
Keine Frage, wenn man Armin Veh auf das kommende Gastspiel in der Bundesliga bei Borussia Dortmund anspricht, bekommt der VfB-Coach glänzende Augen. "Das ist ein Traditionsverein mit tollen Fans und einem super Stadion. Auf die Partie in Dortmund freue ich mich jede Saison, denn das sind immer sehr stimmungsvolle und interessante Spiele", sagte Veh im Vorfeld des anstehenden Vergleichs am Samstag (15.30 Uhr, Signal Iduna Park), zu dem sein Team bereits am heutigen Freitagnachmittag mit dem Zug anreisen wird. Zurück nach Stuttgart geht es dann morgen Abend nach der Partie mit dem Flieger. Dass es bei aller Vorfreude um drei weitere wichtige Zähler in der Liga geht, ist dem VfB-Coach natürlich klar, weshalb er auch fordert: "Wir müssen in Dortmund an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen und von Beginn an wach sein. Nur so werden wir dort eine Chance haben." Veh erwartet von seinen Spielern also, dass sie einmal mehr den Spagat einer englischen Woche meistern und auch ohne groß zu trainieren auf den Punkt wieder konzentriert zu Werke gehen.
Training und Analyse nahezu unmöglich
Dass dies bei dem strammen Programm, das der VfB zur Zeit zu absolvieren hat, nicht immer ganz einfach ist, weiß auch der VfB-Coach, der zu bedenken gab: "Wir sind die Mannschaft, die die mit Abstand meisten Partien in dieser Saison bestritten hat. Das Spiel in Dortmund ist unsere 13. Partie. Dazu kommen die Länderspiele, die bei über zehn Nationalspielern auch nicht zu vergessen sind. Ein Serdar Tasci hat beispielsweise schon 16mal über 90 Minuten gespielt. Und das gerade mal in knapp neun Wochen." Aufgrund der großen physischen Belastung der Spieler ist es augenblicklich nahezu unmöglich, normal zu trainieren. "Wenn man alle drei Tage ein Spiel hat, kann man in den Einheiten nicht großartig etwas einstudieren. Im Prinzip steht die Mannschaft ja nie geschlossen auf dem Platz. Diejenigen, die gespielt haben, versuchen schnell wieder zu regenerieren, die angeschlagenen und verletzten Spieler werden langsam an die normale Belastung herangeführt und der Rest des Kaders trainiert für sich. Dazu kommt, dass eine Analyse der Spiele wegen des vollbesetzten Terminplanes nahezu unmöglich ist. Zeit zur Aufarbeitung bleibt kaum, da es unmittelbar nach einem Spiel gilt, sich wieder auf die nächste Partie vorzubereiten", schilderte Veh das derzeitige Szenario bei den Einheiten.
"Ein unmittelbarer Konkurrent"
Insofern kann es auch nicht groß überraschen, dass der VfB im spielerischen Bereich zuletzt noch Luft nach oben hatte. "Da können wir uns sicher noch steigern und das werden wir im Laufe der nächsten Wochen auch noch tun. Im Moment ist es allerdings das Wichtigste, dass wir Ergebnisse machen. Und in dieser Hinsicht hat die Mannschaft zuletzt voll überzeugt", lobte Veh sein Team, das in der Liga auf Rand drei steht und sowohl im DFB-Pokal als auch auf internationalem Terrain absolut im Soll liegt. Damit dies auch am Samstag gegen 17.15 Uhr noch gilt, erwartet Veh, dass seine Elf im Signal Iduna Park punktet. "Der BVB ist ein unmittelbarer Konkurrent von uns um die Plätze im internationalen Geschäft. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch in Dortmund etwas holen, um sie auf Distanz halten zu können. Die Borussia hat sich vor der Saison gut verstärkt und mit Jürgen Klopp als neuem Coach wieder höhere Ziele. Die Qualität der Mannschaft ist unbestritten. Wenn man nach einem 0:3 gegen Schalke noch zurückkommt und ein Remis erreicht, spricht das eine deutliche Sprache", zeigte Armin Veh Respekt vor dem Kontrahenten und lässt sich auch von den Verletzungssorgen der Westfalen nicht blenden, bei denen gleich mehrere Stammkräfte ausfallen. "Das hat nicht viel zu sagen, denn diejenigen, die auflaufen, werden umso motivierter sein. Zudem fehlen uns mit Pavel Pardo, Yildiray Bastürk und Jan Simak, der wegen Adduktorenproblemen nicht mit nach Dortmund fahren kann, auch drei wichtige Spieler", so Veh, der hofft, zumindest auf die zuletzt angeschlagenen Matthieu Delpierre (Patallasehnenreizung) und Mario Gomez (Adduktorenbeschwerden) zurückgreifen zu können.