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Profis 2. November 2026

Zu Besuch beim türkischen Rekordmeister

Der VfB gastiert in der zweiten Europacup-Spielzeit in Folge in Istanbul – diesmal bei den „Löwen“ auf der europäischen Seite der Metropole am Bosporus. Der Gegner im Check:

Als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Türkei gilt Istanbul zugleich als Hauptstadt des türkischen Fußballs. Die Leidenschaft für den Sport ist in der Bosporus-Metropole allgegenwärtig und konzentriert sich seit Jahrzehnten vor allem auf die drei großen Traditionsvereine der Stadt. Während sich die Stadt aus Fan-Sicht in verschiedene Lager teilt und die einheimischen Anhänger überwiegend entweder Galatasaray (dem erfolgreichsten Club), Fenerbahce (dem mitgliederstärksten Club) oder Besiktas (dem ältesten Sportverein des Landes) ihre Treue geschworen haben, ist diese Ausgeglichenheit in sportlicher Hinsicht seit einigen Jahren zurückgegangen. Denn während sich zwischen 2010 und 2022 noch sechs verschiedene Meister fanden, setzte sich „Gala“ in jeder der vergangenen vier Saisons durch.

Eine Serie von solcher Dauer hatte es in der Türkei bislang nur einmal gegeben, als Galatasaray zwischen 1997 und 2000 ebenfalls viermal den Meisterpokal einheimste. Erfolgscoach und prägende Figur der aktuellen Ära ist Okan Buruk, unter dem Galatasaray auch nach den ersten neun Partien der angelaufenen Spielzeit an der Tabellenspitze thront. In der UEFA Champions League ist die Punkteausbeute hingegen noch ausbaufähig.

Zuletzt gelang den „Löwen“ ein erlösender Sieg

Die Gelb-Roten gewannen zuletzt mit 4:2 beim OSC Lille, auf den auch der VfB im Dezember in der heimischen MHP Arena trifft, und beendeten damit eine Serie von sechs sieglosen Spielen in der Ligaphase der UEFA Champions League (dazu ein Remis und fünf Niederlagen). Die vier Tore in dieser Partie waren mehr als in den sechs vorangegangenen sieglosen Spielen zusammen (drei). Der türkische Rekordmeister bekam es zum Auftakt der aktuellen Ligaphase gleich mit zwei Schwergewichten zu tun und ging gegen Sporting CP in Lissabon (1:3) sowie im Heimspiel gegen den FC Barcelona (1:4) jeweils als Verlierer vom Platz.

Nun empfangen die „Aslanlar“ (die Löwen) in ihrem zweiten Heimspiel den VfB, doch in der Vergangenheit hatte Galatasaray mit deutschen Teams durchaus Probleme: Keines der bisherigen sieben Heimspiele gegen Mannschaften aus der Bundesrepublik konnte „Gala“ im Landesmeisterpokal bzw. der Champions League gewinnen (vier Remis und drei Niederlagen). Die jüngste dieser Partien war eine Niederlage gegen den FC Bayern im Oktober 2023 (1:3).

Starstürmer lernte von einem Stuttgarter Eigengewächs

Zu den bekanntesten Akteuren des Kaders gehört sicherlich Victor Osimhen. Der 27-jährige nigerianische Stürmer machte sich vor seinem Wechsel in die Türkei vor allem als Torjäger der SSC Neapel einen Namen, spielte zu Beginn seiner Profilaufbahn aber zeitweise auch in der Bundesliga. In seinen anderthalb Jahren beim VfL Wolfsburg lernte Victor Osimhen viel von VfB-Eigengewächs Mario Gomez, wie er später einmal sagte: „Ich habe Mario gerne zugesehen. Er hat mich geleitet und mir wertvolle Tipps gegeben. Er hat mir wirklich sehr geholfen und dafür bin ich ihm auf ewig dankbar."

Weitere bekannte Gesichter in den Reihen Galatasarays sind die ehemaligen Bundesliga-Akteure Leroy Sané (Schalke/Bayern), Ilkay Gündogan (Dortmund), Roland Sallai (Freiburg), Ismail Jakobs (Köln), El Chadaille Bitshiabu (Leipzig) sowie die beiden Linksaußen Rafael Leao und Baris Alper Yilmaz.