Von olympischem Edelmetall über Weltreisen bis zu globalen Partnerschaften zeigt der VfB Stuttgart seit mehr als einem Jahrhundert internationale Präsenz – hier sind elf international interessante Fakten:
I
Zwei Fußball-Pioniere aus Großbritannien und den USA bringen in Stuttgart den Ball ins Rollen: So jagte der erste Cannstatter Fußballspieler William Cail nachweislich bereits im Jahr 1865 auf dem Cannstatter Wasen dem ei-runden Leder nach. Der in New York geborene Philipp Heineken war im Jahr 1890 Gründungsmitglied des Cannstatter Fussballclubs, aus dem die großen Stuttgarter Fußballvereine hervorgingen. Sein Wechsel zum gerade frisch ins Leben gerufenen FV Stuttgart 1893 war der entscheidende Impuls für die positive sportliche Entwicklung des älteren Vorgängervereins des VfB Stuttgart.
II
Das erste internationale Ausrufezeichen für den VfB Stuttgart wurde durch den Rugby-Spieler Hugo Betting bei den zweiten Olympischen Spielen der Neuzeit in Paris im Jahr 1900 gesetzt, als er mit der deutschen Rugby-Nationalmannschaft die Silbermedaille gewann. 1907 gehörte Hugo Betting zu jenem Vereinsteam, welches das erste internationale Fußball-Freundschaftsspiel des Clubs im Pariser Prinzenpark gegen Stade Français bestritt. Zwei Jahre später führte er den seinerzeit noch als FV Stuttgart 1893 bekannten VfB Stuttgart zum Gewinn der deutschen Vize-Meisterschaft im Rugby.
III
Reisefreudig und im Zeichen der Völkerverständigung durch den Sport aktiv zeigten sich speziell in den 1950er Jahren die Hockey-Damen des VfB. Mehrere Reisen mit internationalen Freundschaftsspielen ins ehemalige Jugoslawien ließen sie den „Eisernen Vorhang“ überwinden, was damals eine absolute Seltenheit darstellte. Ebenso ging es in späteren Jahren regelmäßig nach Österreich und in die Schweiz. Auch der französischen Normandie stattete man einen Freundschaftsbesuch ab.
IV
Besonders enge Beziehungen pflegt der VfB seit Jahrzehnten mit Japan. So war das Unternehmen Canon von 1979 bis 1982 der erste internationale Haupt- und Trikotsponsor. 1996 reiste der Club aus Cannstatt erstmals nach Japan und bestritt das „Ablösespiel“ für den Wechsel von Guido Buchwald gegen Urawa Red Diamonds (5:0-Sieg) in Tokio. Insgesamt sieben japanische Spieler und zwei Spielerinnen kamen bislang beim VfB zum Einsatz. Mit dem Erstligisten V-Varen Nagasaki pflegt der VfB eine Nachwuchskooperation, die in Folge der Japan-Tour 2024 geschlossen wurde, und auch die Fußballschule ist seit Jahren in Japan aktiv.
V
Bereits seit 2020 ist der VfB Stuttgart in Indien im Projekt „Vom Feld in den Fanshop“ für ganzheitlich-nachhaltigen Baumwollanbau engagiert. Die Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gilt als Vorzeigeprojekt. Dessen Arbeit für eine ökologische und ökonomische Baumwollproduktion sowie Textilverarbeitung stärkt auch soziale Themen. Die Förderung von Frauen, die Verhinderung von Kinderarbeit und Sportangebote für mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche pro Jahr sind wichtige Teile des Projekts.
VI
Viva Mexiko: Als erste deutsche Fußballmannschaft überhaupt reiste der VfB im Sommer 1951 auf Einladung des mexikanischen Fußballverbandes ins Land der Azteken. Rund 3.000 Fußball-Begeisterte verfolgten das erste Training der Weiß-Roten in Mexiko-Stadt. Diesem schlossen sich ein 5:1-Sieg gegen den amtierenden Meister und Pokalsieger Atlas Fútbol Club aus Guadalajara, drei Test-Niederlagen gegen CF Atlante, CF Guadalajara und dem Club Necaxa sowie ein 4:0-Sieg zum Reise-Abschluss gegen den CD Oro an.
VII
Am 20. Mai 1965 absolvierte der VfB eine bis heute einmalig gebliebene Weltreise. Binnen 28 Tagen reiste das damalige Team einmal um den kompletten Globus und absolvierte zehn Freundschaftsspiele sowie ein umfassendes Besuchsprogramm. Während der Reise besuchte man Vietnam, Hongkong, Singapur, die Philippinen, Australien, Neu-Kaledonien, Französisch-Polynesien, die USA und Großbritannien. Auf seinem Reiseweg stoppte der Tross zudem jeweils kurz in Ägypten, Indien und Thailand.
VIII
Bunt, wild und erfolgreich: Seit Gründung der Bundesliga bereichern Spieler aus aller Welt den VfB Stuttgart. 176 ausländische Akteure aus 50 Nationen und von fünf Kontinenten trugen das Trikot mit dem roten Brustring bei mindestens einem Bundesliga-Einsatz. Der erste unter ihnen war 1965 Vladimir Popovic aus dem heutigen Serbien. Der vorerst letzte in der langen Reihe ist Jeremy Arévalo (Ecuador und Spanien), der erstmals im Januar 2026 beim 4:1-Erfolg in Leverkusen eingewechselt wurde.
IX
Ob Welt- und Europameisterschaften, Universiaden, Paralympics oder Olympische Spiele – die Leichtathletinnen und -athleten im Zeichen des roten Brustrings legen für ihre Wettkämpfe jährlich zigtausende Kilometer zurück. Unter den vielen Erfolgen ragen die olympische Bronzemedaille von Helmar Müller (4 x 400m-Staffel) 1968, der Gewinn von Silber (2024) und Bronze (2020) bei den Paralympics von Kugelstoßer Niko Kappel, das Paralympics-Gold 2024 von Kugelstoßerin Lara Baars und das olympische Silber 2024 von Zehnkämpfer Leo Neugebauer besonders heraus.
X
Nordamerika als beliebtes Reiseziel: In den Jahren 1961, 1972, 1978 und 1984 flog der VfB über den großen Teich, lernte in den USA Land und Leute kennen und spielte gegen dort beheimatete Teams. Die jeweils mehrwöchigen Aufenthalte führten die weiß-roten Mannschaften in alle großen Städte an der Ost- und Westküste sowie des Mittleren Westens, Abstecher nach Kanada eingeschlossen. Zuletzt reiste der VfB im November 2022 in die USA und besuchte Austin/Texas. Dort trug man ein Testspiel gegen den ebenfalls tourenden 1. FC Köln aus und beteiligte sich an Aktivitäten zur Stärkung der Bundesliga in den Vereinigten Staaten.
XI
In Europa zuhause: Das Heimspiel gegen den Celtic FC am zurückliegenden Donnerstag, 26. Februar 2026, war bereits das 224. Pflichtspiel des VfB auf internationalem Parkett. Neben der UEFA Europa League und UEFA Champions League trat man früher bereits in den Vorgängerwettbewerben, dem inoffiziellen Messepokal, dem UEFA Pokal (Finalist 1989), dem Europapokal der Landesmeister, dem Europapokal der Pokalsieger (Finalist 1998) und im UEFA Intertoto Cup (Sieger 2000, 2002 und 2008) an.
Noch Resttickets im freien Verkauf
Für die Bundesliga-Heimspiele am Sonntag, 1. März 2026, gegen den VfL Wolfsburg sowie am Sonntag, 15. März 2026, gegen RB Leipzig sind jeweils noch Resttickets im freien Verkauf verfügbar.