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Frauen 7. November 2026

„Möchte in der Liga nachlegen“

Verena Wieder spricht über das Krafttanken in Höhenlagen, emotionale Treffer, ein VfB-Trikot ihres Opas und über einen besonderen Spitznamen, der sich über Jahre und Vereine hinweg gehalten hat.

Hallo, Verena. Wir sind heute an einem Stuttgarter Wahrzeichen unweit unserer Heimspielstätte. Warst du schon mal am SWR Fernsehturm?

Verena: „Bisher noch nicht. Von oben hat man einen richtig schönen Blick über die Stadt und erkennt nach ein paar Monaten in Stuttgart einiges wieder. Mir gefällt es hier sehr gut.“

Hast du Höhenangst oder genießt du den Blick über die Stadt?

Verena: „Zweiteres. Ich komme aus den Bergen und bin bergsportbegeistert. Ich gehe gerne Klettern, Mountainbiken oder Wandern – alles Mögliche, Hauptsache in den Bergen. Dort ist es schön ruhig und friedlich. Man kann gut abschalten und zur Ruhe kommen. Ein guter Ausgleich zum Fußballalltag.“

Dein Spitzname lautet „Pukki“. Woher kommt er?

Verena: „Es gab beim FC Schalke 04 einen finnischen Spieler, der neulich sein Karriereende verkündet hat. Sein Name ist Teemu Pukki und er hatte zu seiner Schalker Zeit einen Lockenkopf – ähnlich wie ich. Als Schalke-Sympathisantin kam ich so zu meinem Spitznamen. Mittlerweile hat er einen Vollbart und eine Glatze – mein Spitzname ist jedoch bis heute geblieben.“

Nach überstandener Verletzung bist du seit Spieltag drei wieder zurück auf dem Platz. Wie fühlst du dich jetzt?

Verena: „Wirklich gut. Natürlich war der Saisonstart für mich schwierig. Man kommt in einen neuen Verein und würde am liebsten von Beginn an mit auf dem Platz stehen. Ich wurde jedoch erstmal ausgebremst (Anm. d. Red.: Knieverletzung) und musste mich in der Reha zurückarbeiten. Jetzt bin ich auf einem guten Weg, finde immer besser rein, sammle Minuten und merke, dass mein Körper wieder sehr gut funktioniert. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl.“

An was arbeitest du derzeit noch, um an deine 100 Prozent zu kommen?

Verena: „Es sind noch ein paar Automatismen, an denen ich arbeite. Vorher waren sie selbstverständlich, jetzt benötige ich ab und zu noch einen Augenblick länger für die Entscheidung. Mit weiteren Minuten auf dem Platz kommen diese Automatismen aber sicherlich wieder zurück.“

Durch deine Zeit beim FC Bayern, SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen und SV Werder Bremen hast du bereits viel nationale und internationale Erfahrung gesammelt. Vergleichst du man manchmal deine Stationen oder lebst du lieber im Hier und Jetzt?

Verena: „Ein bisschen schon. Aber ich habe mir mittlerweile angewöhnt, viel stärker im Hier und Jetzt zu leben. Und damit fahre ich ganz gut.“

Deine ersten beiden VfB-Treffer hast du im DFB-Pokal erzielt. Wie viele sollen noch folgen?

Verena: „Ich habe mir keine konkrete Marke gesetzt. Aber natürlich möchte ich als Stürmerin so viele Tore wie möglich schießen und so viele Offensivaktionen wie möglich haben, um der Mannschaft zu helfen. Gut, dass es im Pokal direkt geklappt hat, jetzt hoffe ich, bald auch in der Bundesliga nachzulegen.“

Welches Tor in deiner Karriere ist dein Favorit?

Verena: „Mein emotionalster Treffer war der 3:1-Siegtreffer beim Nordderby im ausverkauften Volksparkstadion gegen den Hamburger SV im DFB-Pokal-Halbfinale 2025. Mein schönster Treffer war der Fallrückzieher für Bayer 04 Leverkusen gegen RB Leipzig in der Nachspielzeit zum 1:1 im November 2023. Ich hoffe, beim VfB kommt noch der eine oder andere dazu. (schmunzelt)“

Wie nimmst du den VfB nach den ersten acht Spielen als Aufsteiger in der Bundesliga wahr?

Verena: „Man merkt, dass wir in der Liga angekommen sind. Nicht ohne Grund haben wir bereits acht Punkte auf dem Konto und stehen im DFB-Pokal-Viertelfinale. Dennoch hat man in den Spielen gegen den FC Bayern oder Eintracht Frankfurt gesehen, auf welches Niveau man in der Bundesliga trifft. Aber auch aus den vergangenen Niederlagen gegen diese Top-Clubs mit Champions League-Ambitionen können wir unsere Lehren ziehen.“

Wie schwer ist es, nach der Anfangseuphorie auch mit deutlichen Rückschlägen, wie es sie zuletzt gab, umzugehen?

Verena: „Spiele in Folge zu verlieren fühlt sich natürlich nicht gut an. Wenn man jedoch zuvor den Spielplan mit drei schwierigen Begegnungen im Oktober gesehen hat, kann man es besser einordnen. Jede Niederlage schmerzt. Umso größer ist der Ansporn, es im nächsten Spiel besser zu machen.“

Welche Rolle kommt dir als eine der erfahrenen Spielerinnen dabei zu Teil?

Verena: „Ich habe einen guten Draht zu unseren jüngeren Spielerinnen und gehe gerne ins Gespräch mit ihnen. Es macht mir viel Freude, den Mädels etwas mit auf den Weg geben zu können. Auf der anderen Seite schätze ich es auch sehr, mich mit unseren erfahrenen Spielerinnen auszutauschen. Es ist eine gute Mischung bei uns.“

Gibt es eine Partie, auf die du dich besonders freust im weiteren Saisonverlauf?

Verena: „Ich freue mich sehr auf unser nächstes Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen, da ich vier Jahre dort gespielt habe. Wenn man gegen gute Freunde oder alte Bekannte spielt, ist es besonders. Aber ich freue mich ehrlich gesagt auf jedes Spiel.“

Kannst du gegnerische Freundschaften auf dem Spielfeld ausblenden?

Verena: „(schmunzelt) Man drückt sich auf dem Platz schon mal einen Spruch. Aber während der 90 Minuten ruht die Freundschaft dann kurzzeitig.“

Verabschiedet wurdest du an deiner alten Wirkungsstätte in Bremen an Spieltag fünf. Nun gastiert Bremen in der MHP Arena. Wie schätzt du die Partie ein?

Verena: „Bremen ist richtig gut in die Saison gestartet. Dennoch glaube ich, dass für Werder in Stuttgart nicht viel zu holen sein wird. Wenn es zeitlich passt, bin ich auch gerne im Stadion. Ich finde, dass der VfB einen sehr schönen Fußball spielt. Und immerhin war eines meiner ersten Trikots ein VfB-Trikot – das hatte mir damals mein Opa geschenkt.“

Wer war hinten drauf?

Verena: „Cacau. Mittlerweile habe ich ihn auch schon an der Geschäftsstelle getroffen und wir haben uns kurz ausgetauscht.“

Schöne Aussichten aus 217 Metern über Stuttgart

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