
Eigentlich hätte das Spiel in Cottbus im Mittelpunkt der heutigen Pressekonferenz im VfB-Clubzentrum stehen sollen. Doch nach der Absage der Partie im Stadion der Freundschaft standen andere Themen auf der Tagesordnung. Beispielsweise der Auftritt des VfB im DFB-Pokal gegen den FC Carl Zeiss Jena und das unnötige Aus in diesem Wettbewerb unter der Woche. Armin Veh sagte: "Wenn man gegen Jena im Pokal ausscheidet, dann ist das natürlich blamabel. Wir sind entsprechend enttäuscht, denn wir haben eine große Chance verpasst. Aber trotzdem möchte ich etwas Grundsätzliches zum Charakter meiner Mannschaft sagen. Dass wir im letzten Jahr Deutscher Meister geworden sind, war auch eine Charakterfrage. Und der Charakter der Spieler geht sicher nicht innerhalb eines halben Jahres verloren. Man hat manchmal das Gefühl, als ob wir auf Platz 16 oder 17 stehen. Sicher sind wir momentan mit Platz acht oder zehn nicht zufrieden. Denn wir streben immer nach dem Maximalen. Aber ich stehe zu meiner Mannschaft. Und man muss bei der Beurteilung auch auf dem Boden bleiben und nicht die Spieler gleich angreifen."
"Noch sind 13 Partien zu spielen"
Veh sieht den Hauptgrund für die "Krisen" des VfB in dieser Saison darin, "dass wir an der Meisterschaft gemessen werden. Dabei gab es letzte Saison sicher bessere Mannschaften als uns, aber wir haben einfach eine überragende Saison gespielt. Wenn wir am Ende dieser Runde noch Fünfter werden sollten, dann haben wir auf jeden Fall eine gute Saison gespielt. Und noch sind 13 Partien zu spielen und es ist vieles möglich. Aber es ist einfach so, dass es bei uns zu einhundert Prozent passen muss, damit wir oben mitspielen können." Veh verwies in diesem Zusammenhang auf die starken Kader der Konkurrenz aus Hamburg, Gelsenkirchen, Bremen und München, die allesamt für viele Millionen neues Personal geholt hätten. "Und dann gibt es noch die Mannschaften auf unserem Level. Leverkusen, Dortmund oder Hannover und Frankfurt, die von hinten nachrücken", sagte der VfB-Coach und ließ trotz allem keinen Zweifel daran, dass der Verlauf dieser Saison und insbesondere das Ausscheiden im DFB-Pokal enttäuschend seien.
"So blöd bin ich nicht"
Veh bemerkte abschließend zum Auftritt seiner Elf gegen Jena: "Wir haben gegen Jena Mist gebaut und deshalb kriegen wir jetzt auch auf die Fresse. Aber dennoch muss man hier auch etwas sensibilisieren. Wir haben intern darüber gesprochen, dass die Leistung nicht gestimmt hat. Trotzdem haben die Jungs einen guten Charakter und wollen immer gewinnen. Schauen sie sich doch mal die Bayern an. Die haben am Mittwoch durch einen Elfmeter in der 120. Minute gegen 1860 gewonnen. Das war auch ein Heimspiel gegen einen Zweitligisten und noch dazu ein prestigeträchtiges Derby. Wir mussten in der 120. Minute durch einen Torwartfehler in die Verlängerung und haben dann verloren. Fußball ist manchmal bitter. Aber sie glauben doch wohl nicht, dass ich so blöd bin und mich vor meine Spieler stellen würde, wenn sie das gar nicht verdient hätten."