


Als Sami Khedira vor 23 Jahren in Bad Cannstatt zur Welt kam, dachte wohl noch niemand daran, dass der Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers einmal einer der besten Spieler werden würde, die der VfB jemals hervorgebracht hat.
Nun führt der Weg des deutschen Nationalspielers zum spanischen Spitzenverein Real Madrid. Bei den Königlichen will der zweikampfstarke und spielintelligente Mittelfeldspieler seinen bereits gewonnenen Titeln noch weitere Trophäen hinzufügen.
Siegtreffer zur Deutschen Meisterschaft 2007
Beim VfB gewann er mit der B- und A-Jugend die Deutsche Meisterschaft. 2007 sorgte er mit dem entscheidenden Tor zum 2:1-Sieg am letzten Spieltag der Bundesligasaison gegen Energie Cottbus für den fünften Meistertitel des VfB. Zwei Jahre später führte er die deutsche U21-Nationalmannschaft als Kapitän zum Europameistertitel, und in diesem Jahr war er kurz davor, als Stammspieler der A-Nationalmannschaft den WM-Pokal in Südafrika zu holen. Letztlich scheiterte man im Halbfinale aber am späteren Weltmeister Spanien. Dennoch ist auch der dritte Platz bei der WM 2010 ein weiterer großer Erfolg in der noch jungen Karriere des Sami Khedira, der zudem im Spiel um Platz drei den Siegtreffer zum 3:2 gegen Uruguay erzielte.
Abschied von der Mannschaft und ein letztes Interview
Am Abend reiste Sami Khedira ins Trainingslager nach Friedrichsruhe, um sich von der Mannschaft und dem Funktionsteam zu verabschieden. Anschließend sprach www.vfb.de noch mit ihm über die Zeit beim VfB und die große Herausforderung Real Madrid.
Sami, wie fühlt es sich an, ein letztes Mal bei der Mannschaft zu sein und Abschied zu nehmen?
Sami Khedira: "Der Abschied fällt natürlich schwer, auch wenn die Sache mit Real Madrid schon ein paar Tage lief. Aber wenn es dann tatsächlich soweit ist und alles fix ist, ist es schon nochmal was anderes. Den ganzen Tag habe ich schon gemerkt, dass es sehr emotional ist. Mir war wichtig, mich von allen noch einmal persönlich zu verabschieden. Ich habe beim VfB und auch außerhalb des Vereins viele Freunde gefunden."
Wie sah der Abschied denn genau aus?
Sami Khedira: "Zunächst habe ich mich von Cheftrainer Christian Gross verabschiedet und mit ihm noch etwas über Real Madrid und den spanischen Fußball geredet. Anschließend habe ich mit der Mannschaft zu Abend gegessen und danach auch noch eine Runde spendiert. Aber dieser Abschied ist ja nicht für immer. Ich werde mir in Madrid deutsches Fernsehen besorgen und den VfB aus Spanien weiter beobachten. Ich kann den VfB nicht vergessen, der Verein und seine Fans werden mir für immer im Herzen bleiben. Ich hoffe, dass wir uns in der nächsten Saison in der Champions League wieder sehen!"
Apropos Champions League. Die hast Du mit dem VfB schon kennengelernt, aber auch andere Erfolge mit dem Verein gefeiert. Hast Du an diese Momente in den letzten Tagen häufiger gedacht, als sonst?
Sami Khedira: "Auf jeden Fall. Auf der Fahrt ins Trainingslager oder auch davor schon in einem ruhigen Moment kamen viele Erinnerungen hoch, wie zum Beispiel mein entscheidendes Tor zur Deutschen Meiserschaft 2007, aber auch Zeiten, in denen mich Verletzungen zurückgeworfen haben. Ich habe schon unheimlich viel erlebt in meiner Zeit beim VfB."
In Zukunft wirst Du das königliche Trikot von Real Madrid tragen. Was empfindest Du bei dem Gedanken daran?
Sami Khedira: "Das ist natürlich schon eine ganz besondere Vorstellung und das war auch der Grund, warum ich mein Wort gebrochen habe. Ich habe während der WM gesagt, dass ich auf jeden Fall noch eine Saison beim VfB spielen werde. Aber dann kam das Angebot von Real und der Wunsch von Trainer Jose Mourinho, der mich unbedingt haben wollte. Und bei so einem Angebot konnte ich nicht nein sagen. Die Kombination aus Real Madrid und dem für mich zurzeit weltbesten Trainer Mourinho war für mich ausschlaggebend. Eine andere Alternative hätte es für mich nicht gegeben. Bei allen anderen Anfragen hätte ich mein Wort gehalten. Ich hoffe sehr, dass mir meine Mitspieler beim VfB, der Trainer und die Fans verzeihen."
Wie sehen die nächsten Wochen aus?
Sami Khedira? "Nach der sportärztlichen Untersuchung und der Vertragsunterschrift am heutigen Samstag fliege ich am Sonntag nach Los Angeles, wo Real Madrid zurzeit ein Trainingslager absolviert. Anschließend will ich dann in Madrid schnell heimisch werden und mich zurechtfinden. Deshalb wird auch mein Bruder für ein paar Wochen nach Madrid kommen Er spricht ein bisschen spanisch und hilft mir ein wenig, mich einzuleben. Ich freue mich wahnsinnig auf die Herausforderung, auf das tolle Stadion, die Stadt und die Spiele mit Real Madrid."