
Auch wenn sich die Erfolgsbilanz des VfB sehen lassen kann und vier Siege und ein Unentschieden in der Bundesliga zu Buche stehen, sieht Cheftrainer Christian Gross keinen Grund, in Euphorie auszubrechen. "Der Januar verlief durchweg positiv, jetzt sind wir aber im Februar, und jedes Spiel hat seine eigene Dramaturgie. Wir müssen versuchen, auch die Partie gegen Nürnberg positiv zu gestalten", sagte der VfB-Cheftrainer im Hinblick auf das bevorstehende Auswärtsspiel gegen den Aufsteiger am Samstagabend. "Das ist ein weiteres Spiel gegen den Nichtabstieg. Es geht um sehr viel. Wir müssen dominant auftreten, konzentriert, intelligent und druckvoll spielen", so der Schweizer.
"Die Konkurrenzsituation ist sehr groß"
Personell kann Gross nahezu aus dem Vollen schöpfen. Kapitän Matthieu Delpierre nimmt seit Anfang dieser Woche wieder voll am Mannschaftstraining teil und legte am Donnerstagvormittag eine Sondereinheit ein. "Wenn er fit ist, spielt er. Darüber werden die nächsten Einheiten Aufschluss geben", sagte Christian Gross. Der Einsatz von Cacau ist indes noch fraglich, und Martin Lanig befindet sich weiterhin im Aufbautraining nach seinem Kreuzbandriss. Dahingegen meldete sich Arthur Boka einsatzbereit, weshalb Gross auch sagte: "Die Konkurrenzsituation ist sehr groß. Wir haben einen spielstarken und ausgeglichenen Kader. Wenn Matthieu hundertprozentig fit ist, stehen uns acht Verteidiger zur Verfügung, und auch im Sturm habe ich einige Alternativen. Julian Schieber hat im Trainingsspiel unter der Woche einen guten Eindruck hinterlassen. Ciprian Marica läuft unheimlich viel, ist ein cleverer Strafraumspieler und hat ein gutes Timing beim Kopfball. Er setzt die gegnerische Abwehr enorm unter Druck. Und Pavel Pogrebnyak tut jedem Verteidiger weh."
"Wir sind mutiger, als noch vor wenigen Wochen"
Trotz der Dichte im Kader spüre Gross einen guten Zusammenhalt im Team, der sich auch beim gemeinsamen Torjubel bemerkbar mache. "Insgesamt zeigen wir eine höhere Bereitschaft, Risiko zu gehen, und wir sind mutiger, als noch vor einigen Wochen", so der 55-Jährige. Dennoch zeige ein Blick auf die Tabelle, wie eng unten alles beieinander liege und dass der Abstand nach oben nach wie vor sehr groß sei. "Über etwas anderes als den Klassenerhalt mache ich mir zurzeit keine Gedanken", so der VfB-Cheftrainer. Zumal der Gegner dank Änderungen im Kader wieder etwas an Stabilität zurückgewonnen habe. "Die Nürnberger haben sich gefestigt und auch wieder Tore gemacht. Das wird ein ganz schwieriges Spiel", sagte Christian Gross.