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Philipp Heineken

(* 25. Juli 1873 – † 8. Februar 1959) Fußballpionier

Philipp Heineken
Philipp Heineken

Der in Morrisania, New York (USA) geborene Sohn einer in Cannstatt niedergelassenen Auswandererfamilie widmete sich nachweislich schon ab dem Jahr 1880 in seiner frühen Jugend intensiv den im Freien ausgetragenen Sportarten. Der begeisterte Rugby-Spieler war im Jahr 1890 Gründungsmitglied des Cannstatter Fussballclubs (heute: Cannstatter Tennisclub), der quasi die Urmutter der großen Stuttgarter Fußballvereine darstellt. Sein Wechsel zum gerade frisch ins Leben gerufenen FV Stuttgart 1893 – er war aufgrund eines von ihm verfassten, allzu kritischen Spielberichts zum Austritt aus dem Cannstatter Fussballclub bewegt worden – war der entscheidende Impuls für die sportliche Ausrichtung und positive Entwicklung des älteren der beiden Vorgängervereine des VfB Stuttgart.

Philipp Heineken ist es durch sein Talent am (eiförmigen) Ball und an der Feder zu verdanken, dass maßgebliche Informationen zu den Anfängen des Fußballsports hierzulande überliefert sind. Bereits vor seinem Beitritt zum FV Stuttgart 1893 hatte Heineken damit begonnen, eine rege Publikationstätigkeit an den Tag zu legen. Um die Sportarten Rugby, Fußball, Cricket und Golf zu vereinheitlichen und damit auch zu popularisieren, verfasste und übersetzte Heineken eine Vielzahl von Handbüchern und Regelwerken, darunter das mehrfach aufgelegte, im Jahr 1893 erstmals erschienene Standardwerk „Die beliebtesten Rasenspiele: Eine Zusammenstellung der hauptsächlichsten englischen Out Door Games zum Zwecke ihrer Einführung in Deutschland“.

Sein Engagement für den Ballsport ging weit über die Grenzen Württembergs hinaus. Unermüdlich für die Sache missionierend, war er als Funktionär – unter anderem war er der erste Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) – in Deutschland unterwegs und verfasste unter anderem das im Jahr 1905 erschienene erste DFB-Jahrbuch. Aus unbekannten Gründen wanderte Heineken wohl im Jahr 1909 nach Amerika aus, blieb dort aber seinem im Jahr 1912 zum VfB Stuttgart fusionierten Verein eng verbunden und publizierte weitere wichtige Werke zur Frühzeit des (Rugby-) Fußballs. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte ihn sein Weg nach Stuttgart zurück, wo der für den Fußball so wichtige Chronist und Funktionär schließlich 1959 verstarb.