Während der überwiegende Teil des Teilnehmerfeldes bereits Mitte August 2025 in den neuen DFB-Pokal-Wettbewerb einstieg, bestritt der VfB als Titelverteidiger, aufgrund der Austragung des Franz-Beckenbauer-Supercups, sein Erstrundenspiel erst zehn Tage später. Schon in der vorangegangenen Spielzeit, die mit dem Titelgewinn endete, war das so gewesen – ein gutes Omen?
1. Runde: Eintracht Braunschweig – VfB 11:12 n.E.
Für die erste Hürde dieser DFB-Pokal-Saison mussten die Jungs aus Cannstatt wenige Tage nach dem Bundesliga-Start nach Niedersachsen reisen. Im Eintracht-Stadion in Braunschweig erwartete den VfB eine knisternde Atmosphäre und ein hochmotivierter Zweitligist. Und dieser stellte von Anfang an klar, dass er alles andere als ein leichtes Los werden würde: Bereits nach acht Minuten ging die Eintracht durch Sven Köhler in Führung, ehe vier Minuten später Ermedin Demirovic die passende Antwort parat hatte. Auch nach 60 Minuten stand der bosnische Stürmer im Mittelpunkt, als er zur 2:1-Führung für den VfB traf. Diese behauptete die Elf von Cheftrainer Sebastian Hoeneß zwar bis in die Schlussphase, musste dann aber einen Doppelschlag verdauen: Fabio di Michele Sanchez traf binnen acht Minuten zum 2:2 und 3:2 und brachte den Titelverteidiger an den Rande der Niederlage. Doch die Jungs aus Cannstatt gaben nicht klein bei und erzielten in Person des inzwischen zu Newcastle United gewechselten Nick Woltemade den wichtigen Ausgleich zum 3:3. Verlängerung! Kurz nach Wiederanpfiff lag der Ball bereits erneut im Tor. Im Anschluss an ein geniales Dribbling von Tiago Tomás lenkte Sannoussy Ba das Spielgerät ins eigene Gehäuse. Doch auch dieser Treffer sollte noch lange nicht den Schlusspunkt markieren. Christian Conteh traf zum Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung zum 4:4 und das ohnehin schon wilde Spiel steuerte auf ein Herzschlag-Finale im Elfmeterschießen zu. Dort entpuppte sich der VfB als nervenstärker und zog nach insgesamt 20 Schützen in die zweite Runde ein. Alexander Nübel hielt drei Elfmeter, Lorenz Assignon versenkte den entscheidenden Versuch.
2. Runde: 1. FSV Mainz 05 – VfB 0:2
Die zweite Runde führte den VfB nach Mainz. Kurioserweise bedeutete das Aufeinandertreffen im Pokal die zweite Begegnung beider Teams innerhalb weniger Tage. Noch am Sonntag hatte der VfB die Mainzer im Bundesliga-Heimspiel nach zwischenzeitlichem Rückstand dank der Treffer von Chris Führich und Deniz Undav mit 2:1 besiegt, am Mittwoch standen sich die Mannschaften erneut gegenüber – diesmal in der Mainzer Mewa Arena. Schon nach sechs Minuten durften die mitgereisten Fans des VfB ein erstes Mal jubeln, nachdem Luca Jaquez nach einer Ecke per Kopf sein Debüttor im weiß-roten Dress erzielte. Rund 20 Minuten vor dem Ende traf Kapitän Atakan Karazor zum 2:0 aus VfB-Sicht und brachte den verdienten Zweitrunden-Sieg unter Dach und Fach.
Achtelfinale: VfL Bochum – VfB 0:2
Nächste Runde, nächstes Auswärtsspiel: Auch die dritte Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs bestritt der VfB fernab der Heimat. Mit dem VfL Bochum wartete erneut ein Zweitligist auf die Jungs aus Cannstatt – und wie in Braunschweig sahen sich die Jungs aus Cannstatt auch in Bochum mit einer kniffligen Aufgabe konfrontiert. Auf eine zerfahrene Anfangsphase folgte jedoch aus dem Nichts der Führungstreffer. Einen langen Einwurf von Ramon Hendriks lenkte Bochums Philipp Strompf unglücklich ins eigene Netz. Der Defensivakteur des Ruhrpott-Clubs sollte kurz vor dem Pausenpfiff noch ein zweites Mal im Fokus stehen, als er Deniz Undav per Notbremse zu Fall brachte und des Feldes verwiesen wurde. Seine Überzahl wusste der VfB unmittelbar nach Wiederanpfiff für sich zu nutzen. Jamie Leweling fand Deniz Undav mit einer starken Hereingabe, woraufhin der Stürmer den Ball in die lange Ecke bugsierte. Das 2:0 war gleichzeitig der Schlusspunkt des Spiels und besiegelte den vierten DFB-Pokal-Viertelfinal-Einzug des VfB in Serie.
Viertelfinale: Holstein Kiel – VfB 0:3
Einmal mehr ging es für den VfB in der Runde der letzten Acht auf die Reise. Das Ziel: der hohe Norden. Bei Minusgraden, einem harten Platz und einem überaus motivierten Zweitligisten sah sich der VfB vor Probleme gestellt, überstand diese letztlich aber unbeschadet. Rund eine Stunde lang hielten die „Störche“ dem VfB stand, ehe Deniz Undav den Bann brach. Zwar kämpften sich die Hausherren immer wieder nach vorn und schnupperten in der Schlussphase am Ausgleich, fanden jedoch keinen Weg, um Alexander Nübel zu überwinden. Stattdessen zeigte sich der VfB auf der anderen Seite erbarmungslos. Chris Führich und Atakan Karazor stellten in den Schlussminuten auf 3:0. Das Halbfinale war erreicht!
Halbfinale: VfB – SC Freiburg 2:1 n.V.
Im Halbfinale empfing der VfB den SC Freiburg in der MHP Arena. Dort, wo ein Jahr zuvor erstmals nach zwölf Jahren der Einzug ins DFB-Pokalfinale möglich gemacht wurde, standen die Jungs aus Cannstatt nun einem wiedererstarkten SC Freiburg gegenüber. Die Breisgauer reisten mit vier Pflichtspielsiegen sowie dem Halbfinal-Einzug in der UEFA Europa League im Rücken nach Bad Cannstatt und gingen kurz vor der Halbzeit sogar in Führung. Der VfB musste somit liefern – und tat das auch. Nach 70 Minuten traf Deniz Undav mit einer perfekt platzierten Direktabnahme zum Ausgleich und ermöglichte seiner Mannschaft die Verlängerung. In einem offenen Spiel war es letztlich der VfB, dem der Lucky Punch gelang. Und was für einer! Tiago Tomás netzte nach Vorarbeit von Badredine Bouanani per Hacke ein und ließ die Arena explodieren. Sebastian Hoeneß sprach im Nachgang treffend von einem „emotionalen Overload“. Der zweite Final-Einzug in Folge war damit vollbracht, nun geht es wieder nach Berlin!