111 Pflichtspiele für den BVB, 87-mal im Einsatz für den VfB. Gonzalo Castro hat mit beiden Clubs besondere Zeiten erlebt. Seit seinem Karriereende bildet sich der fünfmalige Nationalspieler in verschiedenen Fußballbereichen weiter – und verrät, warum er gerne unter Cheftrainer Sebastian Hoeneß gespielt hätte.
Hallo Gonzalo, du bist im Sommer 2018 zum VfB gewechselt und hast das Brustring-Trikot drei Jahre lang getragen. An welchen Moment deiner Zeit in Stuttgart denkst du am liebsten zurück?
Gonzalo Castro: „Definitiv an den Aufstieg, das war ein toller Erfolg. Die Umstände waren jedoch außergewöhnlich: Wir hatten unser großes Ziel erreicht, konnten aufgrund der Coronavirus-Pandemie jedoch nicht mit den Fans feiern. Für den Club war der direkte Wiederaufstieg immens wichtig.“
Im Sommer 2022 hast du nach 17 Profijahren und insgesamt 421 Bundesliga- sowie 28 Zweitliga-Spielen deine Karriere beendet. Wie sieht dein Alltag seither aus?
Gonzalo Castro: „In der ersten Zeit nach dem Karriereende war unsere große Tochter noch nicht in der Schule – als Familie haben wir die Zeit für die eine oder andere Reise genutzt. Anschließend habe ich in der Spielerberater-Agentur eines Freundes gearbeitet sowie den von DFB und Bundesliga initiierten Lehrgang ‚Management im Profifußball‘ absolviert. Im Oktober werde ich mit zwei Trainer-Scheinen beginnen.“
Es hört sich an, als würdest du dem Profifußball auch nach der aktiven Karriere treubleiben.
Gonzalo Castro: „Das kann gut sein. Mir geht es zunächst darum, unterschiedliche Einblicke zu gewinnen, um auch herauszufinden, was am besten zu mir passt. Bei Bayer Leverkusen, wo ich ebenfalls viele Jahre gespielt habe, werde ich in der nächsten Zeit hospitieren dürfen. Darauf bin ich sehr gespannt.“
Mit dem BVB, dem nächsten Gegner des VfB, wurdest du im Jahr 2017 DFB-Pokalsieger. Wie schätzt du die Dortmunder Mannschaft in dieser Saison ein?
Gonzalo Castro: „Der BVB hat sein Gerüst beisammengehalten und sich punktuell verstärkt. Der Saisonstart spricht für das Team. Niko Kovac als Chefcoach macht aus meiner Sicht einen überragenden Job und sorgt relativ konstant für erfolgreiche Ergebnisse. Das kommt in der öffentlichen Betrachtung mitunter zu kurz. Ich traue dem BVB viel zu in dieser Saison.“
Gonzalo Castro, ehemaliger VfB-Spieler:
Die jüngsten Begegnungen waren oft rasant und torreich.
Der VfB ist unter Cheftrainer Sebastian Hoeneß ebenso positiv unterwegs. Wie nimmst du seine Arbeit wahr?
Gonzalo Castro: „Unter Sebastian Hoeneß hätte ich gerne gespielt. Ich habe den Eindruck, dass er sowohl zur Mannschaft als auch zu einzelnen Spielern eine sehr gute Ansprache findet. Der VfB wählt oft spielerische Lösungen. Die zuletzt regelmäßigen Teilnahmen am internationalen Wettbewerb sind eine schöne Bestätigung des eingeschlagenen Weges.“
Bleibt zum Abschluss eine Frage offen: VfB gegen BVB – wie geht’s diesmal aus?
Gonzalo Castro: „Die jüngsten Begegnungen waren oft rasant und torreich. Der VfB wird zu Hause dominant auftreten wollen – Dortmund wird die Stuttgarter womöglich etwas kommen lassen und aufs Umschaltspiel setzen. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe und sage ein 2:2 voraus.“
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