstag, 12. März 2026, 18.45 Uhr, empfangen die Jungs aus Cannstatt den FC Porto – eine Woche später, am 19. März 2026, 21 Uhr, findet das Rückspiel im „Estádio do Dragão“ statt. Für Fernando Meira ist es ein K.o.-Treffen, auf das er sich ganz besonders freut. „Es ist schwer, einen Favoriten zu benennen – ich erwarte ein Match auf Augenhöhe, in der K.o.-Runde ist auch das Quäntchen Glück notwendig“, sagt der 54-malige Nationalspieler Portugals und Teilnehmer an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Was zeichnet den FC Porto aus?

FC Porto gehört zu den stärksten Gegnern

„Es ist ein starkes Team, das als Kollektiv sehr viel Power entwickeln kann und zugleich über gute Einzelspieler verfügt“, sagt er. Der FC Porto spiele mutig nach vorne, beherrsche ein gutes Pressing und habe eine resolute Defensivarbeit. Für den Portugiesen ist es eine der besten Mannschaften im europäischen Wettbewerb und er blickt voraus: „Der VfB muss extrem konzentriert sein, darf Porto keine besonderen Umschaltmöglichkeiten anbieten. Es wird zudem wichtig sein, auch ohne Ball auf Porto viel Druck auszuüben.“

Fernando Meira wird beide Partien verfolgen, beim Rückspiel in Porto ist er definitiv live im Stadion dabei. Zuvor hat er noch einen anderen Job: Fürs portugiesische Fernsehen fungiert er als Experte in der UEFA Champions League. Fußball, internationale Begegnungen, nah dran an dem Spiel, das er so liebt – der ehemalige Kapitän des VfB lebt auch weiterhin seinen Traum.

Gutes tun, Porto erleben

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