Der Saisonstart
Nach seinem missglückten Start mit drei Niederlagen und 0:12 Toren aus den ersten drei Partien gelangen dem Hamburger SV zuletzt zwei Erfolgserlebnisse. Zunächst schlugen die Hanseaten den 1. FC Köln im Heimspiel mit 2:1, am vergangenen Wochenende kam dann auch noch der erste Auswärtssieg aufs Konto: In Hoffenheim setzte sich der HSV trotz eines zwischenzeitlichen 1:2-Rückstandes mit 3:2 durch.
Der Trainer
Trotz des holprigen Auftakts in die Saison traf die sportliche Führung des Hamburger SV Mitte September 2026 eine wegweisende Entscheidung für die Zukunft des Clubs. Ungeachtet der beiden 0:5-Niederlagen gegen Mainz und Leipzig verlängerte der Verein den Vertrag mit Aufstiegstrainer Merlin Polzin. Der 35-Jährige betreut die Rothosen seit Dezember 2024 als Cheftrainer und war zuvor seit 2020 als Co-Trainer im Amt. Von 2011 bis 2013 sammelte er erste Trainer-Erfahrungen im HSV-Nachwuchs. Anlässlich seiner Vertragsverlängerung sagte Merlin Polzin: „Unser gemeinsames Commitment ist ein Zeichen des Vertrauens. Gleichzeitig interpretiere ich es als große Verantwortung und als unseren Auftrag, den Verein besser zu machen. Jeder weiß, wie viel mir diese Stadt, dieser Club und dieses Stadion bedeuten.“
Der Kapitän
Trotz der beiden jüngsten Siege ist man im hohen Norden derzeit alles andere als frei von Sorgen. Grund dafür ist der Ausfall des Kapitäns: Beim 3:2 in Hoffenheim am vergangenen Samstag verletzte sich Nicolai Remberg schwer am Knie und fällt mit einer Kreuzbandverletzung bis zum Ende der laufenden Saison aus. Cheftrainer Merlin Polzin muss daher umbauen: „Wir haben mit der Mannschaft und den Kandidaten, die für die Position infrage kommen, gesprochen, dass sich in unserem Spiel etwas verändern wird. Zum Profil auf dieser Position gehören Positionstreue, Zweikampfhärte und das Nachziehen im Pressing.“ Als Alternativen für das defensive Mittelfeld gelten unter anderem Kofi Amoako, Vize-Kapitän Nicolas Capaldo, der aber eigentlich in der Defensive gesetzt ist, und Miro Muheim.
Der Matchwinner
Egal, ob er letztlich im Mittelfeld auflaufen wird oder doch eher auf seiner angestammten Position als Linksverteidiger: Miro Muheim geht mit ordentlich Rückenwind in das Heimspiel gegen den VfB. In Hoffenheim entwickelte sich der Schweizer spät zum Matchwinner, als er einen TSG-Befreiungsschlag per Direktabnahme zum 3:2 ins Tor feuerte. Seit 2022 läuft der 28-Jährige Schweizer Nationalspieler für den Hamburger SV auf. In Sinsheim gelang ihm in seinem 30. Bundesliga-Spiel das erste Tor.
Der Routinier
Als bisher einziger Hamburger verbuchte der mittlerweile 32-jährige Yussuf Poulsen bereits zwei Saisontore und traf sowohl gegen Köln als auch in Sinsheim. Damit hat der Norweger schon jetzt einen Treffer mehr auf dem Konto als nach seinen 15 Spielen der vergangenen Saison. Im Sommer bekam Yussuf Poulsen in Terem Moffi einen neuen Sturmpartner an die Seite gestellt. Auch der Nigerianer stellte seinen Torriecher bereits unter Beweis und erzielte mit dem 2:2 in Hoffenheim seinen ersten Treffer im HSV-Dress. Den VfB-Fans könnte Terem Moffi noch ein Begriff aus der vergangenen UEFA Europa League-Saison sein: Im Achtelfinal-Hinspiel in der MHP Arena traf er für den FC Porto zur damaligen 1:0-Führung der Gäste (Endstand: 2:1 für Porto).
Die Historie
Der bislang letzte Bundesliga-Sieg des VfB in Hamburg liegt schon eine ganze Weile zurück. Im Dezember 2014 gewannen die Jungs aus Cannstatt mit 1:0 im hohen Norden. Florian Klein traf nach Zuspiel von Alexandru Maxim kurz vor dem Pausenpfiff zur Führung, die der VfB nach einem Platzverweis gegen Georg Niedermaier anschließend fast eine ganze Halbzeit lang in Unterzahl verteidigte. Für einen Befreiungsschlag sorgte der knappe Sieg damals aber nicht: Beide Teams kämpften bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt, den sich der VfB durch einen Sieg in Paderborn und der HSV im Nachsitzen in der Regelation gegen Karlsruhe sicherte.