Mit dem 3:0-Pokalerfolg gegen die SGS Essen im Rücken leitet VfB-Frauen-Coach Nico Schneck durch eine „sehr intensive“ Trainingswoche. „Das, was wir vor und im Spiel gegen Essen eingefordert haben, ist auch in den Einheiten diese Woche zu sehen. Maximale Intensität – anders wird es für uns gerade im ersten Jahr in der Bundesliga nicht funktionieren. Das ist die Basis und genau das, was wir brauchen.“ In den Köpfen geblieben ist nach dem Pokalspiel „die Art und Weise, wie wir gespielt haben“, zusammen „mit einem gewissen Selbstvertrauen in die eigene Qualität und einer realistischen Selbsteinschätzung“. Eine gute Mischung also, um die anstehende Herausforderung am neunten Bundesliga-Spieltag anzugehen.
„Ernsthaftigkeit, Seriosität und Respekt vor jedem Gegner“
Laut Nico Schneck treffe man am Sonntagnachmittag auf eine „sehr geradlinig“ agierende Mannschaft. „Sie haben Spielerinnen mit hoher Geschwindigkeit und viel Tiefgang in der Offensive“, so der VfB-Coach weiter. „Wir nehmen die Rolle als leichter Favorit an – verspüren dabei aber keinen Druck, sondern eher Dankbarkeit. Wir fordern volle Ernsthaftigkeit, Seriosität und maximalen Respekt vor jedem Gegner, aber keine Angst. Wir fühlen uns gut vorbereitet, um unsere Qualität und Power auf den Platz zu bringen, um in Mainz zu punkten. Mainz wird sich jedoch sicherlich wehren und alles dagegensetzen.“
Intensität und Energie
Man kenne die Tabellenkonstellation der 05-erinnen als Schlusslicht in Cannstatt durchaus. Das Schlimmste wäre es jedoch, die Gastgeberinnen auf diese zu reduzieren. „Mainz ist immer wieder knapp dran. Es sind nur Kleinigkeiten, warum sie am Ende nicht punkten“, sagt Nico Schneck über Mainz 05 und leitet direkt die eigene Haltung ab. „Es gibt keinen Grund für uns, auf dem Platz nur ein Prozent weniger zu geben. Wir müssen die Partie mit Intensität und Energie auch erstmal auf unsere Seite ziehen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, haben wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen.“
Mira Arouna ist zurück im Mannschaftstraining
Zurückgreifen können Nico Schneck und sein Trainerteam nahezu auf den kompletten Kader. Lediglich die drei längerfristig verletzten Spielerinnen Linette Hofmann (Syndesmoseband), Reena Wichmann (Meniskus) und Julia Mickenhagen (Sprunggelenk) fallen weiterhin aus. Trainingsrückkehrerin Mira Arouna ist dagegen wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. Für das Wochenende könnte sie eine Option sein. „Wir freuen uns, dass wir mit 27 Spielerinnen eine große Trainingsgruppe auf dem Feld haben und hoffen, dass Reena, Linette und Julia gut genesen und so schnell wie möglich wieder dazukommen“, so Nico Schneck.
Besondere Konstellation gegen Mainz 05 liegt in der Vergangenheit
Mit einem Blick in die Geschichtsbücher ist das eine oder andere besondere Spiel gegen Mainz 05 notiert. Zweimal musste man sich in den DFB-Pokal-Playoffs (1:2, 0:2) zuhause geschlagen gegeben, auch das erste Spiel der VfB-Frauen in der MHP Arena haben die 05-erinnen für sich entschieden (2:4). Einige Spielerinnen des aktuellen Kaders trugen zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht das VfB-Trikot, auch Nico Schneck und sein Trainerteam waren noch nicht im Amt. Dem gegenüber steht eine packende Aufholjagd in Mainz (5:4 nach 0:4-Rückstand) sowie ein 2:1-Heimsieg im Testspiel diesen Sommer. Eingeflossen sei dieses Wechselbad der Gefühle in die Spielvorbereitung jedoch nicht. „Für uns ging es eher darum, die Inhalte aus den bisherigen Spielen aufzugreifen, die sehr positiv waren. Diese wollen wir konservieren, Konstanz reinbekommen und mit einem Ticken mehr Präzision verfeinern.“ Ein gutes Rezept also, für ein packendes Auswärtsspiel im Mainzer Bruchwegstadion.
Zum Interview mit Nico Schneck bei VfB-TV: