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Länderspiele, 18.06.2009

Nach einer Stunde brach der Bann

Schon im zweiten Gruppenspiel bei der U21-EM in Schweden ging es für die deutsche Formation um viel. Nach dem Remis gegen Spanien war ein Sieg schon Pflicht, um die Tür zum Halbfinale weit aufzustoßen. Der im ersten Spiel stärkste Deutsche, der Bremer Mesut Özil, gab nach Rückenproblemen am Vortag rechtzeitig Entwarnung und konnte wieder als eine der Spitzen eingesetzt werden. Vor etwa 6.000 Besuchern im Stadion Örjans Vall in Halmstad trafen die DFB-Junioren auf die U21-Auswahl Finnlands, bei denen der Druck nach der Niederlage im Auftaktspiel gegen England noch größer war. Allerdings kamen die Skandinavier vorerst besser damit klar und rissen das Spielgeschehen, angefeuert von hunderten Schlachtenbummlern aus dem schwedischen Nachbarland, an sich.

Unter Markus Babbels analytischen Augen

Den Finnen gelang es, ein Chancenplus zu erzeugen, während die Equipe von DFB-Coach Horst Hrubesch nur reagierte. Die junge Truppe, die im Vergleich zum überzeugenden Auftritt vom Montag personell nahezu unverändert blieb, überstand die stärkste Phase der Gegner unbeschadet.

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Doch unter den Augen von VfB-Teamchef Markus Babbel, der derzeit das finnische U21-Team im Rahmen seiner kürzlich begonnenen Ausbildung zum Fußballehrer analytisch vor Ort begleitet, kamen die Hrubesch-Schützlinge weiter in Bedrängnis. Auch der Mannschaftskapitän der deutschen Auswahl, VfB-Mittelfeldakteur Sami Khedira, war im defensiven Mittelfeld äußerst gefordert, um die immer wieder gerissenen Löcher zu stopfen. Obwohl er mit der Aufgabe weitestgehend gebunden war, blieb er ein Aktivposten, der gelegentliche Entlastungsangriffe initiierte. Gegen die robusten Finnen traten die schnellen Offensivkräfte der DFB-Auswahl kaum in Erscheinung. Doch wie beim deutschen Nachwuchs blieb die Chancenverwertung der Finnen ihr größtes Manko. Auch ohne Torerfolg hatte derweil Markus Babbel bis zur Pause über seine finnischen Probanden bestimmt viel Positives zu notieren.

Spielverlauf auf den Kopf gestellt

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild dasselbe, das das Team des DFB abgab. Die Akteure mussten ständig auf Vorstöße reagieren, das Frustpotential und damit dann auch die Anzahl der Verwarnungen stiegen. Aus den Feldvorteilen zogen die Skandinavier aber keinen numerischen Profit. Die letzte Reihe der deutschen U21 hielt stand.
Stattdessen stellte eine Standardsituation nach einer Stunde das Spiel auf den Kopf. Denn Mesut Özil zirkelte den Ball nach einem Freistoß passgenau auf den Kopf von Benedikt Höwedes, und der Schalker brach mit seinem Kopfballtreffer aus kurzer Distanz den Bann.

Halbfinale in Sichtweite

Nur zwei Minuten später öffnete ein kluger Pass von Sami Khedira das Spiel. Der VfB-Spieler schickte damit Mesut Özil Richtung Finnen-Tor, der den mitgelaufenen Ashkan Dejagah sah und bediente. Der Wolfsburger hatte keine Mühe, den zweiten Treffer zu markieren und den Finnen den zweiten Nackenschlag zu versetzen. Nach dem zu diesem Zeitpunkt eher schmeichelhaften Doppelschlag ging natürlich alles leichter. Es ergaben sich mehr Räume, die die DFB-Elf nutzen konnte. Die Stärken, Tempo und Spielwitz, blitzten zeitweise wieder auf. Doch da war es ein Leichtes, denn die Finnen waren geschlagen und werden sich nach der Vorrunde vom Turnier verabschieden müssen. Für Sami Khedira & Co. kann es noch weit gehen, wenn aus dem schwächeren ersten Durchgang die rechten Schlüsse gezogen werden.

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