Dunkelroter zu sein, ist das größte Bekenntnis zum Verein mit dem roten Brustring.
Es ist Ehrensache, ein weiß-rotes Treueversprechen und eine echte Herzensangelegenheit.
Die letzten Monate haben ihm viel von seiner einstigen Vitalität genommen, der VfBler durch und durch war ans Bett gebunden, das Sprechen fiel im schwer, das Leben entschwand ihm. Welch ein Kontrast zu einst: Mit neun Jahren war Rolf Bauer am 1.4.1949 in den VfB Stuttgart 1893 e.V. eingetreten. Mit Enthusiasmus durchlief er alle folgenden Jugendmannschaften bis zu den Amateuren. Das große Fußball-ABC lernte er dabei von Ernst Breitbach und Franz Seybold. Auch den Jugendbetreuer Helmut Übelmesser lernte er damals kennen, später begegnete man sich in der Garde wieder.
Der VfB ließ ihn ein Leben lang nicht mehr los. Siebenundsiebzig Jahre gehörte er dem Verein an. Bis die Beine hoch in den Achtzigern nicht mehr mitmachten, war er im Stadion bei den Spielen dabei. Rückblickend sagte er: „Meine lebenslange Bindung an den VfB Stuttgart begann in der Fußballjugend des Vereins. Schon damals haben wir von unseren Betreuern gelernt, dass Freundschaft und Zusammenhalt neben dem sportlichen Können das Wichtigste für eine Mannschaft sind. Das hat für mich bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren, obwohl die Jugendtage schon lange zurückliegen.“
Im Beruf Kaufmännischer Angestellter trat Rolf Bauer später in die Garde ein. In dieser Abteilung war er ab 2005 nahezu zwei Jahrzehnte im Vorstand aktiv. „Garde on Tour“ war einer seiner Schwerpunkte, Ausflugsfahrten, die die Mobilität der Garde förderten.
Der VfB Stuttgart zeichnete Rolf Bauer für sein Engagement mit der Silbernen und Goldenen Verdienstmedaille aus. Seine Zuneigung zum Verein begründete er mit den Worten: „Der VfB und die Garde sind wie eine Familie für mich.“
Diese Familie, der gesamte VfB, nimmt nun unwiederbringlichen Abschied von einem treuen und engagierten Mitglied. Der VfB Stuttgart 1893 e.V. wird Rolf Bauer ein ehrendes Gedenken bewahren.