Access Keys:
Profis 5. September 2026

Premieren unter Flutlicht

Der Heimspielauftakt ist gelungen, ein Neuzugang erweist sich als treffsicher und zwei Spieler feiern ihre Bundesliga-Debüts. Der 4:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln schrieb am Freitagabend einige schöne Geschichten.

Dass das erste Bundesliga-Heimspiel der Saison keines wie jedes andere ist, ist in Bad Cannstatt nicht erst seit gestern bekannt. Der Freitagabend untermauerte das noch einmal. Traditionell brachten sich die überwiegend in weiß gekleideten VfB-Fans bei der Karawane Cannstatt wieder weit vor dem Anpfiff in Stimmung, zogen gemeinsam zur Arena und sorgten so für ideale Voraussetzungen für einen gelungenen Heimspielauftakt.

Impressionen vom Heimsieg gegen Köln

Die Atmosphäre auf den Rängen schwappte anschließend von der ersten Minute an auf den Platz über. Der VfB setzte den 1. FC Köln immer wieder früh unter Druck, erspielte sich Möglichkeit um Möglichkeit und musste sich zunächst nur über die eigene Chancenverwertung ärgern. Ein traumhaftes Solo von Bilal El Khannouss wenige Minuten vor der Pause brach schließlich den Bann. Weil der marokkanische Nationalspieler auch sonst immer wieder durch kreative Impulse auffiel, erhielt er nach dem Abpfiff als erster VfB-Akteur die zur neuen Saison eingeführte „Man of the Match“-Auszeichnung der Bundesliga. „Es war eine starke Leistung der Mannschaft. Wir haben das Spiel gut kontrolliert und sind glücklich über den Sieg. Es war der erste Sieg im ersten Spiel und wir hoffen auf viele weitere“, sagte Bilal El Khannouss mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Freigesetzte Kräfte und erfüllte Träume

Welchen Einfluss die Fans auf den Auftritt ihrer Mannschaft haben können, unterstrich Finn Jeltsch. „Wir haben die Bilder der Karawane vor dem Spiel gesehen. Die Atmosphäre war heute unglaublich und hat uns viel Energie gegeben. Heute haben wir gezeigt, was wir können. Das hat Spaß gemacht“, so der Abwehrspieler.

Viel Spaß hatte definitiv auch Sommer-Neuzugang Grischa Prömel, der zum Heimspielauftakt seine Familie und Freunde eingeladen hatte und bei seiner Premiere im weiß-roten Wohnzimmer direkt traf. „Ich brauchte nicht lange, um mich hier einzuleben“, sagte der gebürtige Cannstatter Grischa Prömel nach dem Spiel. „Es ist immer ein kleiner Traum gewesen, für diesen Verein zu spielen und macht mich und viele aus meinem Umfeld stolz.

Sein Treffer zum 2:0 nach ziemlich genau einer Stunde kam dabei zum „psychologisch wichtigen Zeitpunkt“, nachdem der 1. FC Köln in der ersten Viertelstunde nach Beginn der zweiten Halbzeit ins Rollen gekommen war und den erneut stark aufgelegten Fabian Bredlow ein ums andere Mal testete. Cheftrainer Sebastian Hoeneß attestierte seiner Mannschaft nach dem Spiel „74,5 gute Minuten“ und verwies dabei auf den holprigen Start in Halbzeit zwei sowie den Kölner Ehrentreffer zum 1:3 in der Schlussphase. „Wir hätten es beim Stand von 3:0 besser herunterspielen müssen, aber wir sind auch erst am zweiten Spieltag und haben viel Zeit, um uns zu entwickeln.“

Der frisch eingewechselte Ermedin Demirovic räumte mit seinem Treffer zum 3:0, ebenfalls dank einer starken Einzel-Leistung, letzte Zweifel aus. Für den Schlusspunkt sorgte Josha Vagnoman mit dem Ablauf der regulären Spielzeit und einem Volley-Tor zum Einrahmen. Der Schienenspieler, der bereits das 1:0 vorgelegt hatte und den einzigen VfB-Treffer in München erzielte, steht nun bei drei Scorern in zwei Spielen und damit für den Moment auf dem geteilten ersten Platz der ligaweiten Rangliste.

Gleich zwei Bundesliga-Debüts in der Schlussphase

Neben schönen Toren gab es am Freitag auch einige Einstände zu feiern: Denn nicht nur Grischa Prömel stand am Freitagabend erstmals als Spieler des VfB in der MHP Arena auf dem Rasen. Auch Dzenan Pejcinovic bestritt sein erstes Heimspiel in Weiß und Rot, zudem kam Leo Sauer nach auskurierter Verletzung zu seinem Pflichtspiel-Debüt. Das hatte U21-Akteur Yanik Spalt zwar schon beim UEFA Europa League-Spiel bei der AS Rom im Januar gefeiert, nun kam der junge Österreicher erstmals auch in der Bundesliga zum Einsatz.