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Frauen-Bundesliga 23. August 2026

Auftakt nach Maß

Vor 4.642 Zuschauern gewannen die VfB Frauen ihr erstes Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte mit 2:1 bei der TSG Hoffenheim. Nach einem 0:1-Rückstand sorgte ein Doppelpack von Maxi Rall am Ende für den verdienten Dreier.

Das Spiel:

Mit dem Anpfiff der Partie in der Sinsheimer SNP Arena schrieben die VfB Frauen Geschichte. Es war nach drei Aufstiegen in Folge das allererste Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse, der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Das Team von Trainer Nico Schneck startete dabei mit sechs Neuzugängen und gleich fünf ehemaligen TSG-Spielerinnen in die neue Saison.

Die Partie begann vielversprechend, denn bereits nach vier Minuten hatte Dafina Redzepi die mögliche Führung nach einem Patzer von Hoffenheims Torhüterin Dick auf dem Fuß, doch ihr Schuss konnte gerade noch geblockt werden. Nach einer ersten Halbchance der Gastgeberinnen war es wieder Dafina Redzepi, die es frech aus großer Distanz versuchte und die weit aus ihrem Tor geeilte Laura Dick um ein Haar düpiert hätte. Die VfB Frauen blieben mutig und am Drücker und Nicole Billa verzeichnete einen weiteren Abschluss. Das Spiel ging danach munter hin und her, doch der TSG fehlte beispielsweise in Person von Lisann Kaut die Präzision im Abschluss.

Leistungsgerechtes Remis zur Halbzeit

Gut 17 Minuten waren dann auf der Uhr als VfB-Kapitänin Maxi Rall einen Distanzschuss nur knapp am rechten Pfosten des Hoffenheimer Tores vorbeisetzte. Doch auch auf der Gegenseite rauschte ein Versuch aus größerer Entfernung wenig später nicht allzu weit am VfB-Kasten vorbei. Artistisch wurde es nach knapp einer halben Stunde, als Mira Arouna per Seitfallzieher das Tor der TSG um Haaresbreite verfehlte. Hoffenheim hatte danach mehr Ballbesitz und kam nach 37 Minuten auch zur Führung. Janna Grimm luchste Janina Hechler an der Grundlinie den Ball ab und fand mit ihrem Pass im Zentrum Marie Steiner, die nur noch zum 1:0 einschieben musste. Doch die VfB-Antwort kam noch vor dem Pausenpfiff. Dafina Redzepi hob eine Ecke von links in den Strafraum und fand den Kopf von Maxi Rall, die aus kurzer Distanz zum verdienten 1:1 einnickte. Das erste Bundesliga-Tor in der Geschichte der VfB Frauen sorgte so für ein leistungsgerechtes Remis zur Pause.

Maxi Rall trifft erneut, die VfB Frauen drehen die Partie

Durchgang zwei hätte für das Team von Nico Schneck nicht besser beginnen können. Denn der erste Angriff führte gleich zur Führung. Nach einem tiefen Ball brachte Hoffenheim die Kugel nicht aus der Gefahrenzone, so dass Dafina Redzepi plötzlich frei vor Laura Dick auftauchte. Die TSG-Keeperin konnte zunächst noch gut parieren, doch gegen den Nachschuss von Maxi Rall war dann auch sie machtlos und es stand nach 46 Minuten 1:2. Und Rall blieb die auffälligste Spielerin auf dem Platz. Nach exakt einer Stunde war die 32-Jährige auf der rechten Seite wieder einmal durchgebrochen und nur eine Glanztat von Laura Dick verhinderte einen durchaus möglichen dritten VfB-Treffer. Mitte des zweiten Durchgangs war Nico Schneck dann zu einem Wechsel gezwungen. Mira Arouna musste angeschlagen vom Platz und wurde durch Jana Beuschlein ersetzt. Zudem kam Debütantin Julia Mickenhagen für Reena Wichmann. Die Gastgeberinnen blieben zwar bemüht, doch die VfB Frauen verteidigten kompakt und konzentriert und ließen nicht viel zu. Und wenn doch mal ein Ball aufs Tor kam, zeigte Laura Giuliani ihre ganze Klasse und Souveränität. Doch auch TSG-Schlussfrau Laura Dick war nach der Pause gut aufgelegt und machte im Privatduell mit Maxi Rall nach 72 Minuten eine weitere Großchance zunichte. Fabienne Dongus, Hoffenheims Rekordspielerin, kam dann in der Schlussviertelstunde zu ihrem ersten Bundesliga-Einsatz mit Trikot mit dem Brustring und ersetzte nach 77 Minuten die starke Dafina Redzepi im Mittelfeld. Als die 19-jährige Norwegerin Martine Fenger den Ball drei Minuten vor dem Ende dann doch im VfB-Tor versenkte, dauerte der Jubel auf Seiten der TSG nicht allzu lange, da der Treffer aufgrund einer Abseitsposition keine Anerkennung fand. Und weil Laura Giuliani und die kurz zuvor eingewechselte Haruka Osawa auch die letzte TSG-Chance in der Nachspielzeit mit vereinten Kräften zunichte machten, blieb es am Ende bei einem verdienten und zugleich historischen Sieg der VfB Frauen im ersten Bundesliga-Spiel ihrer Geschichte.

Die Tore:

37. Minute: Ein Ballverlust an der Grundlinie brachte Janna Grimm in Position, die die Übersicht behielt und die im Zentrum positionierte Marie Steiner fand. Gegen den Schuss der Offensivspielerin konnte Laura Giuliani nichts ausrichten.

45. Minute: Maxi Rall erzielte mit dem Pausenpfiff das erste Bundesliga-Tor der VfB-Geschichte. Eine Ecke von Dafina Redzepi köpfte die Kapitänin zum umjubelten 1:1-Pausenstand ein.

46. Minute: Maxi Rall zum Zweiten. Nachdem Dafina Redzepi frei in halbrechter Position auftauchte und zunächst noch an der aufmerksamen Laura Dick scheiterte, schob die VfB-Kapitänin den Abpraller zum 1:2 ein.

Die Stimmen zum Spiel:

VfB Frauen-Cheftrainer Nico Schneck: „Das Glücksgefühl ist groß. Es war das erste Spiel für den Verein in der Bundesliga und das mit einem Sieg zu bestreiten, gibt der Mannschaft unheimlich viel Energie. Wir sind gut ins Spiel reingekommen, hatten in den ersten zehn Minuten drei, vier gute Abschlussmöglichkeiten. Dann hatten wir vor der Pause eine Phase, die ausgeglichener war und wo wir nicht mehr ganz so den Zugriff hatten. Das Gegentor war aus unserer Sicht etwas unglücklich. Der Ball war fast schon im Aus und da waren wir einen Tick zu inkonsequent. Schön war für mich dann zu sehen, dass sich die Mannschaft davon nicht hat beeinflussen lassen, sondern weitergemacht hat. Das Momentum kurz vor der Pause mit dem Standard war für uns dann schon elementar. Und dann ging es genauso auch wieder in die zweite Halbzeit, wieder mit dem Momentum und dem 2:1. Wir hatten dann die Reisen-Chance von Maxi Rall aufs 3:1 und danach war klar dass Hoffenheim nochmal kommen wird und wir hinten raus noch einmal richtig leiden mussten. Ich bin insgesamt super stolz auf die Mannschaft, weil sie die richtige Haltung an den Tag gelegt hat.“

Kapitänin und Doppeltorschützin Maxi Rall: „Es ist heute ein absolut perfekter Tag. Ich bin super stolz auf die ganze Mannschaft. Wir haben gefightet und viel gelitten in diesem Spiel, aber wir haben alle zusammengestanden. Und dass der Nachmittag dann so verläuft ist natürlich ein Traum. Hoffenheim ist eine Mannschaft die immer oben angreifen will und wenn wir hier auswärts den ersten Dreier holen, sollte uns das sehr viel Selbstvertrauen geben und ich hoffe natürlich, dass wir den Schwung mitnehmen können.“

Torspielerin Laura Giuliani: „Ich hatte das Gefühl, dass wir immer zusammengearbeitet haben, dass wir koordiniert waren und es hat einfach Spaß gemacht mit dieser Mannschaft zu spielen. Das Gegentor kann passieren. Wir haben sofort gut reagiert, sind einfach unseren Weg weitergegangen und haben so das Spiel gewonnen.“  

Das nächste Spiel:

Weiter geht es für die VfB Frauen am kommenden Samstag, 29. August, mit einem Heimspiel gegen den Hamburger SV. Spielbeginn im GAZi-Stadion auf der Waldau ist um 14 Uhr.

So spielten die VfB Frauen:

Giuliani – Rall, Stegemann, Zähringer, Hechler, Wichmann (67. Mickenhagen) – Redzepi (77. F. Dongus), Achcinska (90. Osawa), Hagel – Arouna (67. Beuschlein), Billa (90. Hirano)