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Verein 11. Juni 2026

Telefonjoker und Brückenbauer

Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende des VfB Stuttgart feiert am heutigen Donnerstag seinen 60. Geburtstag. Anlass genug für ein Portrait:

Diplom-Finanzwirt bei der Finanzverwaltung und der Steuerfahndung Stuttgart, Bürgermeister und Erster Bürgermeister seiner Heimatstadt Kornwestheim, seit 2020 Landrat des Landkreises Ludwigsburg, einem der größten Landkreise Baden-Württembergs: Der berufliche Werdegang von Dietmar Allgaier führt einen normalerweise nicht direkt ins Präsidentenamt beim VfB Stuttgart. Zu Dietmar Allgaiers Stärken zählen seine Nahbarkeit und sein offenes Ohr, sagen langjährige Begleiter. Genau dies sorgte im August 2024 auch für einen Anruf, der das Leben des Mannes, der sich selbst einen Vereinsmenschen durch und durch nennt, nachhaltig verändern sollte.

Interimspräsident dringlich gesucht

Dietmar Allgaier saß abends mit seiner Frau Bettina und Freunden beim Italiener, als der VfB-Vereinsbeiratsvorsitzende Rainer Weninger anrief. Dieser brauchte nicht viele Worte und wartete mit einer besonderen Bitte auf: Der mit Abstand größte Sportverein Baden-Württembergs stand nach einer turbulenten Mitgliederversammlung ohne Präsidenten und ohne handlungsfähiges Präsidium da, ein Interimspräsident wurde dringlich gesucht.

Entsprechend lief die Abfrage potenzieller Kandidaten, ob sie für das Amt prinzipiell zur Verfügung stünden, auf Hochtouren. Als langjähriges, engagiertes Vereinsmitglied wusste Dietmar Allgaier um die prekäre Situation seines Herzensvereins. Ebenso wusste er, der bereits seit 2016 ehrenamtlich im damaligen Mitgliederausschusses Vereinsentwicklung sowie hiernach in der Satzungskommission mitwirkte, um die Größe, Wucht und Tücken dieser Aufgabe. Rainer Weninger sicherte seinem „Telefonjoker“ etwas Bedenkzeit zu.

Schnelle und zuverlässige Einigung

Umgehend tagte der „Allgaiersche Familienrat“. Parallel holte Dietmar Allgaier die Zustimmung von Verwaltungsseite für den Schritt zum VfB ein – und signalisierte gen Bad Cannstatt, dass er sich das Amt vorstellen könne. Der entscheidende zweite Anruf des VfB erreichte ihn dann 72 Stunden später – mitten auf einem Pur-Konzert. Nicht nur aufgrund des erhöhten Geräuschpegels wurde man sich telefonisch schnell einig: Dietmar Allgaier wagte den Sprung ins „Abenteuerland“ VfB Stuttgart.

Seinem Ruf als Brückenbauer gerecht werdend, schaffte es der erfahrene Verwaltungs- und Organisationsexperte gemeinsam mit Andreas Grupp als neuformiertes Präsidium, dass in der Mercedesstraße wieder Stabilität, Ruhe und Geschlossenheit Einzug hielten. Und so wünschte sich die große Mehrheit der VfBlerinnen und VfBler, dass sich Dietmar Allgaier auch regulär als Präsident zur Wahl stellen solle. Am 22. März 2025 erhielt er mit 91 Prozent Zustimmung einen großen Vertrauensbeweis seitens der VfB-Mitglieder. Das Abenteuer ging also weiter.

Agieren im engen Schulterschluss

Im engen Schulterschluss mit dem heutigen Präsidium, gebildet mit Vizepräsident Andreas Grupp und Präsidiumsmitglied Stefan Jung, sowie dem Vereinsbeirat gestaltet er mit Freude, Hingabe und einem klaren Plan die Zukunft des Vereins für Bewegungsspiele. Der Austausch auf Augenhöhe mit den Mitgliedern und Fans, ob nun in den Vereinsabteilungen, bei Dunkelroten Tischen oder bei den „VfB im Ländle“-Aktivitäten, ist ihm dabei ein zentrales Anliegen.

Auch in der Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender ist er eine verlässliche Größe für den Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. Mit seiner Kommunikationsstärke, aber ohne große Worte, sondern vielmehr mit vorausschauendem Handeln und Besonnenheit prägt er die Gremienarbeit des VfB Stuttgart. Dietmar Allgaier wählt bewusst nicht stets in die erste Reihe, ist aber immer dann zur Stelle, wenn es das laut eigener Aussage schönste Vereins-Amt der Welt erfordert.

Happy Birthday, Dietmar Allgaier!