Nur etwas mehr als zwei Wochen nach dem Bundesliga-Auswärtssieg am fünften Spieltag (2:0) machen sich die Jungs aus Cannstatt am Mittwoch erneut auf den Weg nach Paderborn. Während beide Clubs kürzlich nach elf Jahren erstmals wieder in der Bundesliga aufeinandertrafen, liegt das bislang letzte Duell im DFB-Pokal noch gar nicht allzu lang zurück.
Dort, wo Dennis Seimen am 12. Oktober dieses Jahres sein Pflichtspieldebüt im VfB-Tor feierte und dabei direkt ohne Gegentreffer aus dem Spiel ging, blieb die Null beim vergangenen DFB-Pokal-Gastspiel im Februar 2023 nicht stehen. Tatsächlich wäre dem VfB im Achtelfinale jener Spielzeit beinahe ein Slapstick-Eigentor zum Verhängnis geworden. Bereits nach drei Minuten waren die Jungs aus Cannstatt in Ostwestfalen ins Hintertreffen geraten, nachdem Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos ein Rückpass verunglückt war. Sein Zuspiel überraschte den etwas rechts von seinem Kasten stehenden Torhüter Florian Müller, der zu allem Überfluss auch noch wegrutschte und das 0:1 aus VfB-Sicht nicht mehr verhindern konnte.
Der VfB lief in der Folge unermüdlich an, schaffte den Turnaround aber erst in der Schlussphase. Zunächst traf Leihspieler Gil Dias in seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den VfB sehenswert zum Ausgleich (86.), wenige Minuten später köpfte Serhou Guirassy in der Nachspielzeit eine Ecke von Pascal Stenzel zum 1:2 ein (90.+5). Der VfB erreichte durch den Last-Minute-Sieg das Viertelfinale und traf dort Anfang April 2023, einen Tag nach der Vorstellung von Sebastian Hoeneß als neuem Cheftrainer, auf den 1. FC Nürnberg (1:0-Sieg). Im Halbfinale schied der VfB gegen Eintracht Frankfurt aus (2:3).
Zwei weitere Pokalsiege gegen Paderborn
Noch spannender ging es in der zweiten Pokalrunde der Spielzeit 2007/2008 zu. Der VfB traf damals in einem Heimspiel auf den SCP und hatte sich durch zwei Treffer Thomas Hitzlspergers in der ersten Hälfte, beide vorbereitet durch Yildiray Bastürk, eine ideale Ausgangsposition geschaffen. Doch die Paderborner, damals in der Zweiten Bundesliga unterwegs, kämpften sich zurück und kamen dank eines Doppelschlags von Erwin Koen und Nils Döring (66., 69.) noch zum Ausgleich. In der Verlängerung schlug der VfB dann kurz vor Schluss zu: Mario Gomez traf nach erneutem Zuspiel von Yildiray Bastürk zum 3:2 und hievte den VfB im Nachsitzen ins Achtelfinale. Dort gewannen die Jungs aus Cannstatt mit 3:2 bei der Zweitvertretung von Werder Bremen, mussten sich aber in der Runde der letzten Acht dem FC Carl Zeiss Jena geschlagen geben (6:7 n.E.).
Erstmals begegneten sich beide Clubs in einem Pokal- beziehungsweise Pflichtspiel bereits in der Spielzeit 2002/2003. In der ersten Runde schlug der VfB den Regionalligisten (damals noch drittklassig) mit 4:1. Kevin Kuranyi (2), Ioannis Amanatidis sowie Aleksandr Hleb trafen für den VfB, der in der zweiten Runde nach einem 0:3 gegen Bayer Leverkusen die Segel streichen musste.